Wetter: Regenschauer, 9 bis 15 °C
"Pidder Lüng"
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Seenotrettungskreuzer auf Landgang

Aljoscha-Marcello Dohme 09.06.2018 0 Kommentare

Für gut drei Monate liegt die
Für gut drei Monate liegt die "Pidder Lüng" in der Hauswerft der DGzRS. (Dustin Weiss)

Viel zu tun gibt es in der Werfthalle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Bremer Neustadt. Alle drei Jahre werden die Schiffe der Seenotretter dort turnusmäßig generalüberholt. Aktuell ist der Seenotrettungskreuzer „Pidder Lüng“ in der Hansestadt, um hier wieder auf Vordermann gebracht zu werden.

Normalerweise liegt das Schiff im Einsatzhafen von List auf Sylt, der nördlichsten Station der DGzRS. Durch die Rettungs- und Übungsfahrten sind Bestandteile wie die Schleppleine oder die Dienstflaggen im Laufe der Zeit verschlissen und müssen deshalb ausgetauscht werden. Um der Crew die tägliche Arbeit zu erleichtern, wird unter anderem auch ein neues System installiert, um das Beiboot auf hoher See einfacher einzuholen. Bis all diese Handgriffe erledigt sind, dauert es etwa drei Monate.

Aus der Weser hinaus

Auch wenn die „Pidder Lüng“ zurzeit nicht im Einsatz ist, sind ein bis zwei Besatzungsmitglieder immer bei dem Schiff. Sie begleiten die Arbeiten in der Werft und legen auch selber Hand an. In der hauseigenen Werkstatt fertigt Maschinist Christopher Kölln eine Halterung für einen Feuerlöscher, die später in dem Seenotkreuzer angebracht wird.

„Egal ob schweißen, bohren oder sägen, als Maschinist braucht man auch handwerkliche Fertigkeiten“, sagt Kölln. Daneben ist er auch im ständigen Austausch mit dem Stationsleiter auf Sylt und hält seine Kollegen so über die Arbeiten in Bremen auf dem Laufenden.

Seit 1952 werden die Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in der Bremer Hauswerft auf Vordermann gebracht – ähnlich wie auch Autos eine große Inspektion durchlaufen.
Seit 1952 werden die Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in der Bremer Hauswerft auf Vordermann gebracht. (Dustin Weiss)

„Ich kann es gar nicht abwarten, bis das Schiff endlich wieder auf dem Wasser ist“, berichtet Kölln. Für 14 Tage ist er nun in der Hansestadt. „Wir sind immer zwei Wochen im Dienst und zwei Wochen zu Hause, egal, ob der Seenotkreuzer im Einsatz ist oder in der Werft liegt“, berichtet Kölln.

Doch bevor die Arbeiten beginnen konnten, musste die „Pidder Lüng“ aus der Weser hinaus an Land gebracht werden. Dafür kommt das Schiff auf einen Schwimmwagen, der über eine sogenannte Slipanlage an Land gezogen und anschließend auf Schienen in die Werft gebracht wird. Ohne den Schwimmwagen könnte der Seenotkreuzer nicht in der Halle stehen.

Mehr zum Thema
DGzRS: Wo Boote auf links gedreht werden
DGzRS
Wo Boote auf links gedreht werden

Die Seenotleitung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sitzt in Bremen. ...

 mehr »

Obwohl das Schiff nicht mehr im Wasser ist, bekommen die Werftarbeiter trotzdem immer wieder das Gefühl, als seien sie auf hoher See. Wenn mehrere Menschen an Deck laufen oder schwere Ersatzteile auf den Rettungskreuzer gehievt werden, schaukelt das Schiff ein wenig. Dafür verantwortlich sind die Seile, mit denen das Boot befestigt ist.

