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Höhere Rendite für Immobilienanleger
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Bremen schlägt München

Stefan Lakeband 03.05.2019 4 Kommentare

Blick auf den Bremer Westen: In der Hansestadt lohnen sich Immobilien als Kapitalanlage mehr als in anderen Städten.
Blick auf den Bremer Westen: In der Hansestadt lohnen sich Immobilien als Kapitalanlage mehr als in anderen Städten. (Karsten Klama)

Wer mit Häusern und Wohnungen Geld verdienen will, für den dürfte Bremen attraktiv sein. Denn die Stadt bietet Anlegern eine vergleichsweise hohe Rendite, wie aus einer Untersuchung des Portals Immowelt hervorgeht. Demnach sind Immobilien in Bremen lukrativer als etwa in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München.

Im Schnitt konnten Bremer Immobilienbesitzer 2018 mit einer Bruttorendite von 4,8 Prozent rechnen, wenn sie Wohnung und Haus nicht selbst nutzten, sondern vermieteten. Das ist zwar immer noch mehr als bei etlichen anderen Geldanlagen, gleichzeitig zeigt sich aber, dass der Markt an Fahrt verliert.

Die Bruttorendite erhält man, wenn man die jährlichen Mieteinnahmen ins Verhältnis zum Marktwert der Immobilie setzt. Steigen die Immobilienpreise stärker als die Mieten, so sinkt die Rendite. Ist es anders herum, steigt sie. Laufende Aufwendungen wie Verwaltungs- und Instandhaltungskosten oder Steuern werden bei der Berechnung allerdings nicht berücksichtigt.

In weiten Teilen Deutschlands sind die Kaufpreise für Häuser und Wohnung zuletzt stärker gestiegen als die Mietpreise. Eine Übersicht von Immowelt zeigt daher, dass in 34 von 40 ausgewählten deutschen Großstädten die Renditen seit dem vergangenen Jahr gesunken oder gleich geblieben sind. In Bremen lag bereits 2017 die Durchschnittsrendite bei 4,8 Prozent. Hannover kommt auf einen Wert von 4,3 Prozent für das vergangene Jahr – nach 4,5 im Jahr 2017. In deutschen Metropolen wie München (3,1 Prozent), Hamburg (3,3 Prozent) und Berlin (3,6 Prozent) ist die Rendite geringer.

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Laut Untersuchung seien diese Märkte für „risikoscheue Immobilienkäufer“ geeignet. Denn hier ist die Wahrscheinlichkeit, Mieter für seine Immobilien zu finden, sehr hoch. Allerdings zeigt sich ein anderes Problem: In München gibt es fast keinen Leerstand mehr, und die extrem hohe Nachfrage hat dazu geführt, dass die Kaufpreise deutlich stärker gewachsen sind als die Mieten. Ähnliches lässt sich in Berlin, Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt am Main beobachten.

In Ostdeutschland stechen Magdeburg und Cottbus hervor

Am besten schneiden laut Studie Städte im Osten Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen ab. In Duisburg werden Eigentumswohnungen beispielsweise im Median für 1080 Euro pro Quadratmeter angeboten, während sich die Neuvertragsmieten auf sechs Euro pro Quadratmeter belaufen. Daraus ergibt sich mit 6,7 Prozent die höchste Bruttorendite aller untersuchten Städte. Gleichzeitig ist dort aber auch das Risiko für Immobilienanleger höher, da die Nachfrage nach Wohnraum geringer als in anderen Ballungsgebieten ist, die Arbeitslosigkeit hoch und die Löhne gering sind. Mietausfälle sind daher in Duisburg wahrscheinlicher als etwa in Hamburg. Neben Duisburg sind noch in weiteren Großstädten in Nordrhein-Westfalen lukrative Einnahmen möglich. Dazu zählen Wuppertal (6,6 Prozent) oder Mönchengladbach (6,4 Prozent). In Dortmund, Bochum und Essen sind die Renditen zwar etwas niedriger. Mit knapp sechs Prozent liegen aber alle drei Städte unter den Top Ten in Deutschland.

In Ostdeutschland stechen besonders Magdeburg (6,3 Prozent) und Cottbus (5,1 Prozent) durch hohe Rendite hervor. Wegen der sehr niedrigen Kaufpreise liegt Chemnitz mit einer Bruttorendite von 6,5 Prozent an der Spitze. Laut Immowelt hat die Stadt allerdings auch den größten Leerstand deutschlandweit.

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Wer aber seine Immobilie selbst bewohnt, darf sich ebenso vielerorts über einen Wertzuwachs freuen. Das ist das Ergebnis aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): „In 94 Prozent der Regionen sind die Preise in den vergangenen fünf Jahren um mindestens zehn Prozent gestiegen.“ Besonders fallen da Wildeshausen und Vechta auf: Laut IW sind hier die Preise für Eigenheimbesitzer zwischen 2013 und 2018 um 59 Prozent gewachsen.

Die Postbank hat zudem in ihrem Wohnatlas 2019 festgestellt, dass bis mindestens 2030 die Preise für die meisten Immobilien weiter zunehmen werden – vor allem in Ballungsräumen und den angrenzenden Gebieten. In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Städte und Landkreise könnten Immobilienverkäufer mit Gewinnen rechnen, in 186 Regionen falle hingegen der Preis.

Die steigenden Kosten für einen Haus- oder Wohnungskauf führen jedoch zu einem anderen Problem. Trotz der historisch niedrigen Zinsen kann sich längst nicht jeder eine Immobilie leisten. „Angesichts dieser Preisentwicklung wollen sich viel mehr Menschen eine Wohnung oder ein Haus kaufen“, sagt der IW-Ökonom Michael Voigtländer. „Doch in den meisten Fällen dürfte das Startkapital fehlen.“ Wer ein Haus kauft, muss nicht nur Eigenkapital für die Finanzierung aufbringen, sondern auch Maklerprovision, Notargebühren, Grundbuchkosten und Grunderwerbssteuer zahlen. Voigtländer sieht darin laut „Handelsblatt“ ein gesellschaftliches Problem: „Die Chancen am Immobilienmarkt hängen zunehmend davon ab, ob Eltern schon Eigentum besitzen.“ Immer häufiger komme es beim Hauskauf auf eine Erbschaft an oder darauf, dass Eltern ihre selbst genutzten Immobilien als Sicherheit beleihen können.

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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...
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