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Wie der Vater, so der Sohn

Jonas Mielke 06.11.2018 0 Kommentare

Viktor Franke träumte schon immer davon, auf der Bühne zu stehen. Als sein Sohn Anton neun Jahre alt war, traten sie erstmals gemeinsam auf.
Viktor Franke träumte schon immer davon, auf der Bühne zu stehen. Als sein Sohn Anton neun Jahre alt war, traten sie erstmals gemeinsam auf. (Christina Kuhaupt)

Er fühle sich im Moment 20 Jahre jünger, sagt Viktor Franke und lacht. Es sei die Energie auf der Bühne, die Reise durch Deutschland: Gemeinsam mit seinem Sohn Anton Franke tritt er in der GOP-Show „Fashion“ auf, alle zwei Monate machen sie woanders Station. Gerade erst waren sie in Münster, nun startet das Stück an diesem Mittwoch in Bremen. Etwas länger als ein Jahr dauert die gesamte Tour, bei der Viktor Franke und sein Sohn Anton als Clowns für die witzigen Momente sorgen sollen. Wie früher, sagt Viktor Franke, das Leben auf Tour sei ein Gefühl wie in seiner Kindheit.

Viktor Franke ist 63 Jahre alt, in der Sowjetunion geboren, ein Kind der Zirkuswelt. „Ich bin überall in der Sowjetunion aufgewachsen, alle ein bis zwei Monate haben wir die Stadt gewechselt.“ Die Eltern trainierten Hunde im Zirkus, vorher arbeitete Viktor Frankes Vater im Kohlebergwerk. Von ihm stammt der Nachname, der kein Künstlername ist. Die Frankes haben Wurzeln im Saarland.

Anders als seine Eltern zog es Viktor Franke zum Humor statt zu den Tieren, in den Hintergrund statt in die Manege. Er wurde Zirkusdirektor und dirigierte Clown-Nummern, seine Idole sind die Klassiker, Buster Keaton und Charlie Chaplin. Es sei immer sein Traum gewesen, selbst auf der Bühne zu stehen, sagt er heute. Doch das habe lange gedauert, es habe lange keine Gelegenheit gegeben. „Erst als mein Sohn älter wurde, wurde mein Traum wahr.“

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Anton Franke wuchs anders auf als sein Vater, Schule und Studium in St. Petersburg statt Zirkuszelte und ein Leben auf Tour. Viktor Franke wollte, dass sein Sohn die bestmögliche Ausbildung bekommt, „ein normales Leben“, so nennt er das. Nur in den Sommerferien stand Anton Franke, geboren 1984, als Clown auf der Bühne. Es gefiel ihm, seine Helden seien keine Zeichentrickfiguren gewesen, sondern echte Clowns. Seine Vorbilder kannte er von den VHS-Kassetten, die ihm sein Vater besorgt hatte.

Doch nachdem Anton Franke sein Schauspielstudium abgeschlossen hatte, stand er vor einer schwierigen Frage: Sollte er sein Hobby wirklich zum Beruf machen? Zu dieser Zeit, Anfang der 2000er-Jahre, seien die großen Umbrüche in Russland an niemandem spurlos vorbeigegangen. „Eine schwierige Zeit, für den Zirkus als Geschäft und auch für das Land ganz generell“, sagt Anton Franke.

Er beschloss damals trotzdem, Humor zu seinem Beruf zu machen. Heute bereut der 34-Jährige seine Entscheidung nicht. „Wir lieben, was wir tun, wir machen die Leute glücklich“, sagt er. Gemeinsam mit seinem Vater hat er die ganze Welt bereist, fast überall in Europa, in den USA und auch in China sind die beiden schon aufgetreten. Viktor Franke wird mittlerweile von Veranstaltern als „einer der größten lebenden Clowns“ angekündigt.

"Wir verbinden Zirkustricks und Schauspiel"

Ihr Geheimnis sei die Universalität ihrer Kunst, sagen sie. Ihre Stücke würden im Zirkus wie im Theater funktionieren, sie wollen Elemente aus beidem vermischen. „Wir verbinden Zirkustricks und Schauspiel“, sagt Anton Franke. Deswegen sei die Bremer GOP-Bühne so schön, weil hier wenig Distanz zwischen Publikum und Künstler sei. In Arenen mit Tausenden Zuschauern sei die Mimik nicht so deutlich erkennbar wie hier. Ob man sie nun als Clowns oder Comedians bezeichnet sei egal, sagt Anton Franke. Ihm gefällt die amerikanische Bezeichnung „non-verbal comedy“ – Komödie ohne Worte.

Auch ihr Humor sei universell, erzählt Viktor Franke. „Es gibt einen Chef, der denkt er wäre talentiert. Und jemanden darunter, der eigentlich der Talentierte ist“, sagt er. So sei es schon immer gewesen, überall auf der Welt, auch schon vor 500 Jahren. „In der Familie oder auf der Arbeit, überall“, sagt er. Über diese Grundkonstellation könne man immer lachen, ob in den 1970er-Jahren in Moskau oder 2018 in Bremen.

Weitere Informationen

Die Show „Fashion“ ist von Mittwoch, 7. November, bis zum 13. Januar 2019 am GOP-Theater in der Bremer Überseestadt zu sehen. Sie verbindet Artistik, Livemusik und Humor.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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