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Vom Studium in Bremen zum Schulbau in Uganda

Frauke Fischer 08.01.2019 0 Kommentare

Michaela Schraudt hat während ihres Studiums in Bremen ein Hilfsprojekt in Uganda auf den Weg gebracht. Das Bild zeigt sie mit Schülern und ihrem Mann.
Michaela Schraudt hat während ihres Studiums in Bremen ein Hilfsprojekt in Uganda auf den Weg gebracht. Das Bild zeigt sie mit Schülern und ihrem Mann. (Schraudt)

Eigentlich verbindet die junge Frau aus der Nähe von Würzburg heute nicht mehr viel mit Bremen. Doch die Jahre in Norddeutschland haben Michaela Schraudts Leben verändert: In der Hansestadt hatte sie damals im Studium eine Idee, die ihr Leben fortan entscheidend bestimmen sollte. Heute fragt sie sich: „Wäre mein Leben verlaufen, wie es das nun ist, wenn ich damals eine andere Entscheidung getroffen hätte.“ Michaela Schraudt hatte während ihres Studiums in Bremen die Möglichkeit, nach Uganda zu gehen. Daraus ist inzwischen ein Projekt geworden, das in dem Land in Ostafrika den Schulbau unterstützt.

Das Studium und die Zeit in Bremen haben ihr sehr gut gefallen, sagt Schraudt heute. „In Bremen habe ich Gesundheitswissenschaften mit dem Abschluss Bachelor studiert. Ich habe zuerst in einer WG gelebt und bin dann in ein Studentenwohnheim umgezogen.“ Zum Master-Abschluss ging es anschließend nach Erlangen im Fach Medizinisches Prozessmanagement. Inzwischen arbeitet sie an der Uni in Erlangen in der Medizintechnik am Lehrstuhl für Medizinische Informatik.

Doch es war das vorletzte, fünfte Semester an der hiesigen Uni, das alles veränderte. „Da war ein Praxissemester vorgesehen“, berichtet Schraudt. „Und da man es im Ausland machen konnte, wusste ich nur, dass ich gerne nach Afrika wollte.“ Ein Land mit viel Tourismus wie Südafrika sollte es aber nicht sein. Schraudt entschied sie sich für Uganda – inzwischen ihre zweite Heimat.

Die Möglichkeit, für junge Menschen im Bildungsbereich, aber auch in der medizinischen Versorgung etwas zu tun, begeistert sie nach wie vor. „Es soll das Leben der Menschen dort verbessert und neue Weichen stellen.“ Bildung gehört für sie entscheidend dazu. Denn in Uganda gibt es es zwar offiziell eine Schulpflicht, aber sehr viele Kinder, gerade auf dem Land, haben kaum Möglichkeiten, sich auf weiterführende Bildungseinrichtungen vorzubereiten oder einen guten Beruf zu ergreifen, mit dem sie ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien bestreiten können. Im Internet sei sie schließlich auf eine kleine Organisation in Deutschland gestoßen, die eine Unterkunft in Uganda und Unterstützung bei der Praktikumssuche anbot. „Ich war sehr froh, dass ich diese Möglichkeit des Auslandspraktikums im Studium hatte„, sagt Schraudt. “Die Organisation dieses Auslandssemesters war unkompliziert und dafür bin ich der Bremer Uni dankbar.“ 

In einer Wellblechhütte nicht weit von der ugandischen Hauptstadt Kampala entfernt ging es in Afrika für Schraudt im Herbst 2008 los: In der Hütte war eine Art Vorschule untergebracht, sie unterstützte zunächst den Unterricht dort. Schraudt fand heraus, dass ein Neubau nach deutschen Vorstellungen nicht allzu teuer werden würde und den Kindern ein anderer Lernort noch bessere Möglichkeiten eröffnet würden. So finanzierte sie das Gebäude mit ihren eigenen Ersparnissen und ersten Spenden von Familie, Freunden und Bekannten aus Deutschland.

2012 hatte sie auf diese Weise schon drei Schulen auf den Weg gebracht. Inzwischen sind es fünf. Die Deutsche ist noch heute mehrmals pro Jahr vor Ort. Aus der Idee einer Studentin ist ein Verein hervorgegangen: Neia heißt er und ist als solcher auch anerkannt, sagt Michaela Schraudt nicht ohne Stolz in der Stimme. Der Kreis ausländischer privater Schulbauer in Uganda sei sicher nicht groß. Doch die Deutsche darf sich zu diesem Kreis zählen. Und die enge Verbindung zu Uganda ist noch enger geworden: „Mein Mann Tadeo Papaye ist seit 2013 in Deutschland." Der Ugander macht eine Ausbildung zum Gärtner, berichtet seine Frau. Und so hat sie neben dem freiwilligen Engagement auch noch eine sehr persönliche Verbindung zweier weit auseinander liegender Welten geschaffen.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...
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