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Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr
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Schüsse auf Straßenbahn: entscheidende Hinweise fehlen

Ina Bullwinkel 07.01.2019 0 Kommentare

Erst im vergangenen September hatte es Schüsse auf eine Straßenbahn gegeben. Damals durchschlugen die Kugeln den äußeren Teil der Doppelverglasung. 
Erst im vergangenen September hatte es Schüsse auf eine Straßenbahn gegeben. Damals durchschlugen die Kugeln den äußeren Teil der Doppelverglasung.  (Christina Kuhaupt)

„Unbekannte schießen auf Straßenbahn“ – mit dieser Meldung hat es Bremen im vergangenen September in die überregionale Presse geschafft. Damals feuerten unbekannte Täter ein Geschoss auf eine Straßenbahn der Linie 4 in der Robert-Koch-Straße in Kattenturm ab. Jetzt, etwas mehr als drei Monate später, ist es zu einem ähnlichen Fall in Walle gekommen. Wieder schossen die Täter auf eine Straßenbahn, wieder konnten sie unerkannt fliehen.

Ein Zeuge meldete den Schuss laut Polizei am Sonnabend gegen 20.15 Uhr. Er soll aus einem fahrenden Auto abgegeben worden sein – auf eine ebenfalls fahrende Straßenbahn der Linie 3 in der Nordstraße. Das Projektil hinterließ ein Loch in der Scheibe, habe sie allerdings laut einer Polizeisprecherin nicht durchschlagen. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.

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Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versucht herauszufinden, um was für ein Geschoss es sich handelte. Ein Projektil haben die Beamten bisher nicht gefunden. Auch stehe nicht fest, mit welcher Waffe der Schuss abgefeuert wurde, so die Sprecherin. Derzeit werde „umfangreich“ ermittelt, die Beamten haben die getroffene Straßenbahn zur Spurensicherung sichergestellt. Fest stehe momentan nur, dass die Täter die Schüsse offenbar nicht gezielt gegen Menschen gerichtet hätten, sondern vor allem einen materiellen Schaden provozieren wollten.

Da allerdings Menschen in der in Walle beschossenen Straßenbahn saßen, muss man davon ausgehen, dass die Täter es billigend in Kauf nahmen, Passagiere oder andere Passanten zu verletzen. „So ein Vorfall gehört definitiv nicht zu den alltäglichen Erlebnissen“, sagt Andreas Holling, Sprecher der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Für das Unternehmen sei es immer schlimm, wenn Straßenbahnfahrer und Passagiere das Ziel von Attacken werden.

Einschusslöcher an mehreren Autos

Der Sachschaden an der betroffenen Straßenbahn begrenze sich laut Holling auf die beschädigte Scheibe. Zum Glück sei niemand zu Schaden gekommen. „Es ist mehr als schockierend, so etwas mitzuerleben“, sagt Holling. Der Fahrer der betroffenen Straßenbahn habe den Schuss gehört, er konnte jedoch weiterfahren und musste nicht abgelöst werden. Was die Motivation der Täter angeht, könne er nur spekulieren, sagt Holling. Die Ermittlungen liegen jetzt in den Händen der Polizei.

Ebenfalls am Sonnabend hat der Besitzer eines Autohauses in der Stresemannstraße in Hemelingen vier Einschusslöcher an mehreren Autos festgestellt, die auf seinem Gelände geparkt waren. Auch hierzu hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. In beiden Fällen sucht die Polizei dringend nach Zeugen, die am Sonnabend in der Nähe des Tatorts bewaffnete Menschen beobachtet haben oder denen etwas Ungewöhnliches am Tatabend aufgefallen ist. 

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Bereits am 2. Januar hatte eine Angestellte des Bürgeramtes in der Stresemannstraße ein Einschussloch in einer Fensterscheibe des Gebäudes entdeckt. Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe zum Vorfall beim Autohaus schließt die Polizei laut einer Sprecherin derzeit einen Zusammenhang zwischen den Taten nicht aus. Auch eine Verbindung zu dem Fall Ende September 2018 könne derzeit nicht ausgeschlossen werden.

Damals fuhr die mit mehreren Passagieren besetzte Bahn an der Haltestelle Robert-Koch-Straße in Richtung Lilienthal los, als die Täter mehrere Stahlkugeln auf die Bahn abfeuerten. Die Kugeln durchschlugen den äußeren Teil der Doppelverglasung, drangen aber nicht in die Bahn ein. Der Fahrer stoppte die Straßenbahn an der nächsten Haltestelle und alarmierte die Polizei. Niemand wurde durch die Projektile verletzt, der Sachschaden wurde auf 2000 Euro geschätzt.

Ärger und Frust als Motiv

Komplett neu sind die Fälle nicht, die am Sonnabend in Walle und Hemelingen und zuvor Kattenturm erschüttert haben. Vergangenen August hatten Unbekannte mehrere Schüsse von einer Brücke an der Autobahn 1 auf zwei Wohnmobile abgegeben. Verletzt wurde dabei auch damals niemand.

Ähnlich war auch der Fall eines Lastwagenfahrers, der vor einigen Jahren bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Der Mann hatte in mehr als 700 Fällen auf andere Fahrzeuge geschossen. Als Motiv gab er „Ärger und Frust im Straßenverkehr“ an. Wer hinter den Taten in Bremen steckt und welches Motiv die Täter hatten, ist derweil noch unklar. Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zu den Vorfällen vom Sonnabend haben, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0421/362 38 88 zu melden. Außerdem empfiehlt die Polizei, den Notruf zu alarmieren, falls jemand Menschen mit Waffen hantieren sieht oder etwas anderes Ungewöhnliches beobachtet.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...
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