Bremische Bürgerschaft Bremen will Bestattungsreform

Bremen. Eine Urne mit der Asche eines verstorbenen Angehörigen auf dem Kaminsims: In Bremen könnte das bald möglich sein.
25.09.2013, 18:37
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Die Bremische Bürgerschaft will das Bestattungsrecht reformieren: Ihrem Willen nach sollen Angehörige künftig Urnen mit der Asche eines Verstorbenen für zwei Jahre mit nach Hause nehmen dürfen. Die Bürgerschaft forderte den Bremer Senat am Mittwoch auf, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zur Lockerung des Friedhofszwangs vorzulegen.

Sollte der Beschluss umgesetzt werden, wäre Bremen das erste Bundesland, das eine langfristige Urnen-Aufbewahrung zu Hause erlaubt. Voraussetzung dafür soll sein, dass der Tote zu Lebzeiten eingewilligt hatte und eine Grabstelle reserviert und finanziert ist.

Nach dem Willen der Bürgerschaft soll es zudem möglich sein, die Asche von Verstorbenen auf einer ausgewiesenen Friedhofsfläche zu verstreuen. Zudem soll geprüft werden, wo außerhalb des Friedhofs die Asche ausgestreut werden darf. Das Bestattungsrecht sieht bislang vor, dass eine Urne nicht außerhalb eines Friedhofes beigesetzt werden darf. Eine Ausnahme ist die Seebestattung. In vielen Kommunen Deutschlands sind zudem Bestattungswälder erlaubt.

"Die Zeit ist reif, was zu ändern", sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Maike Schaefer. "Trauer ist individuell." Heute ließen bereits Menschen ihre verstorbenen Angehörigen im Ausland einäschern, um die Asche illegal in Deutschland auszustreuen. "Das ist würdelos", sagte Schaefer.

Der CDU-Abgeordnete Claas Rohmeyer kritisierte, das Vorhaben sei "mit der Würde der Verstorbenen nicht zu vereinbaren". "Man braucht Trauerrituale", sagte er. Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) betonte, es seien noch einige Fragen zu klären. Bis zu einer endgültigen Gesetzesänderung könne es bis Frühjahr 2014 dauern, sagte ein Sprecher der Bürgerschaft. (dpa)

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