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Überraschender Fund
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Unterirdischer Weltkriegsbunker in Bremerhaven entdeckt

Elena Matera 04.02.2019 3 Kommentare

Bei den Bauarbeiten stieß ein Bagger auf eine Betonfläche eines unterirdischen Bunkers. (Symbolbild)
Bei den Bauarbeiten stieß ein Bagger auf eine Betonfläche eines unterirdischen Bunkers. (Symbolbild) (Axel Heimken, dpa)

Auf der Baufläche für die Erweiterung des Havenhostels in Bremerhaven ist es in der vergangenen Woche zu einem überraschenden Fund gekommen. Bei den Bauarbeiten stieß der Bagger auf eine Betonfläche eines unterirdischen Bunkers. Laut Hostelbesitzer Jens Grotelüsche soll die ausgegrabene Fäche etwa zehn bis zwölf Meter groß sein. 

Größe des Bunkers ist unklar

"Der Bunker stammt vermutlich aus dem Dritten Reich", sagt Grotelüschen. "Wahrscheinlich wurde der unterirdische Bunker in den 1950er oder 1960er Jahren von den Amerikanern in der Besatzungszeit verschlossen." Wie tief der Erdbunker reicht, ist bislang noch unklar. Auch der Eingang des Bunkers wurde bisher noch nicht entdeckt.

Bremen wurde im Zweiten Weltkrieg massiv zerstört. Nicht nur die Industriestandorte und der Hafen lagen 1945 in Trümmern. Diese Aufnahme stammt vom März 1946. Zu sehen ist der Blick vom Baumstraßen-Bunker auf den zerstörten Bremer Westen, hinten links ist die Roland-Mühle. Während der Bombenangriffe konnten Zivilisten Schutz in zahlreichen Bunkern suchen. 
Bunker im Bürgerpark, Höhe Emmastraße:
Im Bürgerpark versteckt sich zwischen Bäumen und Büschen ein großer Klinkerbunker, der heute als Lagerraum dient. Im April 1945 gab es am Bunker die letzten Gefechte in Bremen im Zweiten Weltkrieg. 
Der Bremer Kampfkommandant Generalleutnant Fritz Becker (1892-1967), erst Ende März aus dem Danziger Kessel nach Bremen ausgeflogen und eine Woche später bereits zum Befehlshaber ernannt, ließ sich von der starken Bombardierung nicht beirren. Dabei hatten sich der kommissarische Bürgermeister Richard Duckwitz (1868-1972) sowie der Innen- und Arbeitssenator Hans Joachim Fischer (1904-2000) schon für eine Kapitulation ausgesprochen. Immer weiter rückten die Alliierten vor, drängten die deutschen Soldaten zunehmend von der Stadtgrenze Richtung Zentrum, in den Bürgerpark hinein.
Von hier aus beobachteten die Bremer Soldaten die Lage vom Aussichtsturm im Bürgerpark aus. Am 23. April 1945 suchten sie Schutz hinter den dicken Betonwänden des Bunkers direkt am Turm. Nach ein paar letzten Gefechten ergaben sich die Bremer schließlich im Morgengrauen des 27. April 1945. Lesen Sie hier mehr über den Ort, an dem in Bremen der Krieg endete. 
Bunker an der Scharnhorststraße/Buchenstraße, Radio Bremen:
Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2003. Während des Krieges bot der Bunker an der Scharnhorststraße rund 790 Menschen Schutz. Inzwischen wurde er zu einem Wohnbunker umfunktioniert. Dort wurde übrigens auch der erste öffentliche Bücherschrank in Schwachhausen aufgestellt. Sehen Sie, wo es noch mehr kostenlose Bücher in Bremen gibt. 
Fotostrecke: Diese Bunker gibt es noch in Bremen

Auf der Suche nach Zeitzeugen

Grotelüschen ist daher zur Zeit auf der Suche nach Zeitzeugen, die etwas zu dem Bunker sagen und Hinweise geben können. "Wir suchen vor allem Amerikaner, die etwas über den Erdbunker berichten können" sagt der Hostelbesitzer. Doch das ist gar nicht so einfach. Viele US-Amerikaner, die vor 60 Jahren im Dienst waren, leben heute nicht mehr in Bremerhaven. "Wir baggern erst einmal weiter", sagt Grotelüschen. Bereits Ende der Woche, so vermutet der Hostelbesitzer, könnte es mehr Klarheit geben.

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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 13:04
@brakadabra ...

„👍“ ... Ich hab‘ jetzt‘n „Hummer“ ...
...................................🚘.............

Auf‘m ...
FloM am 22.10.2019 13:01
@gorgon:
Himmelnochmal, jahrzehntelang billige Lebensmittel konsumieren und sich dann über die Folgen der Herstellung aufregen.
Welche ...
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