Viele Freiwillige im Land Bremen

Vorrang bei Impfung sorgt für Wahlhelfer-Rekord

Auf eine Corona-Schutzimpfung müssen viele Menschen lange warten. Dass Wahlhelferinnen und Wahlhelfer vorrangig geimpft werden, lockt viele Freiwillige - auch im Land Bremen.
08.06.2021, 08:32
Lesedauer: 1 Min
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Vorrang bei Impfung sorgt für Wahlhelfer-Rekord
Von Malte Bürger
Vorrang bei Impfung sorgt für Wahlhelfer-Rekord

Im Land Bremen gibt es aktuell so viele Freiwillige für eine Bundestagswahl wie noch nie.

Axel Heimken/dpa

Im September steht die nächste Bundestagswahl an, im politischen Deutschland wird es nach dem feststehenden Abschied von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu wesentlichen Veränderungen kommen. Folglich ist diese Wahl eine besondere – und das gilt in gewissem Maße auch für das Land Bremen. Denn: Noch nie hat es dort so viele Menschen gegeben, die sich als Wahlhelferinnen und Wahlhelfer gemeldet haben wie in diesem Jahr. 

„Wir haben schon eine Warteliste angelegt, die 300 Wahlhelfer umfasst“, sagte Evelyn Temme vom Statistischen Landesamt Bremen. Allerdings verweist sie auch darauf, dass nicht nur politische Gründe dabei eine Rolle spielen müssen. „Ein Zusammenhang mit der priorisierten Impfung ist denkbar“, sagte Temme. Der Grund: Personen, die sich für einen freiwilligen Dienst am Wahlsonntag melden, genießen laut Verordnung auch einen Vorrang bei der Corona-Schutzimpfung - unabhängig von Alter oder Krankenakte.

In anderen Bundesländern hatte es einen ähnlichen Trend gegeben, dort meldeten sich viele vermeintliche Wahlhelfer jedoch wieder von ihrer Aufgabe ab, nachdem sie eine Bescheinigung für eine Corona-Schutzimpfung erhalten hatte. Wie Evelyn Temme erklärte, sei eine derartige Entwicklung im Land Bremen derzeit jedoch nicht erkennbar - allerdings seien viele Impfcodes auch erst Ende Mai an die potenziellen Helfer verschickt worden. „Wir gehen optimistisch ran und hoffen, dass die, die zugesagt haben, auch dabei bleiben“, sagte Temme. "Wer seine Zusage zurückziehen will, muss dies schriftlich begründen." Sollte die Zahl der Absagen in die Höhe schnellen, werde dies genau geprüft. „Derzeit ist im Land Bremen nicht geplant, Bußgelder zu verhängen. Wir behalten uns diese Möglichkeit aber vor.“

In der Vergangenheit hatte es in Bremen häufig Probleme bei der Suche nach Wahlhelfern gegeben. Nicht selten mussten auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in den Wahllokalen eingesetzt werden und die anschließende Auszählung der Ergebnisse unterstützen. Dem Statistischen Landesamt Bremen zufolge erhalten die Freiwilligen ein „Erfrischungsgeld“ in Höhe von mindestens 60 Euro.

(mit dpa)

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