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Bremer Spielbank
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Gebäude an der Schlachte wird für zehn Millionen Euro umgebaut

Michael Brandt 20.06.2010 0 Kommentare

Casino-Leiter  Michael Wiebeck (links) und Bauleiter Franz Hirthammer sind begeistert vom großen Speisensaal im Gründerz
Casino-Leiter Michael Wiebeck (links) und Bauleiter Franz Hirthammer sind begeistert vom großen Speisensaal im Gründerz (Koch)

Bremen. Der Boden vibriert. Über allem liegt ein dünner Film aus rotem Staub. Aus einem der hinteren Räume dröhnt das Geräusch eines Presslufthammers in die Halle. Wo künftig in moderner Atmosphäre Poker und Roulette gespielt werden sollen, bestimmen heute noch Beton, rissige Decken und Stahlträger das Bild. Die Umbauarbeiten für die neue Bremer Spielbank laufen auf Hochtouren.

Vor dem Gebäude Langenstraße 38-42 stehen zwei Bauschutt-Mulden. Immer wieder schaffen Arbeiter mit Schubkarren Steine und Fliesen nach draußen. Das Gebäude stammt nach Information von Franz Hirthammer aus dem Jahr 1906. Für die künftige Nutzung als Spielbank sind massive Umbauarbeiten notwendig. Zum Beispiel muss die Statik mit einer Vielzahl von Stahlträgern und Stützen verbessert werden. 50 Tonnen Metall sind bereits zusätzlich eingebaut worden. Hirthammer ist Chef der Stabsstelle Bauwesen bei Westspiel, die auch die Spielbank betreibt.

Rückblende: Weil das Casino-Spiel rückläufig ist, hatten die Verantwortlichen schon lange über einen Umzug der Spielbank nachgedacht. 2002 haben die Glücksspiel-Erträge in Bremen noch bei 25 Millionen Euro gelegen, 2009 waren es nur noch 11,1 Millionen. Der Standort in der Böttcherstraße galt unter anderem deshalb als problematisch, weil niemand zum Spiel mit dem Auto vorfahren konnte. Höhepunkt der Bremer Umzugs-Gedankenspiele war es, vor rund fünf Jahren, die Spielbank-Lizenz neu zu vergeben und am ehemaligen Space Park mit Hilfe amerikanischer Investoren ein Casino in Las Vegas-Größenordnung zu schaffen.

Eröffnung am 3. Dezember

Spätestens seit Februar 2009 haben sich die Betreiber auf das neue Domizil an der Schlachte festgelegt. In Bremen waren zuvor eine Reihe möglicher Standorte ausgesucht und für ungeeignet erachtet worden, zum Beispiel in der vorderen Überseestadt. Jetzt richten Franz Hirthammer und Michael Wiebeck, der als einer von zwei Bremer Casino-Direktoren bisher für das Automatenspiel am Breitenweg zuständig ist, ihre Anstrengungen auf den 3. Dezember aus. Der Tag ist - wenn nicht noch unerwartete Verzögerungen eintreten - für die Eröffnung der neuen Spielbank vorgesehen.

Im Zentrum der Bauarbeiten steht momentan der künftige Spielsaal mit seinen rund 500 Quadratmetern, komplett mit Glas überdacht. Allerdings wird es hier nach der Fertigstellung kein Tageslicht mehr geben, räumt Wiebeck ein.

Um den Raum noch größer zu machen, haben Bauarbeiter Wände zu den Nebenräumen herausgebrochen. Eine der Besonderheiten der neuen Bremer Spielbank wird es laut Wiebeck sein, dass hier klassisches Spiel wie Poker und Roulette zusammen mit Automaten untergebracht sind. 'Das ist ein Novum.' Früher sei man davon ausgegangen, dass beide Angebote unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Heute setzt Westspiel darauf, dass sich die Angebote ergänzen. Die Spielautomaten werden am Rand installiert, abgeteilt durch Glasscheiben.

Hirthammers Plan ist es, bereits im Juli den Stahlbau und die Maurerarbeiten abzuschließen und dann mit den technischen Installationen zu beginnen. Der Umbau des alten Gebäudes ist nicht einfach. 'Wir müssen konstruktiv alles aufbieten, das möglich ist.' Zum Beispiel werden tragenden Stützen zusätzlich durch Stahl gesichert. Auch die Decke, die sich an einigen Stellen bereits durchbiegt, wird noch einmal gestützt. 'Wir erleben täglich neue Überraschungen.'

Zum Innenausbau zählt dann, berichtet er, ein Hohlraumboden, durch den die Versorgungsleitungen laufen. Der Stil der Einrichtung wird seiner Auskunft nach - trotz des historischen Gebäudes - eher modern sein. Im Kontrast zu den Stuckornamenten an den Decken, die zum Teil über sechs Meter hoch sind. Unter dem Strich, bestätigen Hirthammer und Wiebeck, investiert Westspiel in den Neuanfang an der Schlachte rund zehn Millionen Euro. Dafür, verspricht Hirthammer, wird die Ausstattung der Lage angemessen sein. 'Das wird ein exklusiver Standort, das wird etwas Schönes.'

In Absprache mit dem Landesdenkmalpfleger bekommt das Gebäude - das sich in Privatbesitz befindet - einen zweiten Eingang zur Schlachte. Ziel sei es schließlich, daran erinnert Wiebeck, von den unzähligen Passanten auf der Weserseite zu profitieren. Pläne für einen Schlachte-Eingang, der Elemente der Originalfassade an der Langenstraße wieder aufnimmt, hat es bereits nach dem Krieg einmal gegeben.

Mit dem Umzug will Westspiel den Umsatzrückgang stoppen. Michael Wiebeck, der regelmäßig auf der Baustelle vorbeischaut, hat ein gutes Gefühl, dass das mit der neuen Spielbank klappen kann. 'Von diesen Räumen geht eine Faszination aus.'

Ein Tresor steht bereits in den Räumen, in denen es künftig um den großen Gewinn geht. Es ist allerdings ein recht altertümliches Modell, das aus weiß lackiertem Metall ist und ein wenig an einen alten Kühlschrank erinnert. Die Arbeiter haben den Geldschrank zufällig hinter einer Verschalung entdeckt. Der neue Tresor kommt erst noch.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 07:52
Es ist [eigentlich] unglaublich ...

Da befassen sich seit Jahrzehnten [gut bezahlte] BehördenmitarbeiterInnen mit diesem ...
ManUD7 am 22.10.2019 07:37
Wieso wird die Bevölkerung aufgehetzt? Jahrelang sieht man doch nur noch Mais. Und dieser dient weitestgehend zum Betrieb der Biogasanlagen. Dafür ...
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