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Zech in der City

Jürgen Hinrichs 28.12.2017 4 Kommentare

Interview mit Kurt Zech - Zechbau - Thema Innenstadtentwicklung -
Kurt Zech will die Innenstadt auf den Kopf stellen. (Frank Thomas Koch)

Die Pläne waren fertig, alles erledigt, und keine Frage, dass der Aufsichtsrat zustimmt, eine Formsache. Doch dann der Anruf. Ein Mann greift zum Hörer, nein, zum Smartphone wahrscheinlich, und ruft die Wirtschaftsbehörde an. Er hatte Wind von der Sache bekommen und musste fürchten, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Der Mann heißt Kurt Zech, und dieser Name ist schon fast die ganze Geschichte.

Denn Zech ist es, der die Bremer Innenstadt umkrempeln will. Wären die Pläne der Brepark für das Parkhaus-Mitte und die angrenzende Lloydpassage angepackt worden, hätte der Bremer Unternehmer es gleich wieder sein lassen können. Zech schielt auf das Parkhaus, er möchte es abreißen und in Kombination mit den Gebäuden von Karstadt und Kaufhof eine City-Galerie schaffen, neue Läden und Passagen. Das ist der Nukleus, der Kern einer Entwicklung, die der Innenstadt in den nächsten zehn Jahren ein grundlegend anderes Gesicht geben soll.

Mit dem Parkhaus fing es also an, irgendwann im Juni war das, und seitdem wird heftig geknobelt, wie man den Handel über die Bühne bringen kann. Zech will kaufen, die Stadt will verkaufen, so weit, so klar. Doch für welchen Preis? Schwierig auch, dass so viele Rechte der Anlieger auf dem Parkhaus liegen, sogenannte Grunddienstbarkeiten.

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Sie müssen abgelöst werden, mit Geld oder anderen Rechten, wenn das möglich ist. Ein regelrechter Wust, kompliziert zu lösen. Und doch muss es gelingen, möglichst schnell sogar, soll das Projekt von Zech Wirklichkeit werden. Der Investor will keine Zeit verlieren: „Mir dauert das schon wieder ein bisschen zu lange“, hatte er die Regierenden angemahnt, um dann kurz vor Weihnachten grünes Licht zu erhalten: Zech darf das Parkhaus kaufen und abreißen.

Nun ist Zech zwar nicht allein auf weiter Flur. Es gibt noch andere, Christian Jacobs vor allem, der mit verschiedenen Vorhaben die City wieder näher an den Fluss bringen will – ein Handlauf bis zur Weser, wie er sagt. Aber so erfolgversprechend und hinreichend konkret das auch ist, der richtige Wumms, etwas mit Sogkraft bis weit in die Region hinein, muss von anderer Seite kommen.

Jacobs, Spross der Bremer Kaffee-Dynastie, sagt es selbst: Seine Projekte in der Obern- und Langenstraße seien lediglich die Satelliten einer Entwicklung, deren Durchschlagskraft am Ende allein vom Zech-Plan abhänge. „Das ist das Herz“, betont Jacobs, „da können wir zappeln und uns abmühen, ohne diesen Kern geht es nicht.“

Pläne von Jacobs sind unumstößlich

Doch was genau hat Zech vor? Die geplante City-Galerie ist bislang nur ein grober Plan. Wie so oft schon in der Vergangenheit lässt sich der Unternehmer nicht in die Karten gucken, er kommuniziert zurückhaltend, die Äußerungen sind vage. Unklar ist zum Beispiel, wie es sich mit dem Kaufhof verhält. Zech hatte im Juni erklärt, dass er positive Signale empfangen habe: „Die Eigentümer der Immobilie, mit denen wir uns eng abgestimmt haben, teilen unsere Überzeugung. Die Gespräche mit dem Mieter Kaufhof müssen aber noch geführt werden“, so der Unternehmer damals.

Eigentümer ist das Immobilienunternehmen DIC Asset AG in Frankfurt. Auf Anfrage des WESER-KURIER hat DIC die Situation anders dargestellt: „Es gibt derzeit keine konkreten Verhandlungen zum Kaufhof in Bremen“, teilte eine Sprecherin mit, „grundsätzlich stehen wir Gesprächen rund um eine mögliche Neu- und Weiterentwicklung der Innenstadt zu gegebener Zeit aufgeschlossen gegenüber.“

Die Pläne von Jacobs sind dagegen unumstößlich. Er wird am Stammsitz seiner Familie in der Obernstraße zwei Häuser abreißen und ein neues errichten. Anfang kommenden Jahres soll es losgehen. Entstehen wird ein Gebäude, das mit seinen großen Fenstern den Blick frei macht.

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Man soll hindurch schauen können, hin zur historischen Stadtwaage in der Langenstraße, die ebenfalls entwickelt wird. Das neue Johann-Jacobs-Haus, die Stadtwaage mit Restaurant, dazwischen der Jacobs-Hof  – ein kleiner Platz mit Tischen und Stühlen im Sommer, wo heute Autos parken.

Als nächste Station des geplanten „Handlaufs“ hat Jacobs das Kontorhaus in der Langenstraße im Fokus. Dass es von der Stadt verkauft wird, ist bereits beschlossene Sache. Mit dem potenziellen Käufer müssen allerdings noch ein paar Einzelheiten abgeklärt werden. Er wünscht sich unter anderem unter den Arkaden des Gebäudes eine größer angelegte Außengastronomie, was bei den Behörden dem Vernehmen nach Bedenken auslöst.

Kurt Zech und Christian Jacobs, zwei Männer, die sich Bremen besonders verbunden fühlen, schon deshalb, weil sie in der Stadt geboren wurden und aufgewachsen sind. Diese Verquickung ist das Besondere an ihrem Engagement. Es wird investiert, um Gewinne zu erwirtschaften, das sicher auch und vielleicht in erster Linie – ein bisschen Sentimentalität und Heimatgefühl sind aber auch dabei. Jacobs zum Beispiel spricht von der Lan­genstraße wie ein Historiker und hebt bei jeder Gelegenheit ihre Bedeutung aus den vergangenen Jahrhunderten hervor, die er neu beleben will.

Zwei Brüder aus Israel

Ohne jede sentimentale Note, dafür aber mit dem Gespür für ein gutes Geschäft, sind drei weitere potente Investoren in der Innenstadt unterwegs. Das Bremer Carree ist in diesem Jahr von dem Hamburger Projektentwickler Quest und einem Immobilienfonds gekauft worden. Quest hat jene Hälfte übernommen, in der zum Ansgarikirchhof hin viele Flächen leer stehen. Das Unternehmen hat angekündigt, demnächst einen großen Ankermieter zu präsentieren.

Schräg gegenüber und ebenfalls am Ansgarikirchhof liegt der Lloydhof. Er hat bewegte Jahre hinter sich. Die Stadt hatte das Büro- und Geschäftshaus erworben, um es von einem Investor abreißen zu lassen, der auf der Fläche ein Einkaufszentrum bauen sollte. Nachdem das gescheitert war, stand der Lloydhof wieder zum Verkauf.

Mit dem Entwickler Denkmalneu ist ein Käufer gefunden worden, nun müssen nur noch die Verträge unterschrieben werden. Denkmalneu lässt den Lloydhof stehen und macht daraus unter anderem ein Apartmenthaus. Wieder nur einen Steinwurf entfernt steht am Brill das Sparkassen-Areal vor einer neuen Entwicklung. Erworben wurde es von zwei Brüdern aus Israel, die bis zu 300 Millionen Euro investieren wollen.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...
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