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Absatzzahlen lassen Mercedes hoffen

Stefan Lakeband 07.08.2019 0 Kommentare

Wieder einen Fuß in der Tür: Im Juni hat Mercedes auf allen Märkten mehr Autos verkauft.
Wieder einen Fuß in der Tür: Im Juni hat Mercedes auf allen Märkten mehr Autos verkauft. (Weissbrod/dpa)

Der Juli lässt Mercedes hoffen. Denn nach einem schwachen ersten Halbjahr hat der Autobauer im vergangenen Monat wieder mehr Autos verkauft. Man habe einen „neuen Absatzrekord“ gebrochen, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des Konzerns. Noch nie zuvor seien so viele Autos in einem Juli verkauft worden wie jetzt. Zugelegt hat Mercedes vor allem bei den Modellen der A- und B-Klasse, deren Verkäufe zuletzt eher schleppend verliefen, da es vor nicht allzu langer Zeit einen Modellwechsel gab.

Auch von der C-Klasse, für deren Produktion Bremen das weltweite Leitwerk ist, wurden im Juli deutlich mehr Fahrzeuge verkauft; bei der Limousine und dem T-Modell wuchs der Absatz um jeweils zehn Prozent. „Wir sind mit dem Quartalsauftakt sehr zufrieden“, sagt Daimler-Vorständin Britta Seeger. „Der beste Juli aller Zeiten beim Absatz von Mercedes-Benz bestätigt unsere positiven Erwartungen für die kommenden Monate.“

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Dass die Mercedes-Führung positiv in die Zukunft blicken kann, ist nicht selbstverständlich: Viermal innerhalb von 13 Monaten musste Daimler seine Gewinnprognosen senken, davon zweimal allein diesen Sommer. Für Ola Kallänius, der erst Ende Mai den Chefposten bei Daimler von Dieter Zetsche übernommen hatte, war das kein leichter Einstieg. Aber auch er zeigte zuletzt seine Zuversicht: „Wir erwarten eine starke Verbesserung im zweiten Halbjahr, weil wir ein starkes Produktportfolio haben. Unsere Pipeline ist voll“, zitiert ihn die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Die Absatzprobleme, gegen die der Premiumhersteller im ersten Halbjahr kämpfen musste, hatten mehrere Gründe: Schuld waren neben dem Modellwechsel, der viele Käufer hat abwarten lassen, auch ein Brand bei einem US-Zulieferer, der zu Verzögerungen bei der SUV-Produktion geführt hat. Zusätzliche Komplikationen bereiteten zudem die Zulassungsbeschränkungen für einige Dieselmodelle wegen möglicher Abgasmanipulation sowie die Umstellung auf das neue Abgasprüfverfahren WLTP.

Wie sehr Mercedes darunter gelitten hat, zeigt sich in der Bilanz für das bisherige Jahr. Auch wenn das Unternehmen im Juli in allen Märkten teilweise deutlich mehr als zehn Prozent zugelegt hat, so steht unter dem Strich für einige Regionen noch immer ein Minus für das Jahr 2019. Vor allem in Europa (-2,1 Prozent), Asien (-1,2) und den USA (-3,8) hat das Unternehmen deutlich weniger Autos verkauft als im selben Zeitraum 2018. Lediglich in China hat Mercedes seinen Absatz um 2,1 Prozent steigern können. Im Heimatmarkt Deutschland liegen die Verkäufe auf Vorjahresniveau.

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Hohe Rabatte sollen helfen

Insgesamt hat Mercedes in den ersten sieben Monaten 1,32 Millionen Autos verkauft, was einem Minus von 2,4 Prozent entspricht. Inklusive der Kleinwagenmarke Smart beträgt der Rückgang 2,8 Prozent auf 1,39 Millionen Autos. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern einen Absatz auf dem Niveau des Vorjahres an. Der Konzern muss seine Verkäufe also weiterhin steigern.

