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Sarah Ryglewski vertritt Bremen in Berlin
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Nachrückerin in der Hauptstadt

Wigbert Gerling 13.10.2015 1 Kommentar

Stammt aus Köln und hat in Bremen studiert: Sarah Ryglewski. Beide Städte betrachtet sie als Heimat. 
Stammt aus Köln und hat in Bremen studiert: Sarah Ryglewski. Beide Städte betrachtet sie als Heimat.  (Christina Kuhaupt)

Geahnt hatte sie es – schließlich gehört Sarah Ryglewski als stellvertretende sozialdemokratische Landesvorsitzende zum engen Parteikreis und ist mit internen Personalüberlegungen vertraut. Als der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling aber tatsächlich Bremer Bürgermeister wurde und sie damit in Berlin nachrückte, da musste sie doch schlucken.

In der Bundeshauptstadt ging sie in den SPD-Fraktionssaal und wurde den anderen 192 Abgeordneten vom Vorsitzenden Thomas Oppermann vorgestellt. Ihre Erinnerung an einen ihrer ersten Gedanken: „Was mache ich jetzt mit meinen Armen?“

Neu war das Niveau Bundestag. Mit der Politik war Sarah Ryglewski allerdings längst vertraut, als sie mit Platz zwei auf der SPD-Landesliste im Sommer das Mandat von Carsten Sieling übernahm. Der war am 15. Juli von der Bürgerschaft zum Nachfolger von Regierungschef Jens Böhrnsen gewählt worden. Sie gehört der Partei seit 2001 an, fünf Jahre später zog sie in den Landesvorstand der Jusos ein und wurde zwei Jahre später Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation in Bremen. „Das war eine nette Gruppe“, erinnert sie sich. Und in dieser Funktion konnte sie auch bereits Kontakte auf Bundesebene knüpfen.

Ein Leben zwischen Bremen und Köln

Sarah Ryglewski, Jahrgang 1983, stammt aus Köln. Sie kam nach dem Abitur zum Politik-Studium nach Bremen. Beide Städte betrachtet sie als ihre Heimat. Sie mag den SV Werder, räumt aber ein, dass ihr der 1. FC Köln vielleicht ein bisschen näher steht. Sie findet, dass Bremen eine schöne, lebenswerte Stadt ist. Als Bemerkung schließt sie an: „Aber wenn ich mit der Eisenbahn über die Rheinbrücken in Köln fahre, geht mir das Herz auf.“

Bei allen guten Gefühlen, die sie mit ihrer rheinischen Herkunft verbindet – als Bundestagsabgeordnete will Ryglewski, die von 2011 bis 2015 einen Sitz in der Bremischen Bürgerschaft hatte, „Politik für Bremen machen“. Und damit sie weiß, welche Anliegen die Bevölkerung der Hansestadt bewegen, hat sie sich vorgenommen, regelmäßig zu einem „roten Tisch“ einzuladen, zu einer Sprechstunde. Nicht nur in der Neustadt, wo sie wohnt, sondern an möglichst vielen Orten in der Stadt.

„Mir ist es wichtig, guten Kontakt zu Bremen zu halten.“ Das dürfe aber nicht so ausgelegt werden, dass sie damit auch eine Hab-Acht-Stellung einnehme, um einen Fuß in der Tür zu haben, wenn die Nachfolge von SPD-Landeschef Dieter Reinken entscheiden werde: „Das ist keine Option – ich will mich in Berlin richtig ’reinarbeiten.“ Vielmehr möchte sie auch über die Bundestagswahl 2017 hinaus Politik auf Bundesebene machen: „Ich trete wieder für ein Bundestagsmandat an.“

Zum Auftakt ihres politischen Engagements 2015 als Bundestagsabgeordnete hatte sich Ryglewski gewünscht, Carsten Sieling im Finanzausschuss zu beerben. Es klappte. Dort geht es unter anderem um die Schuldenbremse, die ab 2020 die Aufnahme zusätzlicher Kredite untersagen soll. „Sehr spannend“, so die Parteilinke.

Der Umzug nach Berlin steht an

Sarah Ryglewski hat in Berlin inzwischen einen festen Wohnsitz, noch nicht bezogen, aber angemietet. Bisher schläft sie in den meist zwei Berliner Wochen pro Monat in der bremischen Landesvertretung an der Hiroshimastraße am Südrand des Tiergartens. Vom Umzug in eine eigene Wohnung verspricht sie sich eine zusätzliche Portion Normalität. Einkaufen, Nachbarn kennenlernen – das soll dazu beitragen, der Drohung zu entgehen, vom „Raumschiff Bundestag“ vereinnahmt zu werden.

Zeitraubend, so hat sie gleich als Neuling erfahren, kann das Bundestagsmandat sein. Meistens so gegen 7 Uhr fängt der Tag an, so Sarah Ryglewski, der dann „nach Abendveranstaltungen gegen 23 Uhr zu Ende geht“. Manchmal sei die Taktfolge der Termine so eng, dass sie Wichtiges vergesse, auf das sie dann aber von Mitarbeitern aufmerksam gemacht werde: „Sarah, du hast noch kein Mittag gegessen!“


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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