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Bremer Molkerei will weniger Zucker in Lebensmitteln verwenden

Florian Schwiegershausen 13.08.2018 1 Kommentar

Die Müsli-Eigenmarken einiger Supermärkte enthalten bereits weniger Zucker. Nun will auch die DMK-Gruppe den Zucker in ihren Milram-Produkten reduzieren.
Die Müsli-Eigenmarken einiger Supermärkte enthalten bereits weniger Zucker. Nun will auch die DMK-Gruppe den Zucker in ihren Milram-Produkten reduzieren. (Frank Thomas Koch)

Es soll weniger süß werden in den Kühlzonen der Supermärkte. Denn die Bremer DMK-Gruppe will in ihren Milram-Produkten weniger Zucker verwenden. Das hat das Molkereiunternehmen am Montag mitgeteilt. So sollen die neu eingeführten Geschmacksrichtungen des Buttermilch-Drinks vergleichsweise wenig Zucker enthalten. Gleiches gelte für die neuen Geschmacksrichtungen der Quarkcreme. Die Skyr-Drinks hätten bereits von sich aus einen vergleichsweise niedrigen Zuckergehalt.

Doch auch bei den bestehenden Milram-Produkten soll schrittweise der Zuckeranteil gesenkt werden, wie Matthias Rensch sagt, der bei der DMK-Gruppe für das Markengeschäft verantwortlich ist: „In diesem und im kommenden Jahr werden wir den zugesetzten Zucker stufenweise reduzieren, damit sich die Konsumenten an weniger Zucker gewöhnen.“ Das Unternehmen begründet diesen Schritt damit, dass immer mehr Verbraucher auf eine gesundheitsbewusste Ernährung achten und dabei immer häufiger zu Produkten mit möglichst wenig Zucker greifen.

Bereits vor einem Monat hatte in der Region der Getränkehersteller Vilsa mitgeteilt, dass die Zuckerreduktion in den Limonaden Teil der Unternehmensstrategie sei. 85 Prozent der verkauften Getränke seien eh Mineralwasser und damit zuckerfrei. Entsprechend bestehe der Vilsa-Produktmix zum Großteil aus kalorien- oder zuckerfreien Getränken, wie Henning Rodekohr, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, sagt: „Bei 15 Prozent liegt also der Anteil der Erfrischungsgetränke.

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Damit haben wir das langfristige Ziel der Reduktionsstrategie, den Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken um zehn Prozent zu senken, über unser Angebot im Markt schon heute erreicht.“ So habe die Reduktion von Zucker und Kalorien in den Getränken oberste Priorität – auch bei der Neuentwicklung von Produkten. Außerdem engagiere sich Vilsa bei der Erstellung der Wissensplattform einfach-clever-essen.de. Sie soll die Endverbraucher aufklären, bietet aber auch didaktisch aufbereitetes Material für den Schulunterricht.

Kunden sollten selbst entscheiden

Die Supermärkte und Discounter haben längst erkannt, dass sie beim Verbraucher mit dem Thema „weniger Zucker“ punkten können. Bestes Beispiel war zum Jahresanfang die Aktion von Rewe. Die Supermarktkette verkaufte im Januar und Februar einen Vierer-Pack mit Schoko-Pudding. In jeder der Schalen war unterschiedlich viel Zucker enthalten. Es gab den Pudding in der bisherigen Rezeptur sowie in Abstufungen mit bis zu 40 Prozent weniger Zucker. Auf der Internetseite konnten die Verbraucher abstimmen, was ihnen am besten schmeckt – verbunden mit einem Gewinnspiel. Mehr als 100 000 Kunden machten mit und entschieden sich für den Pudding mit 30 Prozent weniger Zucker.

Bereits damals warnte schon die Verbraucherzentrale Bremen vor zu viel „Health Washing“, dass also dem Kunden ein vermeintlich gesundes Produkt vorgegaukelt werde. Die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen, Gertraud Huisinga, kritisierte, dass der Schokopudding mit 40 Prozent weniger Zucker in etwa den gleichen Nährwert, also den gleichen Kaloriengehalt hatte wie im Ursprungspudding.