Ob mit den guten Juli-Zahlen aber die Trendwende für Mercedes erreicht ist, ist fraglich. Denn vieles deutet darauf hin, dass sich weltweit die Konjunktur abkühlt – was früher oder später auch die Autobauer spüren werden. Besonders im wichtigen, chinesischen Markt gab es deutliche Anzeichen, dass sich die Käufer zurückhalten. Auch hier wird sich noch zeigen, ob die guten Mercedes-Zahlen aus Juli nur eine Ausnahme waren – oder doch zur Regel werden.

Kämpfen müssen die Stuttgarter auch noch mit den Folgen des Dieselskandals. Hierfür hat der Autobauer bereits hohe Rückstellungen gebildet. Immerhin hat das Kraftfahrtbundesamt nun die Betriebserlaubnis zur Nachrüstung von Dieselautos von Mercedes erteilt. Der Konzern will sich mit jeweils bis zu 3000 Euro an den Kosten für die Hardware-Nachrüstung beteiligen.

Allerdings ist die Abschwächung der Wirtschaft ein Problem, vor dem alle Autobauer stehen. Viele reagieren mit hohen Rabatten darauf, wie aus einer Studie des Car-Centers der Universität Duisburg-Essen hervorgeht. „Die Neuwagen-Rabatte steigen trotz Urlaubszeit wieder an“, schreibt Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer. „Dies ist ein deutliches Zeichen für einen schwerer werdenden Automarkt.“

Das Nordwerk.
Mercedes Benz Werk Bremen - Stadt in der Stadt - Arztpraxis mit Dr. Boris Rulik
Mercedes Benz Werk Bremen - Stadt in der Stadt - Werksfeuerwehr
Mercedes Benz Werk Bremen - Stadt in der Stadt - Imkerei und Imker Thomas Becker
Fotostrecke: So geht es im Bremer Mercedes-Werk zu

Durchschnittlich gewährten die Hersteller ihren Kunden in Deutschland 13,7 Prozent Rabatt, heißt es in der Untersuchung des Car-Centers – etwas mehr als noch ein Jahr zuvor. Bei den Nachlässen auf ihre Fahrzeuge stechen besonders die Marken Peugeot, Renault, Seat, Mini, Ford und Suzuki hervor.

Unter den Top Ten befindet sich auch der Mini One. Hier gewährt der Hersteller einen Nachlass von bis zu 6000 Euro – bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp unter 20 000 Euro. Und auch der Anteil der Eigenzulassungen sei mit rund 27 Prozent höher als sonst zu dieser Jahreszeit, stellt die Analyse fest.

Hersteller und Händler nutzen die Eigenzulassung häufig, um Autos nach einiger Zeit als junge Gebrauchte oder Tageszulassungen mit hohen Rabatten wieder auf den Markt zu bringen. Bei Mercedes lag die Quote der Eigenzulassungen im ersten Halbjahr 2019 bei etwa 28 Prozent.

Zur Sache

Porsche SE steigert dank VW den Gewinn

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE hat trotz eines neuen Bußgelds im Zusammenhang mit dem Dieselskandal im Volkswagen-Konzern ihren Gewinn im ersten Halbjahr deutlich erhöht. Nach Steuern lag das Ergebnis bei 2,38 Milliarden Euro, wie die Holding am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es 1,9 Milliarden Euro. Der Gewinn der Porsche SE ergibt sich zum allergrößten Teil aus der Bewertung der VW-Anteile – und die hatte die Holding in diesem Jahr auf gut 53 Prozent aufgestockt. Der VW-Konzern hatte unterm Strich im ersten Halbjahr mit 7,2 Milliarden Euro 8,4 Prozent mehr verdient als im Vorjahreszeitraum.

Zwar hatte die VW-Tochter, der Sportwagenbauer Porsche AG, im zweiten Quartal einen Bußgeldbescheid im Zusammenhang mit dem Dieselskandal über rund 500 Millionen Euro kassiert. Vor einem Jahr hatte die Dieselaffäre die Bilanz aber mit noch höheren Sonderkosten belastet. Insgesamt geht die Porsche Holding für 2019 weiterhin von einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 3,4 Milliarden bis 4,4 Milliarden Euro aus. Im Jahr 2018 waren es rund 3,5 Milliarden Euro.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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