Informatik-Studenten der Universität unterliegen beim Robo-Cup-Finale in Mexiko dem Team aus Texas Bremen verliert WM-Titel

Bremen. Seit dem Wochenende ist Bremen nicht mehr Weltmeister. Die Informatik-Studenten der Universität Bremen haben gerade die Fußball-Weltmeisterschaft der programmierten Roboter im Finale verloren. Das Team aus Texas konnte sich gegen die Bremer Titelverteidiger durchsetzen.
26.06.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Mona Stephan

Bremen. Seit dem Wochenende ist Bremen nicht mehr Weltmeister. Die Informatik-Studenten der Universität Bremen haben gerade die Fußball-Weltmeisterschaft der programmierten Roboter im Finale verloren. Das Team aus Texas konnte sich gegen die Bremer Titelverteidiger durchsetzen.

Die Mannschaft der Fußball-Roboter aus Bremen hatte zuvor noch nie ein Spiel verloren. Bislang waren "B-Human", so nennen sie sich, die unangefochtenen Titelverteidiger. Die Studenten der Uni Bremen haben die Weltmeisterschaft mit ihren Robotern insgesamt dreimal und die German-Open viermal in Folge gewonnen. Insgesamt 49 Spiele hatten sie in den vergangenen drei Jahren bestritten – und alle gewonnen. Doch im Finale der Robo-Cup-WM in Mexiko am Wochenende war Schluss. 4:2 stand es nach 20 Minuten. Damit ist der neue Weltmeister das Austin Villa Team aus Texas.

"B-Human" ist ein studentisches Projekt des Fachbereichs Mathematik- und Informatik der Universität Bremen und des Forschungsbereichs Cyber-Physical Systems am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz. Vergangene Woche waren fünf Studenten der Uni nach Mexiko gereist, um beim Robo-Cup gegen Teams aus der ganzen Welt mit ihren individuell programmierten Robotern anzutreten.

Rückblick: Das Turnier um die Weltmeisterschaft war Anfang der vergangenen Woche gut angelaufen. 10:0 und 10:2 gegen die Portugiesen und Griechen, mit 4:3, 8:0 und 9:1 dann die Australier, Chinesen und Österreicher besiegt. Und schon standen die Bremer Studenten souverän im Viertelfinale gegen Studierende und Roboter der Universität Edinburgh. Das Ergebnis dann wieder eindeutig: 10:0 für die Bremer. Nach Elfmeterschießen gegen das Team aus Leipzig kamen die Bremer ins Finale. Doch dann wurde alles anders. "Ich glaube, noch nie ging eine Mannschaft gegen uns mit 1:0 in Führung", erzählt Robin Wieschendorf, der das Spiel live im Internet verfolgte. Nach 20 Minuten stand fest: Das Austin Villa Team aus Texas besiegt mit 4:2 die Bremer. "B-Human" muss sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben.

Den Robotern sieht man die Niederlage nicht an. Sie schauen starr wie immer mit ihren roten und blauen Augen nach vorne, fallen ab und zu mal hin, schlurfen umher. Bis einer der Studenten den Aus-Knopf drückt. Doch die Studenten von der Bremer Universität sind enttäuscht. Die Niederlage tut immer noch weh. "Wir waren der Titel-Favorit, alle hatten hohe Erwartungen an uns", sagt Wieschendorf vom Bremer Team. Er weiß, dass es bei den anderen Teilnehmern nun eine gewisse Schadenfreude gibt. Die Titelverteidiger haben verloren – das hatte keiner erwartet. "Wer immer gewinnt, fällt bei einer Niederlage besonders tief."

Wieschendorf sucht nach Gründen für die Niederlage. "Die Bedingungen waren nicht ganz so gut: der Teppich zu weich, das Licht zu dunkel, das WLAN-Netz lief nicht einwandfrei", erklärt er. "Das führte dazu, dass die Roboter schwankten, ihr Gleichgewicht suchten und dadurch langsamer wurden."

Auch ein Problem: Die Bremer Roboter-Familie hatte vor zwei Wochen noch Zuwachs bekommen. "Wir haben sechs neue Roboter erhalten", so Thomas Münder vom Bremer Team. Amy, Bernadette, Kripke, Mrs Wolowitz, Priya und Wil Wheaton – benannt nach den Charakteren aus der US-amerikanischen Sitcom "The Big Bang Theory" – bereichern zwar das 14-köpfige Roboterteam, sorgten aber in Mexiko für Unsicherheit. "Wir hatten mit den neuen Robotern noch keine Erfahrungswerte", sagt Wieschendorf.

Wenn ein anderes Team besser ist, dann schmerzt das. "Wenn ein anderes Team aber nur deshalb besser ist, weil es die Software benutzt, die man selber programmiert hat, dann tut das ganz schön doll weh", betont der Student. Einmal im Jahr stellt das Team für andere Mannschaften die eigene Programmierer-Software auf die Homepage. "Das macht man so", sagt Wieschendorf. Genau diese Software vom vergangenen Jahr habe den Texanern zum Sieg verholfen.

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