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Bauverzögerungen in Bremer Bädern
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Schwimmbäder in Horn und Walle werden 2020 gleichzeitig zur Baustelle

Timo Thalmann 21.08.2018 0 Kommentare

Der Charme der 1970er-Jahre im Waller Westbad bedeutet aus technischer Sicht, dass das Bad „akut von Ausfall bedroht“ ist, wie Bäderchefin Martina Baden jetzt in der Sportdeputation erklärte.
Der Charme der 1970er-Jahre im Waller Westbad bedeutet aus technischer Sicht, dass das Bad „akut von Ausfall bedroht“ ist, wie Bäderchefin Martina Baden jetzt in der Sportdeputation erklärte. (Scheitz)

Läuft alles nach Plan, wird in Bremen im Jahr 2020 vom Sommer bis in den Dezember hinein weder das Westbad noch das Horner Bad für Schulen, Schwimmvereine und zahlende Gäste zur Verfügung stehen. Beide Bäder dürften in dieser Zeit für rund sechs Monate gleichzeitig Baustelle sein. Das ergibt sich aus den jüngst im Horner Beirat und jetzt in der Sportdeputation von Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder GmbH, erläuterten verzögerten Zeitplänen für den Neubau der beiden Schwimmhallen. Sollte sich die in Horn anvisierte Bauzeit von etwa zwei Jahren aus unvorhergesehen Gründen verlängern, wird Bremen übergangsweise sogar noch länger auf gleich zwei öffentliche Schwimmbäder verzichten müssen. „Das darf einfach nicht passieren“, sagt Baden dazu am Rande der Sportdeputation.

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In der Diskussion der Sportdeputation spielten diese Zeitpläne indes nur eine Nebenrolle. Im Vordergrund stand der Bericht zur aktuellen, noch bis 27. August laufenden komplett neuen, zweiten Ausschreibung der Neubauplanung des Westbads. Erst Anfang August war bekannt geworden, dass die Bremer Bäder GmbH den Generalplanervertrag zum Ersatzneubau des Westbads mit dem bisherigen Architektenbüro Studio Gollwitzer aus München „im gegenseitigen Einvernehmen“ aufgelöst hat, wie es vonseiten des Sportressorts hieß. Als Grund wurden „nicht vorhersehbare bautechnische Umstände“ angegeben.

Westbad für 300.000 Besucher

Die musste Baden jetzt in der Sportdeputation genauer erläutern. Nach ihren Ausführungen war dies eine „Fity-Fifty-Entscheidung“. „Wir haben ein Gutachten zum Baugrund vorliegen, dass einen Neubau auf der Basis des vorhandenen Kellers für möglich hält“, sagte die Bäderchefin. Ein weiteres Gutachten habe danach aber Zweifel angemeldet. Dass der Untergrund in Walle einen hohen Anteil an Ton aufweist und es damit bei jedem Bau zu Setzungen mit Gebäudeschäden kommen könne, sei außerdem bekannt. Genau deswegen habe man ja ursprünglich geplant, den Neubau auf dem vorhandenen Keller aufzusetzen.

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„Am Ende haben wir uns aber dafür entschieden, auf Nummer sicher zu gehen“, sagte die Bäderchefin. Die Folge ist eine umfangreiche Pfahlgründung und Mehrkosten von derzeit geschätzten zwei Millionen Euro. Dazu kommen noch einmal die neuen Planungskosten. „Die hätte es aber auch gegeben, wenn wir nicht neu ausgeschrieben hätten“, betonte Baden. Schließlich hätte man auch mit dem bisherigen Generalplaner von vorne anfangen müssen. Ein Ausfallhonorar oder eine Entschädigung zur Vertragsauflösung mit dem Architektenbüro habe es laut Baden nicht gegeben. „Wir haben aber selbstverständlich die Leistungen bezahlt, die bislang erbracht wurden.“

Der Neustart bedeutet nach Einschätzung Badens entgegen vielfacher Hoffnung aus den Stadteilbeiräten im Westen, wie auch von einigen Deputierten aber nicht, dass sich nun der Raum für vielfältige Ideen und Forderungen öffne. „Der neue Plan wird sich vermutlich von dem bisherigen Konzept nur wenig unterscheiden“, dämpfte sie entsprechende Erwartungen. Auch Martin Wind von der senatorischen Behörde, betonte in Vertretung von Staatsrat Jan Fries, dass das Bremen Bäderkonzept ebenso weiter gilt, wie das Gesamtbudget. „Wir haben das nur abzuarbeiten“, beschrieb Baden ihre Rolle als Chefin des städtischen Unternehmens. Sie sei dennoch in jeder Hinsicht offen für weitere Wünsche aus der Politik. „Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass ein neues Westbad dann vermutlich teurer wird und später kommt“, schob sie hinterher.

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Kritik an zu wenig Wasserfläche, wies sie zurück. Der Neubau werde zwar kleiner als das jetzt vorhandene Bad aus den 1970er-Jahren. „Aber wir haben dort auch viel toten Raum.“ Das Angebot des neuen Westbads, sei hinsichtlich des Schwimmerbeckens sowie des jetzt mit insgesamt 160 Quadratmeter geplanten Kleinkindbereichs mit dem Südbad vergleichbar. „Es ist damit für rund 300.000 Besucher im Jahr konzipiert, die wir im Westen auch mal hatten.“ Die aktuellen Besucherzahlen seien aber weitaus niedriger. Insofern plane man durchaus für die Zukunft.

Die Bäderchefin reagierte damit auf ein Treffen zwischen Bürgermeister Carsten Sieling und Kritikern der Westbad-Planung unmittelbar vor der Sitzung der Sportdeputation. Helmut Zachau vom Vorstand des Gesundheitstreffpunkt West hatte Sieling rund 1300 Unterschriften aus Gröpelingen übergeben, die ein „zukunftsorientiertes kinder- und familienfreundliches Bad“ fordern. Darin wird zum einen auf den hohen Anteil von Nichtschwimmern in dem Stadtteil verwiesen, zum anderen auf die wachsende Bevölkerung. Dazu passe kein verkleinertes Westbad. Laut Zachau teilt Sieling diese Einschätzung und habe zugesagt, sich für die entsprechende Beteiligung der örtlichen Nutzergruppen an der Neuplanung einzusetzen.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
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IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.
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