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Bremen will die Brebau übernehmen

Jürgen Hinrichs 02.05.2017 10 Kommentare

Laut Bürgermeister Carsten Sieling soll die zweitgrößte Wohnungsbaugesellschaft in Bremen, die Brebau, komplett in die öffentliche Hand übergehen. Die Sparkasse Bremen besitzt zurzeit noch die Hälfte der Anteile.

Die Pläne von Bürgermeister Carsten Sieling im Zusammenhang mit der Brebau, geschehen vor dem Hintergrund, dass die Stadt dringend neuen Wohnraum benötigt.
Die Pläne von Bürgermeister Carsten Sieling im Zusammenhang mit der Brebau, geschehen vor dem Hintergrund, dass die Stadt dringend neuen Wohnraum benötigt. (Frank Thomas Koch)

Die Brebau, mit knapp 6000 Einheiten die zweitgrößte Wohnungsgesellschaft in Bremen, soll komplett in die öffentliche Hand übergehen. Das ist der Plan von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Wie Sieling gegenüber dem WESER-KURIER erklärte, laufen Gespräche mit der Sparkasse Bremen, die zurzeit noch die Hälfte der Anteile besitzt.

Die andere Hälfte gehört der Stadt. „Ich erhoffe mir mit der Brebau verbesserte Möglichkeiten, bei dem Bau von Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten auf städtische Grundstücke zurückgreifen zu können”, sagte Sieling. Das Unternehmen werde als Motor für die wachsende Stadt gebraucht.

Es geht um mehr als nur die Brebau

Der Bürgermeister hat mit seinem Vorstoß den ersten Punkt in einer schwierigen Debatte gesetzt. Es geht dabei um mehr als nur die Brebau. Durch den Verkauf der bremischen Anteile an der Bremer Landesbank (BLB), die jetzt komplett der Nord LB gehört, sind nicht nur 180 Millionen Euro in Bremens Kassen geflossen.

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Als Preis ausgehandelt hatte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) auch die Übernahme der BLB-Anteile unter anderem an der Brebau und der Gewoba. Bei der Brebau geriet Bremen dadurch unversehens in die Situation, die Hälfte des Unternehmens zu besitzen. Diese Gunst der Stunde will Sieling jetzt offenbar nutzen.

Der Bürgermeister könnte aber noch weitergehen. Bewegung gibt es auch in der Eigentümerstruktur der ungleich größeren Gewoba – wegen der früheren BLB-Anteile, die an Bremen gefallen sind, und der Situation der Banken, die heute noch an der Gewoba beteiligt sind. Der sogenannte Bankenpool, zu dem unter anderen die Sparkasse Bremen gehört, besitzt etwas mehr als 25 Prozent des milliardenschweren Wohnungsunternehmens und verfügt mit dieser Sperrminorität über Einfluss auf die Geschäftspolitik.

Gewoba ist im Gespräch

Durch den Übertrag der alten BLB-Anteile auf Bremen ist dieser Pool obsolet, sofern der Senat die knapp acht Prozent nicht komplett an Banken verkauft. Bremen könnte das als Hebel benutzen, die Gewoba ganz in ihren Besitz zu bekommen. Dem Vernehmen nach wird das in Senatskreisen und beim grünen Koalitionspartner der SPD als Option gehandelt. Zumal die Banken, die heute an der Gewoba beteiligt sind, durchaus verkaufswillig sein sollen, weil sie ihr Eigenkapital stärken müssen.

Sieling indes winkt ab. ”Wir sind mit dem Modell Bankenbeteiligung bei städtischer Mehrheit bei der Gewoba gut gefahren”, sagt er. Und wie sollte er den Kauf der Anteile auch bezahlen? Schon die Übernahme der Brebau käme teuer, wäre aber noch zu stemmen – zum Beispiel mit einem Teil der 180 Millionen Euro, die Bremen für den Verkauf seiner BLB-Beteiligung erhalten hat.

Die Gedankenspiele und Pläne im Zusammenhang mit den beiden großen Wohnungsgesellschaften in Bremen geschehen vor dem Hintergrund, dass die Stadt unter anderem wegen des starken Zuzugs von Flüchtlingen dringend neuen Wohnraum benötigt. „Wir haben in den vergangenen Jahren die Bautätigkeit deutlich verstärkt”, sagt der Bürgermeister.

2000 neue Wohnungen pro Jahr

Das Ziel sei nicht länger, rund 1400 neue Wohnungen pro Jahr zu schaffen, „wir sind mittlerweile bei 2000”. Auf diesem Niveau müsse es nun weiter vorangehen. Bremen habe Nachholbedarf: „In Lilienthal, Achim, Weyhe und Stuhr sind gerechnet auf dieEinwohnerzahl zwischen den Jahren 2010 und 2014 doppelt so viele Wohnungen entstanden wie bei uns.”

Bauen sollte man nach Vorstellung von Sieling auch in einem Gebiet, das zwischen SPD und Grünen umstritten ist: in der Osterholzer Feldmark. Die Grünen sind dagegen, sie setzen darauf, die Stadt durch Bebauung freier Flächen und Brachen zu verdichten statt in den Außenbereichen Natur zu verbrauchen.

„Darum geht es ja aber gar nicht”, betont Sieling. Man könne durchaus umsichtig an den Rändern der Feldmark bauen, ohne Betonwüsten zu hinterlassen. Der Bürgermeister spricht sich außerdem dafür aus, in der Stadt höher zu bauen. „Wir müssen nicht immer bei drei Geschossen bleiben, es dürfen auch mal fünf oder sechs sein.”

Jahresbericht der Gewoba

Wenn sich Bremen ein konstant hohes Volumen an Neubauten erhofft, setzt es dabei stark auf die Gewoba – ungeachtet der Diskussionen, wie das Unternehmen künftig mit seinen Eigentümern aufgestellt ist. Am Dienstag hat die Gewoba ihren Jahresbericht für 2016 vorgestellt, darin enthalten sind auch Zahlen zu den Bauvorhaben.

Für das laufende Jahr sind demnach 737 Wohnungen in der Planung. In den vier Jahren zuvor waren es zusammen lediglich 610 Einheiten. Die Gewoba hat jetzt wieder eine eigene Neubauabteilung, arbeitet aber auch mit anderen Bauträgern zusammen.

Das Jahr 2016 hat das Unternehmen mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Überschuss beträgt 42,6 Millionen Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von gut 16 Prozent. Zu tun hat das nach Darstellung der Gewoba, die knapp 42.000 Mietwohnungen in ihrem Bestand hat, unter anderem mit dem günstigen Zinsniveau und dem Verkauf von Wohnungen.

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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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