Auf der Hauswerft der DGzRS arbeiten 15 festangestellte Mitarbeiter, wie Schlosser, Tischler oder Funkelektroniker. Bei speziellen Arbeiten werden sie von Handwerkern anderer Betriebe unterstützt, wie beispielsweise bei der Folierung der „Pidder Lüng“. Doch bevor die Schilder- und Lichtreklamehersteller Sven Bode und Niklas Häwecker damit beginnen können, müssen sie erst einmal die Flächen reinigen, damit die Folie auch haften kann. Anschließend beginnt die eigentliche Tätigkeit, eine schweißtreibende Arbeit.

Mit Seilen gesichert

Die ersten roten Streifen befestigen sie rund um die Schiffsbrücke von der Rehling aus. Mit viel Fingerspitzengefühl bringen sie die roten Bahnen, die den Rettungskreuzer auch als solchen erkennbar machen sollen, auf die weiß gestrichene Fläche. Später müssen die Schilder- und Lichtreklamehersteller noch Teile des Daches bekleben und sich dafür in schwindelerregende Höhen begeben.

Wenn das Hallentor geöffnet ist, bietet sich den Werftarbeitern ein Blick auf Bremens Skyline.
Wenn das Hallentor geöffnet ist, bietet sich den Werftarbeitern ein Blick auf Bremens Skyline. (Dustin Weiss)

Damit sie nicht herunterfallen, werden sie mit Seilen gesichert, die an einem gelben Lastenkran befestigt sind. Die „Pidder Lüng“ ist der erste Rettungskreuzer, der mit dieser Folie beklebt wird. „Wir wollen testen, wie lange die Folie hält. Wenn sie überzeugt, werden auch andere Schiffe damit ausgestattet“, sagt Christian Stipeldey, Sprecher der DGzRS.

 Je länger sich der satte Rot-Ton hält und nicht von der Sonne verblichen oder vom Salzwasser angegriffen wird, desto besser. Die „Pidder Lüng“ wurde im Dezember 2013 in Dienst gestellt. Seitdem ist der Seenotkreuzer zum zweiten Mal in der Werft. In der Hansestadt ist sie zum ersten Mal zu Besuch. „Der erste Check findet immer in der Werft statt, in dem der Seenotkreuzer gebaut wurde.

Zur Generalüberholung gehört auch das Aufspielen von Aktualisierungen für die Bordtechnik.
Zur Generalüberholung gehört auch das Aufspielen von Aktualisierungen für die Bordtechnik. (Dustin Weiss)

Danach kommen die Schiffe in der Regel in unsere hauseigene Werft nach Bremen“, erzählt Stipeldey. Wenn die Arbeiten im Zeitplan bleiben, wird die „Pidder Lüng“ Bremen Ende des Monats verlassen und zurück nach List schippern. Dann kommt sie wieder zum Einsatz, um Menschen vor der Insel Sylt vor dem Ertrinken zu retten.


Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 9 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Berichte aus den Bremer Stadtteilen
Sehen Sie in dieser Bildgalerie, wie facettenreich Bremens Stadtteile sind.
Was ist los in meiner Nachbarschaft? Welche Veranstaltungen finden in meinem Ortsteil statt und welche Debatten führen die Beiräte auf Stadtteilebene? Hier geht es zu den Inhalten des STADTTEIL-KURIER.
Entdecken Sie das historische Bremen
... die Teerhofinsel zu sehen.

Ob Bahnhof, Marktplatz, Weserstadion oder Schlachte: Das Bremer Stadtbild hat sich im Laufe der Zeit erheblich verändert. Wir berichten über vergessene Bauten, alte Geschichten und historische Ereignisse.

Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Aktueller Mittagstisch in Bremen
Traueranzeigen
job4u - Das Ausbildungsportal
job4u - Das Ausbildungsportal

job4u ist die regionale Plattform, wenn es um Lehren und Lernen geht. Neben dem WESER-KURIER, der Handelskammer und der Handwerkskammer Bremen machen sich hiesige Firmen für junge Leute stark. 

Sonderthemen aus den Stadtteilen
Sonderthemen aus den Stadtteilen
Anzeige