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Areal der Sparkasse Bremen Am Brill ist verkauft

Lisa Boekhoff 13.11.2017 14 Kommentare

Das Gebäude der Sparkasse Bremen an der Kreuzung Am Brill.
Das Gebäude der Sparkasse Bremen an der Kreuzung Am Brill. (Jochen Stoss)

Der 30. September 2020 könnte ein emotionaler Tag für die Mitarbeiter der Sparkasse Bremen werden. Denn an diesem Mittwoch soll das Geldinstitut komplett aus seinem Hauptsitz am Brill ausgezogen sein. Wie es dann mit dem riesigen Areal in der Innenstadt weitergeht, das steht noch nicht genau fest. Klar ist jedoch, wer dort ein Konzept umsetzen will: Am Montag gab die Sparkasse bekannt, dass die israelische Investorengruppe der Familie Schapira das Gelände gekauft hat. „Für uns als Bremer Bürger ist das ein wirklich guter Investor, von dem ich mir sehr viel erhoffe“, sagt Tim Nesemann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bremen. Schon seit vielen Jahren arbeite man mit der Familie als Finanzierer zusammen und kenne deren Portfolio. „Das hat uns schon immer überzeugt.“

Wohnen, Arbeiten, Einkaufen

Die Familie Schapira könne einerseits sehr schnell das große Investitionsvolumen aufbringen, um in den nächsten Jahren rasch zu Ergebnissen zu kommen, so Nesemann. Schließlich müsse am Standort von 11 000 Quadratmetern Größe eine Summe von 200 bis 300 Millionen Euro investiert werden. „Da braucht man jemanden, der das kann.“ Zudem habe die Sparkasse einen Investorgesucht, der nachhaltiges Interesse an der Immobilie und dem Gelände habe. Etwa 20 Kaufinteressenten seien dazu in der Lage gewesen, am meisten überzeugt habe jedoch das Engagement von Schapira. „Wir sind sicher, dass wir durch den Verkauf unseres citynahen Geländes an die Familie Schapira einen Beitrag zur Attraktivität der Bremer Innenstadt leisten können. Wir brauchen jemanden, der über viele Dekaden denkt. So kennen wir die Familie.“ Zum Kaufpreis will Nesemann sich nicht äußern, dazu habe man Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach soll die Sparkasse 50 Millionen Euro aufgerufen haben.

Wohnen, Arbeiten, Einkaufen – auf dem Areal will Schapira diese Mischnutzung laut Nesemann umsetzen. Denn das sei langfristig für den Investor sinnvoll und zugleich für Bremen. „Die Mischnutzung wird es ausmachen, dass der Standort hier und damit die Innenstadt wieder an Attraktivität gewinnt.“ Daran habe auch die Sparkasse großes Interesse: „Nur wenn die Stadt attraktiv ist, haben wir eine gute Existenzgrundlage für unser Wirtschaftsleben als Sparkasse.“

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Brüder Schapira sind keine unbekannten

Der historische Eingangsbereich und die Kassenhalle der Bank stehen unter Denkmalschutz. Alle weiteren Gebäude auf dem großen Gelände stehen nun dagegen zur Disposition. „Ich würde alle Gebäude abreißen – außer dem denkmalgeschützten Teil. Den Rest zu erhalten, macht aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn“, sagt Nesemann. Im schmucken historischen Abschnitt direkt am Brill will die Sparkasse auch in Zukunft eine Filiale behalten und hat sich mit der Familie Schapira bereits auf eine dauerhafte Miete geeinigt. Der Hauptsitz soll jedoch in den Technologiepark an die Universität Bremen verlegt werden. Das gab das Unternehmen schon Ende 2016 bekannt. Seit der vergangenen Woche soll eine Reservierungszusage für ein 7200 Quadratmeter großes Grundstück an der Universitätsallee vorliegen. Dort soll ein zeitgemäßes Verwaltungsgebäude entstehen. Im Jahr 2020 soll der Umzug geschafft sein: „Wir sind überzeugt, dass hier am Tag danach die Bagger rollen.“ Klar könne es Verzögerungen geben, aber: „Ich habe schon die Hoffnung, dass wir hier spätestens 2025 bummeln können.“

Hinter der Schapira Group stehen die Brüder Pinchas und Samuel Schapira. In Bremen sind sie keine Unbekannten. Das DHL-Gebäude im Güterverkehrzentrum und das Areal um die Stadtbibliothek am Wall haben die Schapiras projektiert und sind in deren Besitz. In der Vergangenheit hat die Gruppe bereits in Magdeburg, Karlsruhe und Krefeld investiert – durchaus im größeren Stil in Einkaufscenter mit zusätzlicher Nutzung. Sandra Ludwig, für Jones Lang LaSalle zuständig für die Region, kennt die Brüder gut: Die Familie Schapira gehört zu den Kunden des Immobilienberatungsunternehmens. Die Gruppe investiere langfristig, bestätigt auch die Expertin: „Ich denke, dass sie einen Plan für Bremen haben.“ Überrascht ist Ludwig aber, dass nun kein Bremer das Areal kauft. „Wenn ich hätte wetten sollen, hätte ich auf einen Bremer Käufer gesetzt.“ Schließlich seien die Investoren der Stadt rege, es passiere derzeit viel. Vor allem an einen Unternehmer denkt Ludwig wegen seiner Pläne für Bremen: „Ich bin mir sicher, dass Kurt Zech sich das Areal angeschaut hat.“ Es könne nur am Preis liegen, dass er es doch nicht gekauft hat.

Bürger diskutieren Pläne

Um das Areal am Brill künftig wie angedacht für Wohnungen, Einzelhandel und Büros nutzen zu können, ist laut Bausenator Joachim Lohse (Grüne) ein neuer Bebauungsplan notwendig. Denn bisher ist am Standort zum Beispiel noch ausgeschlossen, dort zu leben. Die Sparkasse Bremen und die Stadt haben sich deshalb bereits im Vorfeld des Verkaufs auf ein sogenanntes Werkstattverfahren mit Bürgerbeteiligung geeinigt. "Die Wünsche und der Bedarf der Stadtgesellschaft sollen berücksichtigt werden. Es geht nicht nur um Gebäude, sondern immer auch um Plätze und Wege des öffentlichen Raums", erklärt Lohse das Vorgehen. Es sei dabei etwa auch möglich, dass weitere Parkplätze auf dem Areal entstehen, sollte das Parkhaus Mitte tatsächlich abgerissen werden.

Am Montagabend gab es den Auftakt zum Werkstattverfahren. Bürger diskutierten zu verschiedenen Fragestellungen in Anschluss an Vorträge. Senatsbaudirektorin Iris Reuther und die drei beteiligten Architektenteams sprachen dabei zunächst. Die Büros sollen Ideen entwickeln, wie das Gelände nach dem Wegzug der Sparkasse aussehen kann. Lohse betont, dass der Rahmen, der im Verfahren erarbeitet wird, am Ende auch zu den Plänen des Investors passen soll. Damit soll vermieden werden, dass wie damals beim Lloydhof Investoren verschreckt werden. "Am Ende findet man bei zu vielen Auflagen keinen mehr, der es macht."

++ Dieser Artikel wurde am 13. November um 23.17 aktualisiert ++


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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