
Die private Jacobs University in Bremen genießt einen guten wissenschaftlichen Ruf. Aus den jahrelangen finanziellen Problemen soll ein neues Konzept führen. Senat, Bürgerschaft und Jacobs Foundation üben den demonstrativen Schulterschluss.
Die finanziell angeschlagene private Jacobs University (JUB) in Bremen kann sich bei ihrem Sanierungskurs auf eine breite Unterstützung von Senat, Bürgerschaft und Jacobs Foundation stützen. Das wurde bei einer Sondersitzung von Wissenschaftsausschuss und Wirtschaftsdeputation der Bürgerschaft am Mittwoch in er JUB deutlich. Die Hochschule habe eine große Bedeutung für Bremen-Nord und die Hochschullandschaft des Landes, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). "Ich bin davon überzeugt, das es uns gelingen wird, die Uni so aufzustellen, dass sie zukunftsfähig ist."
Die neue Präsidentin der JUB, Katja Windt, stellte den Gremien ihren Sanierungsplan vor. Mit reduzierten Kosten und höheren Einnahmen soll es gelingen, ausgeglichene Haushalte aufzustellen. Das Personal werde um 23 Prozent verringert. Künftig soll es deutlich weniger Bachelor-Programme geben. Der größte Teil der bisherigen Master-Studiengänge werde aufgegeben, neue werden geschaffen. Die JUB soll vermehrt Kooperationen mit Unternehmen eingehen. Die Einnahmen aus Studiengebühren sollen erhöht und die Rückzahlung von Studiendarlehen beschleunigt werden.
Die JUB wird sich nach Windts Angaben künftig den drei wissenschaftlichen Bereichen Gesundheit, Mobilität und gesellschaftliche Vielfalt widmen. "Wir werden uns forschungsorientiert auf Schwerpunkte konzentrieren." Die Führungsgremien der Universität sollen schlanker und effizienter organisiert werden.
Sandro Giuliani von der Jacobs Foundation in der Schweiz, die die Anschubfinzierung für die JUB geleistet hatte, sicherte die weitere Unterstützung seines Hauses zu. Die Stiftung sei davon überzeugt, dass es richtig ist, auch nach 2018 jährlich umgerechnet acht Millionen Euro zu geben. "Wir denken, dass die Jacobs University eine Perle ist, eine Chance aufzuzeigen, wie privat-öffentliche Kooperation geht."
In einem trilateralen Vertrag hatten sich die JUB, die Jacobs Foundation und Bremen auf eine Finanzierung für die nächsten Jahre und ein Sanierungskonzept geeinigt. Aus dem Bremen Haushalt fließen bis 2017 jährlich drei Millionen Euro. Windts Vorgänger, Heinz-Otto Peitken, war zum Jahresende zurückgetreten, weil seine Sanierungsvorschläge in den Gremien keine Zustimmung gefunden hatten.
Ausschussmitglieder aller Fraktionen signalisierten Unterstützung für die Sanierung. Der Linken-Abgeordnete Klaus-Rainer Rupp machte allerdings ein Fragezeichen hinter den Einnahmeerwartungen der Präsidentin. Windt räumte ein, dass die vorgesehenen Steigerungen von sieben Prozent jährlich ambitioniert seien. Es gebe Risiken, aber die Ziele seien nicht unrealistisch. (dpa)
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