Zuversicht vor dem Spiel gegen Frankfurt Bremen steht hinter Werder

Eine Spielzeit in der zweiten Liga – daran möchte in Bremen vor dem entscheidenden letzten Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt keiner denken. Ein Abstieg hätte fatale Folgen für Stadt und Verein.
12.05.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jan Oppel Marc Hagedorn

Eine Spielzeit in der zweiten Liga – daran möchte in Bremen vor dem entscheidenden letzten Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt keiner denken. Ein Abstieg hätte fatale Folgen für Stadt und Verein.

„Das wäre ein herber Verlust“, sagt Thomas Schlüter, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Bremen. Der Fußball bringt jedes Jahr Tausende Touristen in die Stadt. „Werder hat Bremen weltweit einen Namen gemacht“, sagt auch Maike Lucas, Sprecherin der Bremer Tourismus-Zentrale. Was passiert wenn Werder absteigt?

6000 Übernachtungen pro Heimspiel

Jedes Heimspiel bringe den Hotels ihrer Schätzung nach bis zu 6000 Übernachtungen ein, sagt Lucas. Dazu kommen Tagesgäste aus ganz Deutschland, die in Bremen den öffentlichen Nahverkehr nutzen, essen, trinken und einkaufen. Auch der Einzelhandelsverband Nordwest rechnet daher im Falle eines Abstiegs mit Einbußen.

Wie viele Fans in der zweiten Liga die Reise nach Bremen antreten würden, ist unklar. Im Durchschnitt sind die Zuschauerzahlen nur etwa halb so hoch wie im Oberhaus. Immerhin: Ein Abstieg würde für Bremen immerhin kein erhöhtes Sicherheitsrisiko bedeuten. Vereine wie Hannover 96 oder Dynamo Dresden hätten zwar Problemfans in ihren Reihen, erklärt Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin des Innensenators. „Der Kräfte-Einsatz wäre in der 2. Bundesliga aber ähnlich hoch wie in der ersten.“

Demonstrative Zuversicht bei Werder

Die Entscheider bei Werder strahlen dieser Tage demonstrative Zuversicht aus. Aufsichtsratsboss Marco Bode, Klaus Filbry als Vorsitzender der Geschäftsführung, Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald – sie alle eint das Vertrauen in Mannschaft und Trainer. Die Führungsriege hat – Stand jetzt – getan, was zu tun war: Werder hat die Lizenz für die erste und die zweite Liga ohne Auflagen erhalten. Allerdings ist völlig unstrittig, dass ein Abstieg den Klub viele Millionen Euro kosten würde – und das zu einem Zeitpunkt, an dem es der Verein nach vier Spielzeiten mit tiefroten Zahlen wieder schaffen wird, ein Plus zu machen. In der zweiten Liga würden die Einnahmen dagegen drastisch einbrechen. Beispiel Fernsehgeld: Statt ungefähr 28 Millionen Euro als Erstligist würde Werder in der zweiten Liga nur noch etwas mehr als zehn Millionen Euro kassieren.

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Beispiel Spieltagserlöse: Aktuell ist das Stadion inklusive der Vip-Logen regelmäßig ausverkauft. In der zweiten Liga bei Gegnern wie Heidenheim, Sandhausen oder Aue dürfte das nicht mehr gelingen – schon gar nicht zu den aktuellen Erstliga-Eintrittspreisen, die reduziert werden müssten. Eintrittsgelder, mit denen Werder über die Stadion GmbH zudem die Darlehen für den Umbau des Weserstadions bedienen muss – pro Jahr etwa neun Millionen Euro. Insgesamt befürchtet man bei Werder einen Umsatzrückgang von 40 Prozent. 2014/15 lag der Umsatz noch bei fast 104 Millionen Euro.

Ein Abstieg hätte zudem auch Folgen für den Kader. Top-Leute wie Claudio Pizarro, Jannik Vestergaard oder Zlatko Junuzovic, dieser sogar ablösefrei, dürften den Klub mit ziemlicher Sicherheit verlassen. Dieter Burdenski hat 1980 selbst einen Werder-Abstieg erlebt. Er rät den Profis, einen kühlen Kopf zu bewahren: „Es geht nicht um Leben und Tod in diesem Spiel. Erst mal geht es um den drittletzten Platz."

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