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Marci The Kid tritt beim Seestadtfest auf
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Warum ein Bremer lieber Rapper statt Lehrer werden will

Eva Przybyla 19.05.2019 3 Kommentare

Ausnahmsweise ohne Sonnenbrille: der Bremer Rapper Marci The Kid in dem Video zu seinem Song „Principessa“. Der 23-Jährige spielt am Sonnabend um 19 Uhr auf der Containerbühne des Seestadtfests in Bremerhaven.
Ausnahmsweise ohne Sonnenbrille: der Bremer Rapper Marci The Kid in dem Video zu seinem Song „Principessa“. Der 23-Jährige spielt am Sonnabend um 19 Uhr auf der Containerbühne des Seestadtfests in Bremerhaven. (Markus Paetsch)

Vormittags studiert Marci The Kid, der sonst Marcel Schirowski heißt, an der Universität Bremen Politik und Englisch auf Lehramt. Aber Lehrer werden – das will der 23-Jährige nicht mehr. Fast jeden Nachmittag setzt er sich gleich nach der Uni an seinen Rechner, vor seine zwei Monitorboxen und sein Audiointerface, und macht Rap. Die Texte, die Beats, das Abmischen und Bearbeiten – „ich mache alles selbst“, sagt er. Am Anfang hätte das lange gedauert, aber jetzt sei er schnell.

Mit seinem Fußball-Song „Bremen ist die Eins“ konnte sich der Werder-Fan auf der Werder-Bremen-Jubiläumsplatte „Lauter Werder“ verewigen. Seit 2017 hat Marci The Kid zwei Alben, ein Mixtape und mehrere Singles veröffentlicht – einen Teil davon will er in der kommenden Woche auf dem Seestadtfest in Bremerhaven vorstellen.

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Sein Song „Cali“ etwa, eine Abkürzung des US-Bundesstaats „California“, wurde bei dem Streaminganbieter Spotify mehr als 100.000 Mal abgespielt. „Meine Hood wird zu Cali-forni-a“, lautet der eingängige Refrain. Im Video dazu rappt Marci The Kid vor einem rotweißen Leuchtturm, einer typischen Nordseekulisse. Um ihn herum tanzt eine Gruppe von Freunden, zwei von ihnen sitzen in einem beigen Ford Mustang. „Es ist eine Hymne an meine Heimatstadt Bexhövede“, sagt er über den melodischen Raptrack. Selbst in der Neubausiedlung, aus der er komme, hätten sie gedreht. Wie viele bekannte Rapper würdigt Marci The Kid in seiner Musik seine Wurzeln, nur leben in seiner Heimat im Landkreis Cuxhaven nicht Millionen Menschen wie in Berlin oder Atlanta, sondern nur 2240 Einwohner.

Wie sein Vorbild Drake, der kanadische Rapstar, huldigt er in anderen Songs dem Geld und Luxus, etwa im Song „Penthouse“. „Alle haben materialistische Träume“, sagt Schirowski dazu. Und die greife er in seiner Musik auf. Auch über Liebesbeziehungen rappt er, doch nur um Liebe geht es selten: „Nein, ich guck kein Netflix mit dir / Tut mir leid, aber ich muss noch einen Track produzieren“, singt er etwa in „Hotline“. Auch in anderen Texten wiederholt sich das Thema: disziplinierte Arbeit, um eines Tages ganz nach oben zu kommen. „Auf lange Sicht will ich der größte Rapper aller Zeiten sein“, sagt Schirowski leichthin.

2013 habe er das erste Mal einen Song mit einem kaputten Headset aufgenommen, erzählt Schirowski. Er habe damals anders geklungen als heute: aggressiver, typisch für deutschen Battle Rap. „Das war super, super anfängermäßig“, sagt der Musiker heute. 2017 beeinflusste ihn schließlich der Rapper Cro. So hätte er seine „Pop-Ader“ entdeckt, sagt Schirowski. Im selben Jahr spielte er schließlich das erste Mal live auf der Breminale, ein Heimspiel.

Heute arbeite er nicht mehr mit Autotune, sondern setze auf seine natürliche Stimme, sagt Schirowski. Als Marci The Kid will er auch keinem Musikstil mehr zugeordnet werden. Vergleiche mit dem erfolgreichen Rapper Capital Bra lehnt er eher ab. Für ihn ist seine Musik ein Mix aus verschiedenen Stilrichtungen wie etwa Latin und Soul. Doch nach wie vor sei er noch in einer Entwicklung: „Man sollte auf jeden Fall wissen, dass das alles hier erst der Anfang ist. Ich bin gerade erst bei fünf bis zehn Prozent“, sagt Schirowski. 100 Prozent könne er erst mit mehr Zeit und mehr Geld geben.


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 13:09
tommi24 ...

„mountainbiker“ leben länger ... „Rennradler“ auch.

„Kampfradler“ durchschnittlich weniger lang und ...
Deichgraffe am 23.10.2019 13:07
Die Situation in Findorf zeigt doch, wie sehr die Kfz-Mentalität "ich zahle Kfz-Steuern und darf daher parken wo ich will" bei vielen ...
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