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Handelskammer Bremen und IHK Bremerhaven feiern Fusion

Maren Beneke und Philipp Jaklin 19.01.2016 0 Kommentare

Harald Emigholz - Neuer Präses Handelskammer
Ein gut gelaunter und entspannter Präses empfängt am Montagabend die Gäste im Schütting: In den kommenden drei Jahren ist Harald Emigholz die Stimme der Bremer Wirtschaft. (Christina Kuhaupt)

Der Saal im zweiten Stock des Schüttings ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Vertreter aus der Bremer Wirtschaft und Politik stehen hier Schulter an Schulter. Neugier auf den neuen Präses der Handelskammer Bremen ist sicherlich einer der Gründe, warum so viele Menschen den Weg in den Schütting gefunden haben. Aber – und das ist der Unterschied zu vielen früheren Festakten – unter den Gästen sind auch zahlreiche Gäste aus Bremerhaven. Denn gefeiert wird an diesem Abend vor allem eines: die Fusion der Handelskammer Bremen und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bremerhaven.

Mit dem Zusammenschluss, der zum 1. Januar vollzogen wurde, hat der Schütting ein „I“ dazugewonnen. Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven lautet die sperrige offizielle Bezeichnung der zusammengelegten Interessensvertretung nun. Aber wie soll man sie künftig nennen, ohne Atemnot zu bekommen? „Einfach die Kammer“, so lautete am Montagabend die lapidare Antwort des Bremerhavener Unternehmers und Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer.

Die gemeinsame Landeskammer wird für Mitglieder verantwortlich sein, die zusammen ein Bruttoinlandsprodukt von 30 Milliarden Euro erwirtschaften, wie Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger vorrechnete. Die Hürde, die es bei den Gesprächen über eine Fusion zu überwinden galt, war offenbar zunächst eine psychologische. Vertrauen habe zunächst aufgebaut werden müssen, berichteten die beteiligten Handelskammer-Offiziellen. Gab es doch bei dem einen oder anderen die Befürchtung, hier könne der kleinere Partner unter die Räder kommen. „Viel wichtiger als das Durchrechnen war die emotionale Ebene, dass man sich auf Augenhöhe begegnet“, sagte der ehemalige Handelskammer-Präses Christoph Weiss. „Am Ende war es eine Liebesheirat“.

Aber auch bei einer Liebesheirat bestehen die Partner manchmal auf einen Ehevertrag. Und so bestanden die Bremerhavener auf einem Vetorecht im künftigen gemeinsamen Wirtschaftsparlament. Keine Entscheidung, so sehen es die Regeln für den Zusammenschluss der Kammern vor, darf von den Bremern über ausschließlich Bremerhavener Belange getroffen werden. „Ich glaube aber nicht, dass diese Regel jemals angewendet wird“, sagte Kramer.

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Der Fusion waren gut drei Jahre Planungszeit vorausgegangen. Zusammengeschlossen haben sich damit eine der ältesten (Bremen) und eine der kleinsten Kammern Deutschlands (Bremerhaven). „Ich freue mich, dass mit unserer gemeinsamen Organisation die Wirtschaft beider Städte nun deutlich enger zusammenrückt als das in der Vergangenheit der Fall war“, sagte Harald Emigholz. Er war zuvor in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Plenums als erster Präses der gemeinsamen Kammer bestimmt worden und wurde von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) damit auch prompt als „historische Figur“ gewürdigt.

Sein Herz schlage für beide Städte, versicherte Emigholz, da er als Unternehmer mit Betrieben in Bremen und Bremerhaven gleichermaßen zu Hause sei. Die Zeit für eine Handelskammer, die die gemeinsamen Herausforderungen für die Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven aufnimmt, sei reif gewesen. „Mit einer Stimme vertreten wir nun alle gewerblichen Unternehmen in Land Bremen.“

Mehr als 52 000 Betriebe sind das. Und für die gab es am Abend noch eine weitere gute Nachricht: Ihre Kammerbeiträge sinken. Das hatte das Plenum ebenfalls noch am Montag beschlossen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das den Angaben zufolge für die Unternehmen aus beiden Städten mittelfristig eine Beitragssenkung um insgesamt 1,8 Millionen Euro.

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Möglich wird dies, weil durch die Fusion der beiden Kammern nach eigenen Angaben Kosten eingespart werden. Das war eines der wichtigsten Zielen des Zusammenschlusses: Durch eine neu geschaffene Verwaltungsstruktur sollte die neue Wirtschaftsvertretung wirtschaftlicher werden. Das funktioniert unter anderem über einen – laut Kammer sozialverträglichen – Personalabbau. Schon in diesem Jahr kommt die Wirtschaftsvertretung laut Fonger mit sieben Prozent weniger Personal aus. Doppelstrukturen abbauen und Kosten senken – „darüber reden wir auch in der Politik intensivst“, sagte Bürgermeister Sieling. Aber egal was passiere, fügte er mit einem Augenzwinkern an, „die Selbstständigkeit beider Städte wird erhalten bleiben.“

Das neue Präsidium

◼ Die Plenarmitglieder haben am Montag nicht nur einen neuen Präses, sondern auch ein neues Präsidium gewählt. Dem Gremium gehören ab sofort an: Präses Harald Emigholz sowie die Vize-Präsides Eduard Dubbers-Albrecht, Wiebke Hamm, Torsten Köhne, Joachim Linnemann, Janina Marahrens-Hashagen, Peter Schöler, Christoph Weiss, Stephan Schulze-Aissen und Hans-Christoph Seewald. (bem)


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 06:43
„Aaaah“ „oooh“ sagt der/die Feuerwerker*in Sylvester 2019
💫💥☄️

„Uuuuh“ sagt die Umwelthilfe ...

Es sollte für‘s ...
rakase am 23.10.2019 03:13
Den grundsätzlichen Ärger über zugeparkte Strassen kann ich ja voll und ganz nachvollziehen, auch wir müssen teilweise ganzjährig einen Kilometer zum ...
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