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Arbeitslosenquote in Bremen sinkt auf rund neun Prozent

29.11.2018 0 Kommentare

Im Baugewerbe gibt es im Land Bremen eine hohe Personalnachfrage.
Im Baugewerbe gibt es im Land Bremen eine hohe Personalnachfrage. (Patrick Pleul / dpa)

Es sind Nachrichten, die den Chef der Bremer Arbeitsagentur, Joachim Ossmann, positiv stimmen. Denn zum einen ist die Arbeitslosenquote sowohl in der Stadt als auch im Land Bremen gesunken. Zum anderen steigt die Zahl der Geflüchteten, die eine sozialversicherungspflichtige Arbeit haben oder mit einer Ausbildung gestartet sind.

In der Hansestadt waren im November 26 466 Personen ohne Job. Das entspricht einer Quote von 8,9 Prozent. Damit sank die Arbeitslosenquote gegenüber Oktober noch mal um 0,1 Prozentpunkte und gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Punkte. Ossmann sagte: "Das ist in Bremen die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1992. Gleichzeitig ist damit der psychologisch wichtige Schwellenwert von neun Prozent unterschritten." Ähnlich entwickeln sich auch die Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven.

Dort sank die Quote im November um 0,3 Punkte auf 11,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr waren das 0,6 Prozentpunkte weniger. Arbeitsagentur-Chef Joachim Ossmann sieht als Grund die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: "Der Stellenzugang seit Jahresbeginn liegt über dem Vorjahresniveau. In einzelnen Branchen wie zum Beispiel dem Bau, dem verarbeitenden Gewerbe, der Gastronomie- und dem Sozialwesen hat es gegenüber dem Vormonat eine Steigerung der Fachkräftenachfrage gegeben." In Bremen waren der Arbeitsagentur im November 6218 freie Jobs gemeldet – davon sind mehr als die Hälfte seit drei Monaten und länger unbesetzt.

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In Niedersachsen drückten die stabile Wirtschaftslage und eine spürbare Herbstbelebung die Arbeitslosenquote erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung auf unter fünf Prozent. Sie sank imNovember auf 4,9 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit und sprach von einem "historischen Tief". Landesweit waren in Niedersachsen 212 441 Menschen arbeitslos gemeldet – 1,1 Prozent weniger als im Vormonat und 7,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. "In diesem Herbst steht der niedersächsische Arbeitsmarkt besser da denn je", sagte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen, Bärbel Höltzen-Schoh.

Von den Impulsen des Arbeitsmarkts profitieren auch die Geflüchteten. So gab es im Land Bremen Ende März 2695 Geflüchtete mit einem sozialversicherungspflichtigen Job, wie die Bilanz der Arbeitsagentur am Donnerstag gezeigt hat. Das waren knapp 64 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Ein Drittel von ihnen hat seinen Job in der Leiharbeit, wovon laut Ossmann ein Großteil wohl dem verarbeitenden Gewerbe zuzuschlagen ist: "Insgesamt zeigen die Zahlen, dass es vorangeht." Nach Angaben des Innenressorts gab es Ende Oktober im Land Bremen knapp 18 000 Geflüchtete mit einer Aufenthaltserlaubnis oder einer Niederlassungserlaubnis. Ihre Familienangehörigen, die nachträglich eingereist sind, werden hier nicht extra ausgewiesen.

290 Geflüchtete befinden sich derzeit in einer Ausbildung

Die Jobzahlen aus dem März sind die aktuellsten, weil die Arbeitsagentur nach eigenen Angaben die Zahlen bei den Krankenkassen abgefragt hat, um auf diese Weise zu den Werten zu kommen. Außerdem befinden sich derzeit 290 Geflüchtete in einer Ausbildung. Im März 2017 waren es noch 148. Die Geflüchteten sind an Arbeitsplätzen quer durch alle Branchen zu finden. "Das ist in etwa deckungsgleich mit der Verteilung der jungen deutschen Auszubildenden", sagte Ossmann.

Ein Zulieferer von Daimler beschäftigt inzwischen etwa 100 Geflüchtete. "Einige mussten am Anfang mit dem Tempo klarkommen, mit dem dort gearbeitet wird", sagt Angela Touré. Sie und ihre fünf Kollegen bei der Arbeitsagentur unterstützen die Geflüchteten, die nicht schon vom Jobcenter betreut werden. Touré ergänzt: "Erst hatte beim Zulieferer ein Mann aus Eritrea angefangen, dann folgten weitere. Sie haben sich dann gegenseitig eingearbeitet."

Touré berichtet auch von einem Juristen aus Afghanistan. Über ein Praktikum kam er zu einer Firma für Sanitär, Heizung und Klima. Dort ist er inzwischen Auszubildender im zweiten Berufsjahr. Touré stellt fest, wie hoch motiviert die Geflüchteten sind: "Zu Terminen bei uns sind die meisten schon 15 Minuten vorher da.

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Viele von ihnen kennen es aus ihrer Heimat überhaupt nicht, dass sie sich aussuchen können, was sie denn arbeiten wollen." Touré und ihre Kollegen achten dabei darauf, dass die Geflüchteten mit ihren Fertigkeiten gut unterkommen: "Wer in seinem Heimatland als Goldschmied gearbeitet hat, hat zum Beispiel die Fingerfertigkeit, ebenso als Feinmechaniker arbeiten zu können."

Es gibt auch eine Reihe von Geflüchteten, die als Geringverdiener arbeiten, obwohl sie gegenüber ihrer finanziellen Unterstützung dadurch kaum einen Vorteil hätten, wie der Arbeitsagentur-Chef erläutert: "Sie wollen arbeiten und kommen bei der Arbeit mit anderen Menschen in Kontakt und können so Netzwerke knüpfen." Die persönlichen Netzwerke in der Hansestadt helfen ebenso Angela Touré und ihren Kollegen, die Geflüchteten zu vermitteln. Durch die positiven Erfahrungen haben die Anfragen von Betrieben nach weiteren Geflüchteten zugenommen.

Dass immer mehr Geflüchtete in einen Job finden, das ist laut Ossmann auch der Mühe der vielen ehrenamtlichen Helfer im Land Bremen zu verdanken. Die beste Option für die Menschen fern der Heimat sei immer noch die Ausbildung. Gleichzeitig stellt er klar: "Diese Maßnahmen, mit denen wir die Geflüchteten in Arbeit bringen, stehen genauso unseren deutschen Kunden zur Verfügung." Hier werde keiner bevorzugt.


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Leserkommentare
suziwolf am 18.10.2019 17:40
@Posaune ...

Es kann aber [doch] sein,
dass aus „Luftschlössern“
... „Lustschlösser“ werden.

Im Sinne von ...
suziwolf am 18.10.2019 17:36
@s+j ...

Martinistrasse 🚲🚲🚲🚲🚲🚲🚲🚲🚲

Osterdeich 🚶🏻‍♂️🏃🏼‍♂️🚶🏻‍♀️🕺🚶🏻‍♂️🕺🏃🏼‍♂️🚶🏻‍♀️🕺

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