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Bremer IT-Unternehmen auf der CeBIT

Sebastian Manz 02.03.2011 0 Kommentare

Harry Lorenz steuert mit seinen Gedanken einen kleinen Roboter. Die Maschine
Harry Lorenz steuert mit seinen Gedanken einen kleinen Roboter. Die Maschine "Brain" überträgt Gehirnströme und wurde fe (WEZEL)

Hannover. Bei der diesjährigen CeBIT ist Bremen erstmals mit zwei Gemeinschaftsständen vertreten. Insgesamt 13 Unternehmen nutzen sie als Plattform, um sich auf der weltgrößten Informationstechnikmesse zu präsentieren. Die Produktpalette der Bremer IT-Branche erweist sich dabei als ebenso vielfältig wie die CeBIT selbst.

Am Bremer Forschungsstand starrt Harry Lorenz auf ein flackerndes Lämpchen. Auf seinem Kopf trägt er etwas, das aussieht wie eine Badekappe, aus der sich Kabelstränge winden. Vor ihm breitet sich ein hölzernes Labyrinth aus, durch das sich zaghaft ein faustgroßes Fahrzeug seinen Weg bahnt. Gesteuert wird es durch Impulse, die Harry Lorenz' Gehirn aussendet. Besagte Kopfbedeckung erfasst die Impulse und leitet sie an einen Rechner weiter, der die Signale wiederum in Befehle für das Fahrzeug umwandelt.

Vier Lämpchen hat der Proband vor sich. Jedes flackert in einer anderen Frequenz. "Je nach Taktung erregt das Flackern unterschiedliche Gehirnregionen", erklärt Jan Ehlers vom Bremer Institut für Automatisierungstechnik. Doch die Lampen sind nur ein Hilfsmittel für Demonstrationszwecke. Geübte Nutzer können laut Ehlers durch bloße Gedanken gewisse Gehirnregionen aktivieren. Konkret bedeutet die Entwicklung also, dass Menschen kraft ihrer Gedanken Maschinen steuern können. "Brain" ist der Name dieser Technik, die als EU-Projekt federführend von der Bremer Universität entwickelt worden ist. Vor allem körperlich gehandicapten Menschen soll sie bereits in naher Zukunft das Leben erleichtern.

"Brain"ist Publikumsmagnet am Bremer Forschungsstand

"Brain" ist der Publikumsmagnet am Bremer Forschungsstand. Dort präsentieren in diesem Jahr ausschließlich Wissenschaftler aus der Hansestadt ihre Projekte und Ergebnisse. Neben medizinischen Errungenschaften wie "Brain" reicht das Spektrum der dargebotenen IT-Forschungsbereiche von Logistik über Produktion bis hin zu Managementlösungen.

Am zweiten Gemeinschaftsstand einige Hallen weiter stehen dagegen ausschließlich IT-Firmen im Mittelpunkt. "Wir haben bei der Konzeption bewusst die Präsentation Bremens etwas zurückgenommen, um die Unternehmen in den Mittelpunkt zu rücken", sagt Andreas Heyer, der als Geschäftsführer der Bremer Wirtschaftsförderung für den Auftritt mitverantwortlich ist. Bei den Ausstellern stößt diese Gewichtung durchweg auf positive Resonanz. Die meisten fühlen sich in den schlichten, aber eleganten Aufbauten gut aufgehoben.

Auch die Wirtschaftsförderung ist an diesem Stand vertreten. Sie nutzt die Messe unter anderem, um Unternehmer und Gründer auf das Bremer Innovations- und Technologiezentrum (BITZ) aufmerksam zu machen. Durch das neu entstandene BITZ-Lab, so die Hoffnung, könnte die Einrichtung nun für ein deutlich größeres Spektrum an Unternehmen interessant sein.

Bremer Unternehmen spezialisieren sich

Laut Heyer wird das Spektrum, das Bremer IT-Unternehmen auf der CeBIT präsentieren von Jahr zu Jahr größer und vor allem spezieller. Ein Beispiel für die individuell zugeschnittenen Produkte ist etwa die Software, die die Firma Mekos für ihre Kunden entwickelt hat. Der 35 Mitarbeiter starke Betrieb mit Sitz im Bremer Technologie-Park bietet Besitzern freier Tankstellen eine Anwendung an, die speziell auf deren Abrechnungsbedürfnisse zugeschnitten ist. Die Bremerhavener CI-Gate Development & Consulting GmbH ist dagegen Spezialistin für die Verwaltung von Dokumenten. Die Neusta GmbH stellt ein webbasiertes Zeiterfassungssystem vor, das vor allem auf die Bedürfnisse von Handwerks- und Mittelstandsbetrieben Rücksicht nimmt.

Sicherheitsaspekte stehen auch beim jungen Stuhrer Unternehmen ETG im Mittelpunkt. "Tempestierung" heißt die Kernkompetenz des siebenköpfigen Betriebes. An ihrem Stand präsentieren die Niedersachsen ihren staunenden Besuchern, wie einfach es ist, mithilfe der elektromagnetischen Wellen, die ein Computer abgibt, Datenklau zu betreiben. ETG bietet eine Umrüstung sensibler Geräte an. Zu den Kunden gehören neben der Bundeswehr und verschiedenen öffentlichen Einrichtungen auch immer mehr Führungskräfte von Wirtschaftsunternehmen, die sich vor Industriespionage schützen wollen.

Bremer Unternehmen sind auf der Messe nicht nur an den Gemeinschaftsständen versammelt. Die CVS Ingenieurgesellschaft mbH ist bereits seit 20 Jahren mit eigener Präsenz auf der CeBIT vertreten. 17 Mitarbeiter sind in diesem Jahr an einem imposanten zweistöckigen Stand für die Firma im Einsatz. "Wir wollen hier auch optisch auffallen", erklärt Prokurist Max Boettcher. Das Hauptprodukt der CVS ist das Warenwirtschaftssystem Alphaplan. Hunderte Firmen im deutschsprachigen Raum, meist aus dem Bereich Groß- und Außenhandel, nutzen die Anwendung der Bremer bereits. Nach der CeBIT sollen es nach Boettchers Willen noch deutlich mehr sein.

Unternehmensuchen Mitarbeiter

Doch nicht ausschließlich zur Kundenakquise sind die Bremer Unternehmen nach Hannover gereist. Die Firma Univention etwa will sich während der CeBIT auch als attraktiver Arbeitgeber gegenüber potenziellen neuen Mitarbeitern präsentieren. Das Kernprodukt des Unternehmens ist die Betriebssystem-Plattform UCS, die auf der Open-Source-Software Linux basiert. "Fachkräfte mit Linux-Erfahrung sind relativ schwer zu finden, deshalb ist die CeBIT für uns eine willkommene Gelegenheit, Spezialisten auf uns aufmerksam zu machen", sagt Firmensprecherin Silvia Frank.

Univention hat es sich zum Prinzip gemacht, mit zahlreichen Vertriebspartnern zu kooperieren. Das macht sich auch am Messestand bemerkbar, auf dem zwar das Firmenlogo der Bremer prangt, der jedoch hauptsächlich von Partnerfirmen besetzt ist. Mit ihrem Open-Source-Konzept haben sich die Bremer ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Insgesamt 600 Lizenznehmer hat die Firma bereits für ihr System gewinnen können.

Wirtschaftsförderer Andreas Heyer war sich nach seinem gestrigen Messe-Rundgang jedenfalls sicher, dass es um die IT-Branche der Hansestadt gut bestellt ist. "Ich gehe davon aus, dass die kommenden Bremer CeBIT-Auftritte durchaus noch wachsen können."


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...
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