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Bremer Firmen leiden unter Fachkräftemangel

Maren Beneke 17.10.2017 7 Kommentare

Mode- Einkaufstüten
Nach Angaben von Einzelhändlern kaufen die Bremer weniger ein. (dpa)

Der Fachkräftemangel wird für Bremer Unternehmen zunehmend zu einem Problem. Das geht aus dem Konjunkturreport der Handelskammer Bremen hervor. Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, dass das Finden von geeignetem und gleichzeitig bezahlbarem Personal für sie das größte Geschäftsrisiko ist. Vor allem im Baugewerbe hakt es laut der Umfrage. Dieses gehöre zu den Branchen, die an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiteten und die gleichzeitig befürchteten, offene Stellen nicht ausreichend besetzen zu können, sagt Kammer-Syndikus Andreas Otto.

Nach wie vor laufen die Geschäfte bei den Bremer Bau- und Immobilienfirmen ausgezeichnet. Dementsprechend hat sich laut Report die Ertragslage der Unternehmen erneut verbessert, ihre Auftragsbücher bleiben gut gefüllt. So gut allerdings, dass die Betriebe nicht mehr daran glauben, dass ihre Situation sich weiter verbessern wird.

Geschäftsklima auf gutem Niveau

Insgesamt bewertete ein Drittel der Unternehmen aus sämtlichen Branchen die aktuelle Geschäftslage als gut, 58 Prozent sind mit ihrer Situation zufrieden. "Alles in allem bleibt das Geschäftsklima in der bremischen Wirtschaft nahezu unverändert auf gutem Niveau", sagt Otto. Dennoch: Im Vergleich zum Sommer ist die Stimmung etwas eingetrübt. Negative Rückmeldungen, so teilt die Handelskammer mit, kamen vor allem aus dem Kredit- und dem Gastgewerbe. Auch im Einzelhandel überwiegen die positiven Stimmen nur noch knapp.

Die Gastronomen und Hoteliers vermeldeten der Umfrage zufolge tendenziell rückläufige Umsätze, die Erträge hätten sich verschlechtert. Außerdem sei die Bettenauslastung gesunken. Dementsprechend verunsichert blickt das Gastgewerbe in die Zukunft: In der Summe rechnen die Unternehmen laut Report damit, dass sich ihre Geschäfte weiter verschlechtern werden. Der Fachkräftemangel und die Entwicklung der Arbeitskosten wurden demnach besonders häufig als Risiken genannt.

Im Kreditgewerbe sorgen den Angaben zufolge die Niedrigzinsen und die regulatorischen Anforderungen durch die Behörden nach wie vor für ein schwieriges Geschäftsumfeld. Gleichzeitig nimmt nach Ansicht der befragten Unternehmen der Kostendruck zu, weil sie sich durch die Digitalisierung mit neuen Wettbewerbern auseinandersetzen müssten. Zusammen mit der Sorge um die Entwicklung der Inlandsnachfrage stellen diese Rahmenbedingungen die größten Geschäftsrisiken für die befragten Institute dar, heißt es in dem Report. Daher planten die meisten Unternehmen für die Zukunft mit weniger Personal.

Rückläufige Konsumneigung im Einzelhandel

Im Bremer Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima den Angaben zufolge zum dritten Mal in Folge leicht eingetrübt. In der Summe nehmen die Einzelhändler eine eher rückläufige Konsumneigung wahr und sie glauben auch nicht daran, dass diese in naher Zukunft wieder anziehen wird. Die Folge: Die befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihre Lage in den nächsten zwölf Monaten weiter verschlechtern wird. Dennoch planen viele Einzelhändler, weiter zu investieren und neue Mitarbeiter einzustellen.

Gute Geschäftsaussichten vermeldeten vor allem die bremischen Industriebetriebe und die Dienstleister. So gaben die Industrieunternehmen an, dass die Zahl der neu eingegangenen Aufträge im Vergleich zum vorherigen Quartal wieder zugenommen hat. Gut ein Drittel der befragten Firmen sagte, der Auftragsbestand sei verhältnismäßig groß. In neues Personal wollen sie dennoch nicht investieren: In Summe rechnen die Unternehmen eher mit kleineren Belegschaften.

Auch die Dienstleister bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage überwiegend gut. Ihre Ertragslage erleben die Unternehmen als konstant. Allerdings sind sie, wie aus der Befragung hervorgeht, weniger positiv gestimmt als noch im Sommer. Dennoch wollen die Firmen – im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen – investieren und neues Personal einstellen. Auch, weil die Dienstleister mit besseren Geschäften rechnen.

Konjunkturreport der Handelskammer

Für den Konjunkturreport befragte die Handelskammer in diesem Herbst 354 Unternehmen aus dem Produzierenden Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Der Konjunkturindikator, mit dem die Wirtschaftsvertretung das Wirtschaftsklima misst, hat sich den Angaben zufolge im Vergleich zum Sommer nicht verändert und liegt damit im Durchschnitt der zurückliegenden zehn Jahre.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 07:55
Hallo, @Max ...

Das Gesagte bzw. die negativen ,Erfahrungen mit anderen Banken‘
kann voll unterstrichen werden.

Auch ...
reswer am 22.10.2019 07:54
Das Luxemburger Gericht stellte im Juni 2018 fest, dass Deutschland gegen das gesundheits- als auch umweltschädliche Nitrat im Grundwasser zu wenig ...
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