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Bürger wendet sich an Beirat
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Waller Park versinkt im Müll

Emma Gasster 24.05.2018 10 Kommentare

Der Müll im Waller Park nimmt vor allem am Wochenende überhand. (Symbolbild)
Der Müll im Waller Park nimmt vor allem am Wochenende überhand. (Symbolbild) (dpa)

Die Sonne geht langsam unter, die Wärme des Tages verschwindet allmählich und der Waller Park bleibt komplett vollgemüllt zurück. Diese alles andere als idyllische Szene kann vielen Besuchern der Grünanlage bekannt vorkommen, erst recht an warmen Wochenenden ist das Ausmaß der Verwüstung extrem. Ein Bürger hat sich deshalb an den Waller Beirat gewandt. Während seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Fachausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr mit seinem Antrag.

Der Umweltbetrieb Bremen (UBB) kümmert sich um die Parkanlagen in Bremen. Er leert die Mülleimer und sammelt alles auf, was auf den Wiesen verstreut ist. An heißen Sommertagen scheint das aber nicht zu reichen, der Bürgerantrag beinhaltete daher drei Vorschläge: mobile Toiletten im Park zur Sommerzeit aufstellen, größere Mülleimer platzieren und Überwachungskameras im Park installieren.

Als Eliteuniversität hat sie sich zeitweise einen Namen gemacht, auch wenn der Titel nun wieder futsch ist: die Universität Bremen. Ihr Erscheinungsbild lässt von elitärem Charme auch nicht viel erahnen. Zwar kommt es bekanntlich auf das Innere an, doch einige der Bauten aus den 1970er-Jahren fallen auch hier durch graue, fensterlose Seminarräume auf.
Pragmatisch gesehen keine schlechte Idee, diese Hochhäuser in der Neuwieder Straße in Tenever - wirklich ansehnlich sind sie allerdings nicht. 
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Beiratsmitglied Jürgen Diekmeyer (CDU) kritisierte gleich den ersten Punkt: „Mit den Toiletten, wie soll das gehen, wer soll das bezahlen?“, fragte er. Selbst Dixi-Toiletten seien nicht billig. „Dann muss auch noch eine Toilette Männlein, eine Toilette Weiblein sein.“ Außerdem sei am Wochenende so viel los, sie müssten stündlich gereinigt werden. Besser wäre ein Toilettenhäuschen, sagte der Lokalpolitiker.

Hohes Müllaufkommen

Cecile Eckler-von Gleich (Grüne) war da anderer Meinung. „Ich kann keinen öffentlichen Park haben ohne eine öffentliche Toilette“, sagte sie unzufrieden. Immer werde nur über das Problem gesprochen, aber keiner wolle dafür Verantwortung übernehmen. „Und wenn da keine Toilette ist, pinkelt man eben irgendwo hin. Danach wird gefragt, warum machen die so etwas? Also ich finde, das geht nicht.“ Sie plädierte dafür, probeweise zwei mobile Toiletten aufzustellen, ein Toilettenhäuschen zu bauen, würde wieder ewig lange dauern.

Auch bei größeren Mülleimern waren sich die Politiker uneinig. „Es gibt viele Menschen, die bringen ihren Müll zum Müllbehälter und legen das in einem großen Haufen drumherum“, berichtete Diekmeyer. Selbst größere Eimer könnten das nicht fassen, was da an Müll zusammenkommt. Eckler-von Gleich sah diese Verhalten eher als einen Hinweis, dass die Besucher schon mehr oder größere Behälter in Anspruch nehmen würden.

Mythos 1: Der Müll wird bei der Abfuhr gewogen, denn die Kosten für die Abfuhr richten sich nach dem Gewicht.
Dies stimmt nicht. Die Leerungen der Restmülltonnen werden über ein Transpondersystem (Codierung an der Tonne) erfasst. Dafür sind die Müllfahrzeuge mit Bordcomputern ausgestattet, die die Codierung an der Tonne lesen und speichern. Die Leerungsdaten bilden dann die Grundlage für die Gebührenabrechnung: Wird die von der Abfallgrundgebühr abgedeckte Höchstanzahl überschritten, werden Zusatzgebühren berechnet. Gewogen wird der Müll im Müllfahrzeug nur an der Waage beim Müllheizkraftwerk.
Mythos 2: Altpapier darf auch in der Restmülltonne entsorgt werden.
Nein. Wer Wertstoffe nicht zu den vorhandenen Annahmestellen bringt oder die angebotenen Sammelsysteme nicht nutzt, handelt ordnungswidrig. Bremen hat ein recht gut ausgebautes Sammelsystem: Altpapier wird 14-tägig abgefahren. Die Nutzung einer Papiertonne ist nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden. 
Mythos 3: Deckel von Flaschen oder Gläsern sollten abgeschraubt werden, bevor man sie in den Altglascontainer schmeißt.
Natürlich können Deckel separat, z.B. über den gelben Sack, entsorgt werden. Wer dies nicht tut, muss jedoch auch kein schlechtes Gewissen haben: Moderne Sortiermaschinen können Verschlüsse und Deckel (ganz gleich aus welchem Material) vom Glas trennen.
Mythos 4: Eierkartons gehören nicht ins Altpapier.
Eben doch. Eierkartons sind Verkaufsverpackungen aus Pappe. Im Gelben Sack oder der Gelben Tonne werden Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen (zum Beispiel Joghurtbecher oder Aluminiumschalen) entsorgt. Verkaufsverpackungen aus Glas gehören in die Glascontainer.  
Fotostrecke: Zwölf populäre Irrtümer über Müll

Der Ausschuss einigte sich darauf, bei der nächsten Sitzung im Juni einen Vertreter des UBB einzuladen. „Damit wir gemeinsam überlegen können, wie wir das Problem lösen“, sagte Ausschusssprecher Wolfgang Golinski (SPD). Die Kosten und Sinnhaftigkeit von größeren Mülleimern und mobilen Toiletten könnten so besser ermittelt werden. Kameras zu installieren, was der dritte Vorschlag des Bürgers war, schlossen alle Beiratsmitglieder aus.


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Leserkommentare
panorama am 18.10.2019 19:32
Lesen soll ja bekanntlich bilden.

https://dejure.org/gesetze/JGG/114.html
BreTSF am 18.10.2019 19:29
rheimsoth:
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