Planbare OPs werden verschoben Bremen will weitere Covid-19-Patienten aus Krisenregionen aufnehmen

Vier von fünf gemeldeten Intensivplätzen in Bremer Kliniken sind mit Covid-19-Intensivpatienten bereits belegt. Bremen will weitere Patienten aufnehmen - und fordert diese Solidarität auch von anderen Ländern.
29.11.2021, 16:13
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Bremen will weitere Covid-19-Patienten aus Krisenregionen aufnehmen
Von Sabine Doll

Die Corona-Lage verschärft sich bundesweit, vor allem im Osten und Süden haben Kliniken auf den Intensivstationen kaum noch Kapazitäten. Seit Ende vergangener Woche werden deshalb Dutzende ­intensivpflichtige Covid-19-Patientinnen und -Patienten in andere Regionen verlegt. Auch nach Bremen: Über das Wochenende sind vier Patienten aus Sachsen und Thüringen in die Kliniken Reinkenheide und die Ameos Klinik Am Bürgerpark in Bremerhaven sowie in das St. Joseph-Stift und das Klinikum Ost in der Stadt Bremen verlegt worden. Ein weiterer Covid-19-Transport ist laut Karen Matiszick, Sprecherin des Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno), für das Krankenhaus Links der Weser (LDW) angekündigt.

Um die steigende Zahl an Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Bremen und aus den Krisenregionen versorgen zu können, werden für die Kliniken in der Hansestadt nun erneut sogenannte Freihaltequoten angeordnet. Das teilte die Gesundheitsbehörde am Montag mit. Wie schon in den ersten Wellen, müssen damit planbare Operationen verschoben werden. Das können etwa Gelenkoperationen sein.

„Die Situation in den Krankenhäusern in weiten Teilen Deutschlands hat sich inzwischen extrem zugespitzt. Da ist es ein Akt der Solidarität, dass wir im Land Bremen Kapazitäten zur Behandlung zur Verfügung stellen“, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Dies sei erst der Anfang – Bremen stehe auch weiterhin bereit, um bei der Behandlung zu helfen. Die Situation in den Bremer Kliniken sei bereits angespannt, könne aktuell aber im Gegensatz zu den Krisenregionen noch gut bewältigt werden.

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„Ich erwarte aber ganz deutlich von anderen Bundesländern, dass auch diese handeln. Wir brauchen jetzt ein bundesweit einheitliches Vorgehen in den Krankenhäusern. Planbare Eingriffe und Behandlungen müssen verschoben werden, soweit medizinisch vertretbar“, betonte die Gesundheitssenatorin. „Es müssen Behandlungsplätze freigehalten werden, und die Kliniken brauchen dafür einen finanziellen Ausgleich.“ Sowohl der Bund als auch das Land Bremen werde für die Einnahmeausfälle aufkommen, wenn dies notwendig sei. Die Krankenhäuser hätten im gesamten Verlauf der Pandemie gezeigt, wie eine gute Zusammenarbeit aussehe. „Kliniken, die sonst nur operieren, haben Personal zur Verfügung gestellt, um Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu behandeln. Das brauchen wir jetzt in allen Bundesländern“, fordert Bernhard.

Für die Kliniken kommen die Freihaltequoten nicht überraschend: „Angesichts der Entwicklung haben wir damit gerechnet und werden wie in den vergangenen Wellen damit umgehen“, sagte Geno-Spre­cherin Matiszick. Wie viele Kapazitäten in den jeweiligen Bereichen – also etwa auf den Intensivstationen – freigehalten werden sollen, dazu gebe es noch keine konkreten Angaben von der Behörde.

Die vier Covid-19-Patienten aus Sachsen und Thüringen wurden am Wochenende unter anderem per Flugzeug aus Dresden sowie in besonders ausgerüsteten Intensivfahrzeugen nach Bremen gebracht; unter anderem durch die Feuerwehr Bremen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilt.

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