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Gewinneinbruch bei Continental
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Autozulieferer streichen Jobs in der Region

Lisa Boekhoff 07.08.2019 0 Kommentare

Autozulieferer im Nordwesten verzeichnen Rückgänge.
Autozulieferer im Nordwesten verzeichnen Rückgänge. (Jens Kalaene/dpa)

Die Zulieferer der Automobilindustrie geraten zunehmend in Schwierigkeiten. Continental kündigte am Mittwoch angesichts eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal ein Sparprogramm an: Stellen sollen gestrichen, Investitionen in Technik für den Verbrennungsmotor gekappt werden. Die schlechten Nachrichten der Zulieferer reißen dieser Tage nicht ab.

Immer mehr trifft sie die Krise der Hersteller. Werke in Bremen und der Region spüren die Folgen ebenfalls. Das Marktumfeld sei „sehr herausfordernd“, sagte Elmar Degenhart, Chef des Autozulieferers und Reifenherstellers Conti mit Sitz in Hannover. Während die Konjunktur schwächelt, ist die Branche gezwungen, in neue Antriebe und in die Digitalisierung zu investieren. Das erzeugt auf beiden Seiten Kostendruck.

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Schon am Dienstag hatte Bosch mitgeteilt, dass der Abschwung Jobs kosten werde. In Bremen produziert der weltweit größte Autozulieferer Lenksäulen. Hier läuft bereits seit 2018 ein Stellenabbau von 390 auf 200 Mitarbeiter. „Die wirtschaftliche Situation des Werks in Bremen ist aufgrund des hohen Preis- und Kostendrucks im Markt seit Jahren schwierig“, teilte dazu eine Sprecherin mit.

„Wir spüren die Flaute auf dem Automobilmarkt“, sagte auch Markus Richter, Sprecher von Hella, dem Hersteller vor allem von Beleuchtung und Elektronik mit Sitz in Lippstadt. In Bremen produziert das Unternehmen Sensoren für verschiedene Hersteller. 500 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Derzeit gebe es noch keine konkreten Auswirkungen angesichts des Rückgangs der Automobilproduktion, so Richter, die Zeitkonten der Belegschaft würden gerade eher ab- als aufgebaut. Allerdings gebe es zugleich enorme Unsicherheiten am Markt – auch aufgrund des Brexits und des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

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Im Bremer Werk von Brose macht sich die abschwächende Konjunktur in der Automobilindustrie bereits bemerkbar. Allerdings komme man von einem hohen Niveau, teilte die Sprecherin der Gruppe, Katja Herrmann, mit. Die Fertigung von Türsystemen sei etwas zurückgegangen. Jeden Tag produzierten die rund 160 Mitarbeiter diese für bis zu 1900 Fahrzeuge.

Insgesamt sieht sich die Gruppe zu Einsparungen gezwungen. Neben der weltweit schwierigen Konjunkturlage und dem Wandel in der Automobilbranche gebe es zugleich einen hohen Preisdruck. Als Hersteller im Bereich Sitze, Türen sowie Elektromotoren und Elektronik sei man jedoch unabhängig von der Antriebstechnologie der Fahrzeuge. „Daher sehen wir in den neuen Mobilitätstrends mehr Chancen als Risiken.“

In Bremen arbeiten nach Angaben des Wirtschaftsressorts 4000 Beschäftigte in der Zulieferindustrie. „Der Automobilstandort konzentriert sich natürlich rund um das Mercedes-Werk“, sagte Hans-Georg Tschupke, Leiter der Abteilung Industrie und Innovation. Das Werk stelle eine breite Palette an Autos her. Das streue das Risiko. Klar sei jedoch: „Die Zulieferer hier spüren sofort schwankende Marktzahlen.“ Im Kern handele es sich in Bremen um ein Montagewerk. Die Zulieferer, rund 40 Unternehmen, seien darauf abgestimmt. Weil die Produktion von Motoren und Getriebe hier deshalb weniger verbreitet sei, gebe es weniger Druck aufgrund neuer Antriebsarten.

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Anders ist das bei Boysen Abgassysteme in Achim (BAA): Die Produktion hängt an den Verbrennern. Die Erwartungen an das kommende Jahr habe man gesenkt, sagte Thomas Schreck, kaufmännischer Leiter des Werks. „Wir klagen aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.“ Das Unternehmen produziert zu 95 Prozent für Mercedes. „Wenn Daimler hustet, dann haben wir Schnupfen“, so Schreck.

In der Vergangenheit sei der Standort des Abgasspezialisten Boysen aus Baden-Württemberg mit dem Hersteller kräftig gewachsen. Nun sei die Produktion etwas geringer. Erholung gab es für den Konzern aus Stuttgart im Juli: Daimler verzeichnete einen neuen Absatzrekord für den Monat.

Sorgen bereiten IG-Metall-Bremen-Geschäftsführer Volker Stahmann die Pläne des Werks in Bremen nicht. Die Produktion sei weiter hoch. Im Moment liefen in der Automobilindustrie mehrere Entwicklungen pa­rallel: wie die E-Mobilität nachgefragt werde, welche Auswirkung die Digitalisierung auch auf die Beschäftigung habe. „Das macht es schwierig zu beurteilen, wohin die Reise geht.“


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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