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Helgoland macht sich fit für Windbranche

Anne-katrin Wehrmann 04.07.2013 0 Kommentare

Helgoland. Gleich drei Betreiber von Meereswindparks wollen künftig von Helgoland aus ihre Anlagen warten. Der für die Ansiedlung der Unternehmen notwendige Ausbau des Südhafens ist in vollem Gange.

Ziemlich genau ein Jahr ist es jetzt her, seit mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Sanierungsarbeiten auf dem insgesamt gut zehn Hektar großen Südhafengelände Helgolands begonnen haben. Inzwischen hat sich einiges getan: Die Baureifmachung der neu zu nutzenden Flächen ist abgeschlossen, die drei Betreiber von Offshore-Windparks im sogenannten Helgoland-Cluster haben ihre langjährig gepachteten Grundstücke an der Südkaje übernommen. Sie werden die Insel in Zukunft als Service- und Reaktionshafen nutzen, um von dort ihre Windenergieanlagen zu betreiben und zu warten.

Während RWE Innogy und WindMW, die seit September vorigen Jahres die Windparks "Nordsee Ost" beziehungsweise "Meerwind Süd/Ost" errichten, bereits mit dem Bau ihrer Werk- und Lagerhallen begonnen haben, will Eon Climate & Renewables jetzt damit starten. Das Unternehmen wird die ersten Fundamente für "Amrumbank West" nach aktuellen Planungen in einigen Monaten setzen und benötigt die Infrastruktur auf der Nordseeinsel daher erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Schon seit mehreren Jahren ist das Hafeninfrastrukturprojekt Thema auf Helgoland. Ursprünglich war es das vorrangige Ziel, den Frachtumschlag der Insel vom zentral gelegenen Binnenhafen in den Südhafen zu verlagern, um Anwohner und Gäste vor Lärmbelästigungen zu schützen. Da sich aber sowohl Süd- und Vorhafen (beide von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung als Schutz- und Sicherheitshafen ausgewiesen) als auch das anliegende Land im Eigentum des Bundes befanden, wurden Kaufverhandlungen fällig – und die erwiesen sich als langwierig. Als es Anfang 2009 die ersten konkreten Anfragen aus der Offshore-Windbranche gab, kam neue Dynamik in die Gespräche.

"Vernünftige zivile Nutzung"

Der damalige Bürgermeister Frank Botter brachte die Verhandlungen schließlich Ende August 2010, wenige Monate vor Ende seiner Amtszeit, zum Abschluss: Die Gemeinde übernahm vom Bund den Binnenhafen inklusive Kajen, einen Teil der Südkaje im Vorhafen und etwa zwei Drittel des früher militärisch genutzten Südhafengeländes, auf dem sich unter anderem ein Hubschrauberlandeplatz der Bundeswehr, der Tonnenhof und drei Gebäude des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Tönning sowie die Kläranlage der Insel befinden.

"Es ist spannend zu sehen, dass der Hafen jetzt endlich einer vernünftigen zivilen Nutzung zugeführt wird", sagt Botter, der mittlerweile für die Schramm Group, einen maritimen Dienstleister mit Sitz in Brunsbüttel, tätig ist und das Helgoländer Büro leitet. In seinem jetzigen Job könne er in die Praxis umsetzen, was er politisch eingefädelt habe: "Man bekommt nicht oft die Chance, innerhalb eines Entwicklungsprozesses die Seiten zu wechseln."

Eine seiner ersten Aufgaben in der neuen Funktion war es, den Bau zweier Wohnhäuser im Mittelland zu koordinieren, die Schramm errichtet hat und die bereits langfristig an RWE Innogy sowie den Windparkzulieferer Repower Systems vermietet sind. Die beiden Gebäude bieten insgesamt 30 Monteuren Unterkunft: Das erste ist Anfang Februar offiziell übergeben worden, das zweite soll im Juli folgen.

Um alle notwendigen Maßnahmen des Hafenprojekts miteinander zu verknüpfen, haben die Gemeinde Helgoland und die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg, zu dem die Insel gehört, 2011 die Hafenprojektgesellschaft Helgoland (HGH) gegründet. Sie soll das Projektmanagement sowie Planungs- und Steuerungsaufgaben übernehmen und außerdem die Hafenflächen vermarkten.

Geschäftsführer der HGH ist der gebürtiger Insulaner Peter Singer. Er sieht in der Ansiedlung der Offshore-Branche eine historische Chance für die Gemeinde, neben dem Tourismus und der Forschung ein weiteres wirtschaftliches Standbein aufzubauen. "Durch die neuen Arbeitsplätze wird für die Insel auch ein volkswirtschaftlicher Gewinn entstehen."

Interimslösung

Der HGH-Chef geht davon aus, dass die

Erschließung des Hafengebiets Ende August abgeschlossen sein wird. Weil der zurückliegende Winter auch auf Helgoland streng war, habe das Ganze ein paar Monate länger gedauert als ursprünglich geplant. Anschließend sollen bis Anfang 2015 die Südkaje ertüchtigt und die erforderlichen Wassertiefen im Vorhafen geschaffen werden, damit die Windparkbetreiber dort ihr Material umschlagen und Personalwechsel vornehmen können. Bis zum Abschluss der Arbeiten werden zumindest RWE und WindMW dafür auf die Kajen des WSA im Süd- beziehungsweise Vorhafen zurückgreifen müssen – die beiden Unternehmen haben für diese Zeit Übergangsflächen angemietet und nutzen die Insel schon jetzt zeitweise als Planungs- und Servicestützpunkt. Der Dritte im Bunde hingegen wird voraussichtlich keine Interimslösung benötigen. "Wenn nächstes Jahr die Hallen der drei Parkbetreiber und anschließend auch die Südkaje fertig sind, würde das für Eon zeitlich gut passen", glaubt Singer.

Mittlerweile hat die Gemeinde auch die restlichen Flächen des Südhafengeländes vom Bund gekauft. Insgesamt sind für die Umsetzung des Hafeninfrastrukturprojekts, zu dem auch die Sanierung des Binnenhafens gehört, knapp 30 Millionen Euro veranschlagt. Das Land Schleswig-Holstein übernimmt davon 13,5 Millionen Euro. Für den Bau der Gebäude sind die jeweiligen Unternehmen selbst zuständig. Ein guter Teil der Gesamtkosten ergibt sich dadurch, dass das Gelände stark mit Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg und den Jahren danach belastet war: Es musste daher zunächst aufwendig von Altlasten befreit werden. Im April wurden die Räumungsarbeiten schließlich abgeschlossen. Insgesamt waren in der mehrmonatigen Aktion Tausende Munitionsteile zum Vorschein gekommen, darunter 25 zum Teil noch funktionsfähige Bomben.


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Leserkommentare
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