Wetter: wolkig, 7 bis 14 °C
Rückblick auf die Nazi-Diktatur in Bremen
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Wo Leid sichtbar wird

Kim Torster 07.08.2019 1 Kommentar

Das Grab des Luftwaffen-Piloten Gustav Schade auf dem Neustädter Friedhof ist Teil der Denkorte-Tour.
Das Grab des Luftwaffen-Piloten Gustav Schade auf dem Neustädter Friedhof ist Teil der Denkorte-Tour. (Anne Werner)

Ein unscheinbares Haus, ein einzelner Baum – nichts deutet heute noch darauf hin, was hier während der nationalsozialistischen Diktatur geschehen ist. Denn heute sind solche Orte wieder Teil des Bremer Alltags. Bremer Familien wohnen in den Häusern, aus denen Juden einst vertrieben wurden, Kinder spielen dort, wo vor 76 Jahren Bomben zahlreiche Menschen töteten.

Damit diese Geschichten nicht vergessen werden, hat es sich ein Bremer Initiativen-Kollektiv zur Aufgabe gemacht, sie zu erzählen. Das Projekt „Spurensuche Bremen“ ist eine Art Sammelstelle für Orte, die im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Bremen eine Rolle gespielt haben. Auf der Internetseite der Initiative ist eine Karte von Bremen abgebildet, die mit bunten Punkten übersät ist. Hinter jedem Punkt verbirgt sich eine Geschichte. Wer mit dem Mauszeiger darüber fährt, liest Namen: von Ermordeten, Widerstandskämpfern und Organisationen die vom NS-Regime verboten wurden. Etwa 350 dieser Spuren sind es bisher. Viele davon entstanden auf Grundlage von Zeitzeugenberichten, die nachrecherchiert und dann dort veröffentlicht wurden. Über die Jahre haben bereits etliche Menschen zum Gelingen des umfangreichen Projekt beigetragen.

Die im Krieg verbrannte ursprüngliche Fassade des Hauses Atlantis, Böttcherstraße
Stadtansicht Bremen in den 30er Jahren.
Der Bremer Dom in den 30-er Jahren.
Das im Krieg zerstörte Faulenquartier.
Fotostrecke: Bremen unterm Hakenkreuz zwischen 1933 bis 1945

Ehrenamtliche Helfer bieten nach Bedarf sogar Führungen zwischen ausgewählten Orten an. Unter ihnen sind Horst Otto und John Gerardu. Die beiden Rentner sind seit den Anfängen des Projektes dabei. Wer mit ihnen unterwegs ist, erfährt die einzelnen Geschichten und auch, warum es wichtig ist, sie zu kennen.

John Gerardu (links) und Horst Otto von ­„Spurensuche Bremen“.
John Gerardu (links) und Horst Otto von ­„Spurensuche Bremen“. (Anne Werner)

Die beiden sind fest davon überzeugt, dass sich aus der Geschichte lernen lässt. „Wir glauben, dass durch den Bezug zum eigenen Wohnort ein stärkeres Bewusstsein entstehen kann“, sagt Gerardu. Zeitzeugen gibt es immer weniger, viele sind bereits verstorben. Zurück bleibe eine Generation, die den Krieg und seine Schrecken selbst nie erlebt habe. „Gerade in der heutigen Zeit und angesichts des wachsenden Rechtspopulismus ist es wichtig, nicht Schluss zu machen mit diesen Erinnerungen“, sagt Otto.

Damit diese Erkenntnis nicht in den Weiten des Internets verloren gehen, hat die Organisation begonnen, Gedenktafeln an einzelnen Orten aufzustellen. Vor allem in der Neustadt stehen sie, aber immer noch längst nicht überall dort, wo sie stehen könnten. Sie sollen vor allem die junge Generation daran erinnern: Hier hat der Nationalsozialismus seine Spuren hinterlassen. Auch wenn sie heute nicht mehr sichtbar sind.

Weitere Informationen

Beispielhaft zeigen wir Ihnen unten einige der sogenannten Denkorte. Die Auswahl der gezeigten Orte erfolgte in Zusammenarbeit mit der Initiative „Spurensuche Bremen“. Sie alle sollen stellvertretend für verschiedene Facetten des Nationalsozialismus stehen. Alle bisher recherchierten Geschichten sind zudem auf der Internetseite der Initiative www.spurensuche-bremen.de zu finden. Führungen zwischen ausgewählten Orten können auf Anfrage unter info@spurensuche.de angefragt werden.

Sollte die Karte nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.


Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 14 °C / 7 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/bedeckt.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 40 %
Berichte aus den Bremer Stadtteilen
Sehen Sie in dieser Bildgalerie, wie facettenreich Bremens Stadtteile sind.
Was ist los in meiner Nachbarschaft? Welche Veranstaltungen finden in meinem Ortsteil statt und welche Debatten führen die Beiräte auf Stadtteilebene? Hier geht es zu den Inhalten des STADTTEIL-KURIER.
Entdecken Sie das historische Bremen
... die Teerhofinsel zu sehen.

Ob Bahnhof, Marktplatz, Weserstadion oder Schlachte: Das Bremer Stadtbild hat sich im Laufe der Zeit erheblich verändert. Wir berichten über vergessene Bauten, alte Geschichten und historische Ereignisse.

Leserkommentare
ManUD7 am 22.10.2019 07:37
Wieso wird die Bevölkerung aufgehetzt? Jahrelang sieht man doch nur noch Mais. Und dieser dient weitestgehend zum Betrieb der Biogasanlagen. Dafür ...
Mangaguide.de am 22.10.2019 07:30
Ein Punkt in Flensburg fuer den Halter war ja geplant, wurde aber leider wieder verworfen.

Alternativ koennte man ja auch Feuerwehr, ...
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Aktueller Mittagstisch in Bremen
Traueranzeigen
job4u - Das Ausbildungsportal
job4u - Das Ausbildungsportal

job4u ist die regionale Plattform, wenn es um Lehren und Lernen geht. Neben dem WESER-KURIER, der Handelskammer und der Handwerkskammer Bremen machen sich hiesige Firmen für junge Leute stark. 

Sonderthemen aus den Stadtteilen
Sonderthemen aus den Stadtteilen
Anzeige