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„In solchen Fällen wird anstelle des Zuckers mehr Fett als Geschmacksträger ins Lebensmittel getan. So war es auch schon bei den Light-Produkten, die in den 80er-Jahren auf den Markt kamen“, sagt Huisinga. „Kein Mensch ist dadurch gesünder geworden.“ Schokoladenpudding sei jetzt nun wirklich nicht das Produkt, das man jeden Tag zu sich nehme. Sinnvoller ist es laut Huisinga, wenn man eine solche Testaktion beispielsweise mit Müsli macht – also einem Lebensmittel, in dem viel Zucker enthalten ist.“

Zumindest den Aspekt mit dem Müsli haben mehrere Supermärkte aufgegriffen. So haben Aldi-Nord und Aldi-Süd den Zuckergehalt im Müsli und Cornflakes-Produkten gesenkt. Ebenso lässt Edeka bei den Eigenmarken in den Frühstückscerealien 30 Prozent des bisherigen Zuckeranteils weg. Bei Fruchtjoghurt sollen es 20 Prozent weniger Zucker sein und bei Getränken und Feinkostsalaten bis zu 25 Prozent weniger. Gerade bei Letzterem ist der Zuckergehalt nicht zu unterschätzen. So sind doch in einem Kilo Fertig-Krautsalat 16 Stück Würfelzucker enthalten. 

Der Discounter Lidl will bis 2025 in seinen Eigenmarken 20 Prozent des Zuckergehalts reduzieren. Und bis Jahresende hatte bereits die Metro-Tochter Real in 157 Artikeln der Eigenmarken Zucker- und auch Salzgehalt reduziert. Der Fachbegriff bei der Neurezeptur der Produkte lautet „Reformulierung“.

Teil des Koalitionsvertrags

Eine reine Reaktion auf das Konsumentenverhalten ist all diese Reformulierung aber nicht. Denn im Koalitionsvertrag haben CDU und SPD auf Seite 90 festgehalten, dass sie in den Lebensmitteln Zucker, Fett und Salz reduzieren wollen. Dazu soll im Rahmen einer „nationalen Strategie“ bis Jahresende ein Konzept erarbeitet werden. Am Ende soll ein Zeitplan stehen, der wissenschaftlich fundiert verbindliche Zielmarken vorgeben soll. Im Koalitionsvertrag heißt es weiter: „Gemeinsam mit dem Lebensmittelhandwerk werden wir die Möglichkeiten einer praktikablen Umsetzung in diesem Bereich gewährleisten. Wir werden dabei gerade die Belange handwerklicher Betriebe im Blick haben.“

Die DMK-Gruppe will den geringeren Zuckergehalt nicht durch Süßstoffe ausgleichen, sondern durch Milch und Joghurt. Der DMK-Markenverantworliche Rensch ergänzt: „Immer mehr Verbraucher achten auf eine kurze Zutatenliste. Clean und Clear Label sind ein großes Thema.“ Ebenso will DMK bei den Produkten für die Gastronomie den Zuckergehalt reduzieren. Geschmackliche und funktionelle Eigenschaften sollen beibehalten werden. Zucker sei eben nicht nur Geschmacks-, sondern auch Texturgeber für die Konsistenz. „Daran wird sich künftig nichts ändern“, sagt Rensch.


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Leserkommentare
rondon am 21.10.2019 17:06
und da liegt der Vorteil, wenn er den Partei-Vorsitz hat, kann (sollte) er nicht mehr im TV auftreten.
Fr. Merkel spielt ja auch nicht im ...
suziwolf am 21.10.2019 17:03
„BummelabummeLaterne“ ... 🔮

Das Leuchten der Magie ... 💫🤹🏻‍♂️
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