Missverständnis im Verkehrsressort

Bremen will doch Geld vom Bund für 365-Euro-Tickets

Dass sich Bremen nicht um einen Teil der 300 Millionen Euro aus Bundesmitteln für neue Verkehrsmodell bewerben will, stimmt nicht. Grund für die Verwirrung war ein Missverständnis im Verkehrsressort.
10.01.2020, 19:15
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Bremen will doch Geld vom Bund für 365-Euro-Tickets
Von Nina Willborn
Bremen will doch Geld vom Bund für 365-Euro-Tickets

Vielleicht können die Bremer doch in absehbarer Zeit Jahrestickets für Bahnen und Busse für 365 Euro kaufen.

Frank Thomas Koch

Am Freitag hatte der WESER-KURIER berichtet, dass der Koalitionsvertrag die Prüfung verschiedener Mobilitätskonzepte vorsieht und sich Bremen deshalb nicht um Fördergelder der Bundesregierung für Modellversuche für 365-Euro-Tickets bewerben will. Das hat unter anderem bei Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) für Stirnrunzeln gesorgt – zu Recht, denn die Geschichte stimmte so nicht. Bremen interessiert sich sehr wohl für die mögliche Förderung. Der Grund für die Verwirrung ist ein Missverständnis innerhalb der Verkehrsbehörde. „Mein Fehler. Mir war nicht bekannt, dass wir bereits an einem solchen Projekt arbeiten, weil wir uns erst jetzt bewerben“, sagt Sprecher Jens Tittmann.

Das Bundesverkehrsministerium hat für Dienstag, 28. Januar, nach Berlin geladen, um dort auf einer Art Auftaktveranstaltung über grundlegende Fragen des Projektes zu informieren. Tittmann: „Dazu sind auch wir seit Wochen eingeladen. Vertreter des Ressorts werden hinfahren und prüfen, ob das Programm für Bremen als Kommune in Frage kommt.“

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Der Bund will aus dem Energie-Klimafonds 300 Millionen Euro bis 2023 an zehn Modellprojekte zum öffentlichen Personennahverkehr vergeben. Eine Möglichkeit ist die Erprobung von 365-Euro-Tickets. Interesse signalisiert haben bereits einige Städte, darunter Kiel, Düsseldorf, Wiesbaden und München. Sollte Bremen unter den Ausgewählten sein, ist laut Tittmann ein Versuch mit 365-Euro-Tickets (geschätzte Mehrkosten: mindestens 18 Millionen Euro) durchaus möglich – die Varianten ticket- und kostenfreier ÖPNV würden trotzdem geprüft.

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