Portal zu fairen Produkten Bremen startet Webseite für nachhaltigen Konsum

Bio-Lebensmittel oder fair gehandelte Kleidung gibt es schon lange in Bremen, der „Hauptstadt des fairen Handels“ des Jahres 2011. Ein neues Onlineportal zeigt nun, wo Verbraucher in Bremen nachhaltige Angebote finden.
13.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Thomas Walbröhl

Nachhaltiger Konsum liegt im Trend. Bio-Lebensmittel oder fair gehandelte Kleidung gibt es schon lange in Bremen, der „Hauptstadt des fairen Handels“ des Jahres 2011.

Auch von Kleidertauschbörsen und Reparaturcafés haben viele Bremer schon gehört. Aber wo soll man ansetzen, wenn man die Umwelt schonen, Müll vermeiden und dazu beitragen will, die Arbeitsbedingungen in den sogenannten Entwicklungsländern zu verbessern?

Antworten darauf wollen Geschäftsführerin Gertraud Gauer-Süß und ihr Team vom Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (BIZ) geben. Ihr Onlineportal für nachhaltigen Konsum in Bremen (www.komiko-bremen.de) ist seit Dienstagmorgen online. „Wir zeigen, wo Verbraucher in Bremen nachhaltige Angebote finden“, sagt Gauer-Süß. Dazu gehört auch alles rund ums Thema Tauschen, Teilen und Abfallvermeidung.

Das Konsumverhalten jedes Einzelnen habe unterm Strich auch Einfluss auf Arbeitsbedingungen, Umwelt und Ressourcenverbrauch am anderen Ende der Welt, sagt Bremens Umweltsenator Joachim Lohse. „Gerade bei der Diskussion um Fluchtursachen muss klar sein, dass die ökologische, soziale und wirtschaftliche Situation in den betroffenen Ländern mit unserem Verhalten als Verbraucher verbunden ist“, so Lohse bei der Vorstellung der der Webseite. „Dieses Portal füllt die Lücke zwischen nachhaltigen Angeboten und der eigenen konkreten Kaufentscheidung vor Ort.“

Auf www.komiko-bremen.de kann sich jeder über nachhaltige Angebote und Aktionen in seiner Nähe informieren. Dort gibt es auch Informationen zu Themen wie Herkunft von Textilien oder gängige Fairtrade- und Ökosiegel bei Lebensmitteln.

„Bei uns können sich Anbieter aus Bremen anmelden, die nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen für Verbraucher anbieten“, sagt Randy Haubner, Projektleiterin beim BIZ. Die sollen dann geprüft und auf der Internetseite aufgelistet werden. Nicht nur gemeinnützige Vereine und Initiativen aus den Stadtteilen sind bisher dort zu finden, die Hälfte der Einträge stammt von kommerziellen Anbietern. „Wir wollen das Thema aus der Nische holen“, sagt Haubner. „Auch wer nicht sein gesamtes Angebot auf Nachhaltigkeit eingestellt hat, kann sich bei uns anmelden.“

Die Webseite ist Teil des Projekts „Konsum mit Köpfchen“, das seit Mitte 2013 läuft. Auch Veranstaltungen in einzelnen Stadtteilen und Informationsbroschüren gehören dazu, ebenso eine Ausstellung zum Thema, die man sich beim BIZ leihen kann. Finanziert wird das Projekt nach Angaben von Lohse aus Mitteln des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr, des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Bevollmächtigten der Stadt Bremen beim Bund und für Europa sowie Eigenmitteln. Das Projekt läuft noch bis März. Ein Folgeantrag für die weitere Finanzierung liegt laut Gauer-Süß derzeit beim BMZ.

Künftig soll die Webseite mit Links auch auf Verzeichnisse für ökologische Produkte und weitere Informationen hinweisen. Ein Blick auf die Seite www.komiko-bremen.de zum Start am Dienstag zeigte allerdings, dass erst 20 Anbieter angemeldet sind. Aber es sollen mehr werden und auch mehr Bremerinnen und Bremer für das Thema sensibilisiert werden. Gauer-Süß formuliert vorsichtig ein Ziel: „Wir wollen alle Bremer über das Thema Nachhaltigkeit informieren. Wenn nach diesem Jahr etwa jeder Zehnte von Konsum mit Köpfchen gehört hat, dann wären wir schon sehr zufrieden.“

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