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Maas fordert mehr Bremer Engagement
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Städte müssen nachhaltiger werden

Nina Willborn und Sebastian Krüger 04.03.2019 0 Kommentare

Bremer sind dazu aufgefordert mehr Engagement und Eigeninitiative für die 17 aufgestellten Ziele der Vereinten Nationen zu zeigen.
Bremer sind dazu aufgefordert mehr Engagement und Eigeninitiative für die 17 aufgestellten Ziele der Vereinten Nationen zu zeigen. (Franziska Gabbert / dpa)

Für den Erfolg der Agenda 2030, die alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) vor gut drei Jahren mit dem Ziel verabschiedeten, das Leben überall auf der Welt auch für kommende Generationen gerechter, lebenswerter und gesünder zu machen, ist das Engagement vor allem von Städten entscheidend. Das war die Botschaft von Außenminister Heiko Maas (SPD) bei der Eröffnung der zweiten Bremer Städtepartnerschaftskonferenz in der Oberen Rathaushalle am Montag.

Auf der Tagung, die 2016 zum ersten Mal stattfand, tauschen sich an zwei Tagen Delegationen aus den offiziellen Partnerstädten sowie befreundeten Kommunen von Bremen und Bremerhaven unter dem inhaltlichen Motto der Agenda 2030, „17 Ziele für eine bessere Welt“, über ihre Nachhaltigkeitsstrategien und Projekte zum Thema aus.

„Vor Ort in den Städten werden die Menschen erleben, ob die Agenda 2030 gelingt oder nicht. Dafür braucht es Mut und Optimismus“, sagte Maas, der Deutschland insgesamt noch Nachholbedarf bescheinigt, was die sogenannten SDG (Sustainable Development Goals, also die 17 UN-Ziele, d. Red.) angeht. Unter den Zielen finden sich die Überwindung von Armut und Hunger ebenso wie nachhaltiger Konsum, Klimaschutz und die Gleichbehandlung der Geschlechter sowie die Verpflichtung von Städten zu weniger Energieverbrauch.

„Städte stehen vor besonderen Herausforderungen, denn sie sind die Schaufenster für nachhaltige Entwicklung“, sagte Maas. Bremens Hansetradition als Teil eines internationalen Städtebundes, der durch freien Handel und sichere Verkehrswege für mehr Wohlstand sorgte, sei in dieser Hinsicht als Verpflichtung zu verstehen. Maas: „Die Bremer Kaufleute waren die Pioniere internationaler Zusammenarbeit.“

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Die nächsten Jahrzehnte gestalten

Auch Bürgermeister Carsten Sieling und Bremerhavens Stadtoberhaupt Melf Grantz (beide SPD) hoben die Bedeutung des Bürger-Engagements hervor. „Jetzt leben etwa 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten“, sagte Sieling, „im Jahr 2050 werden es 70 Prozent sein. Deshalb ist es notwendig, dass wir uns auf den Weg machen und versuchen, in Fragen wie Bildung und lebenswerte Räume die Realitäten der nächsten Jahrzehnte zu gestalten.“

Grantz verwies vor allem auf die Bedeutung des Klimaschutzes. Durch den Anstieg des Meeresspiegels in Nord- wie Ostsee stehe nicht nur den Bremerhavenern, sondern auch den Menschen in den Partnerstädten Cherbourg, Grimsby, Kaliningrad und Frederikshavn „das Wasser zunehmend bis zum Hals“. „Viele können das Wort Nachhaltigkeit nicht mehr hören, aber es geht nicht mehr ohne eine Änderung unseres Lebenswandels.“

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Die drei SPD-Politiker machen aber auch deutlich, dass die Anstrengungen, die Welt nachhaltiger zu machen, eine globale Aufgabe seien. „Wir werden es nicht schaffen, für Herausforderungen wie Klimawandel, Migration und Terrorismus nationale Lösungen zu finden“, sagte Maas. Dies sei nur durch internationale Zusammenarbeit und eine „Diplomatie der Nachhaltigkeit“ zu lösen.

Der Außenminister lobte das Bremer Engagement und die Idee der Konferenz, die mit rund 70 000 Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird. Die Atmosphäre der Auftaktveranstaltung mit rund 250 Gästen aus insgesamt 15 Städten von Dalian (China) über Tamra und Haifa (Israel) bis Windhoek (Namibia) und Kaliningrad (Russland) erinnere ihn an eine Sitzung der Vereinten Nationen in New York, sagte der Außenminister. „Große Herausforderungen lassen sich nur meistern, wenn man sich zusammentut.“

Exkursionen und Workshops

Auf der zweitägigen Konferenz sollen die Teilnehmer voneinander lernen und Ideen austauschen. Am ersten Konferenztag besichtigten die rund 50 ausländischen Delegierten in fünf Exkursionen nach Bremerhaven und in verschiedene Bremer Stadtteile Initiativen und Projekte, die zu unterschiedlichen Aspekten der 17 Ziele arbeiten. Unter anderem besuchten die Gäste das Klimahaus, das Vegesacker Geschichtenhaus und die Stiftung Friedehorst.

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Laut Ulrike Hiller, Bremens Bevollmächtigte beim Bund für Europa und Entwicklungszusammenarbeit, die die Konferenz zusammen mit ihrem Team organisiert hatte, sind bereits erste Ideen für neue Kooperationen entstanden.

Bei einer Gala am Abend im Überseemuseum stand das Engagement von Jugendlichen im Zentrum, die in nachhaltigen Projekten beispielsweise zum Klimaschutz arbeiten. An diesem Dienstag wird in insgesamt 20 Workshops gearbeitet. Dort tauschen sich die Teilnehmer zum Beispiel über die Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer an inklusiven Schulen aus oder entwickeln Ansätze zur stärkeren Beteiligung Jugendlicher an Stadtpolitik.

"Europa muss souveräner werden"

Zuvor hatte Außenminister Maas im „Außenpolitischen Salon“, veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und dem WESER-KURIER, ein souveräneres Europa gefordert. Die EU, so der SPD-Politiker, dürfe nicht zum bloßen Objekt der Weltpolitik werden. „Um Akteur auf der Weltbühne zu bleiben, muss Europa geschlossener nach innen und entschlossener nach außen auftreten. Kurz: Europa muss souveräner werden“, sagte Maas im gut gefüllten Kaminzimmer des Bremer Rathauses. Die EU sei nicht perfekt, aber Nationalismus sei keine Antwort auf internationale Probleme.


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Leserkommentare
Bevenser am 22.10.2019 17:47
Man muss sich nicht künstlich blöd stellen. Wie es geht sieht man z.B. in Österreich - und nicht nur da.
peteris am 22.10.2019 17:39
Werden diese Menschen "losgelassen", dann gibt es erst wieder einen Stop in Deutschland.

Bereiten" wir " uns schon einmal darauf vor. ...
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