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Neue Ausstellung in der Botanika
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Tomaten im Weltall

Jakob Milzner 07.06.2019 0 Kommentare

In einem Wachstumsschrank, in dem Tomaten gezüchtet werden, können Besucher sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln – ganz ohne Erde und natürliches Licht.
In einem Wachstumsschrank, in dem Tomaten gezüchtet werden, können Besucher sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln – ganz ohne Erde und natürliches Licht. (Frank Thomas Koch)

Seit Anbeginn der bemannten Raumfahrt sehen sich Menschen im All mit einem gravierenden Problem konfrontiert: Die tägliche Astronautennahrung sieht nicht nur unappetitlich aus, sie schmeckt zudem auch fade und künstlich – von Genuss konnte lange keine Rede sein.

Doch international und besonders auch in Bremen wird seit Jahren daran geforscht, wie sich das kulinarische Weltraumerlebnis mit frischen Lebensmitteln würzen lässt. Im Mittelpunkt steht dabei die außerirdische Zucht von Früchten und Gemüse – damit Astronauten auch mal „etwas Obstiges“ genießen dürfen, wie Petra Schäffer von der Botanika am Freitag bei Eröffnung der neuen Ausstellung „Pflanzen im Weltraum“ sagte.

Bemannte Marsstation mit Gewächshaus

Die Ausstellung gewährt Einblicke in die Aufzucht von Pflanzen unter Weltraumbedingungen. So können die Besucher einen Wachstumsschrank sehen, in dem Tomaten gezüchtet werden – ganz ohne Erde und natürliches Licht. Alle fünf Minuten erwacht das kleine Biotop zum Leben: Eine Lampe geht dann an und erhellt den unteren Teil des Treibhauses, in dem die Wurzeln frei in der Luft hängen.

Das Licht signalisiert die Fütterung der Tomaten, denn synchron beginnt eine Maschine damit, die unteren Pflanzenteile mit einer Nährflüssigkeit zu besprühen. Ein Modell zeigt zudem, wie eine bemannte Marsstation mit Gewächshaus einmal aussehen könnte. Im kleinen Maßstab lassen sich alle Module nachvollziehen, inklusive winziger Menschenfiguren, die das Ausmaß der Anlage verdeutlichen.

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Bei einer echten Marsmission wäre die Station von der Oberfläche des Planeten allerdings nicht zu sehen; um Menschen und Pflanzen vor der enormen Strahlenbelastung zu schützen, müssten die Räume etwa drei Meter tief vergraben werden, wie Daniel Schubert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen erläutert. Zusätzliche Exponate beleuchten weitere Aspekte der grünen Raumfahrtforschung.

Weltweite Schlagzeilen

Für die Ausstellung hat sich die Botanika mit dem DLR und der Bremer Firma Bock Bio Science (BBS) zusammengetan. Seit 1984 beschäftigt sich das Unternehmen mit der Frage, wie Pflanzen außerhalb ihrer natürlichen Umgebung aufgezogen werden können. Obwohl sich BBS auf Ziergewächse spezialisiert hat, wird die technische Expertise des Hidden Champions aus der Hansestadt auch bei der Erforschung von Pflanzenwachstum im All verwendet.

Um möglichst weltraumähnliche Bedingungen zu schaffen, testet das DLR seit 2018 den Anbau von Nutzpflanzen auf einer entlegenen Station in der Antarktis. Bremen sei „das kleinste Bundesland mit der größten Aktivität in der Raumfahrt“, sagte Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) bei der Eröffnung der Ausstellung.

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So hatte das DLR in Bremen im Dezember für weltweite Schlagzeilen gesorgt, als in Kooperation mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX ein sogenannter „Gewächshaus-Satellit“ ins All geschossen wurde. Bei diesem Projekt soll ein kleines Gewächshaus im Inneren des Satelliten sechs Monate lang den Schwerkraftbedingungen von Mond und Mars ausgesetzt werden. Die neue Ausstellung soll nun auch Nicht-Wissenschaftler für die grüne Raumfahrtforschung begeistern.


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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
Jede Politik hat ihre Klientel.
Wollen Sie im Ernst behaupten, dass Menschen, die sich für Kultur interessieren, keine normalen Leute sind ?
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