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"Die Höhle der Löwen"
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Bremer Start-up schlägt Angebot von 500.000 Euro aus

Rebecca Sawicki 09.10.2019 2 Kommentare

Die Bremer Gründer Sven Gunkel (rechts) und Okan Gürsel präsentieren den
Die Bremer Gründer Sven Gunkel (rechts) und Okan Gürsel präsentieren den "Löwen" ihr Start-up Flip Car. Für eine halbe Million Euro wollen sie den Investoren zehn Prozent der Firmenanteile abgeben. (TV NOW/ Bernd Michael Maurer)

Eine Idee, zwei junge Bremer und 500.000 Euro – darum ging es am Dienstagabend in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“. In der Sendung stellen Unternehmensgründer ihre Geschäftsidee vor und hoffen, dass ein Investor einsteigt. Mit „Flip Car“ haben nun Sven Gunkel und Okan Gürsel ihre junge Firma präsentiert – und sich Hoffnung auf ein lukratives Angebot gemacht.

Die Idee hinter der App: Flip Car möchte Reisenden die Möglichkeit geben, sich für einen Euro ein Auto zu mieten. Das soll funktionieren, indem Flip Car mit Autovermietern kooperiert. Denn bislang werden Mietwägen häufig von Dienstleister-Firmen zurückgefahren, sofern sie woanders abgegeben als ausgeliehen wurden. Das kostete die Auotverleiher Zeit und Geld.

„Ich weiß, das Ganze klingt viel zu schön, um wahr zu sein. Ist es aber“, wirbt Gunkel für das Modell und erklärt anschließend, wie Flip Car selbst Geld verdienen will. Anstatt einen Dienstleister für diese Fahrten zu bezahlen, sollen die Flip-Car-Kunden die Autos überführen. Pro Fahrt bekommt das Start-up 25 Euro von den Autovermietungen und einen Euro von den Kunden. So sparten beide Seiten Geld, Kunden sogar die erste Tankfüllung. Gleichzeitig werde ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet, weil unnötige Leerfahrten vermieden würden, sagen die beiden 31-Jährigen.

Eine halbe Million von den "Löwen"

Als die Sendung im Frühjahr aufgezeichnet wurde, war Flip Car seit sechs Wochen online. Die Bremer hatten bis dahin gerade einmal 650 Euro Umsatz gemacht. Von den „Löwen“ in der Fernsehsendung wollten sie dennoch eine halbe Million Euro haben – für zehn Prozent ihres Unternehmens. „Gestern hat uns die drittgrößte Autovermietung 50.000 Fahrten pro Jahr zugesichert. Dadurch sind wir dann bei einem Umsatz von einer Million im Jahr“, sagt Gunkel. Mittlerweile kooperiert das Unternehmen mit den Verleihern Europcar und Buchbinder.

Als die potenziellen Investoren nach der Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftsidee fragen, nennt Gürsel den Aspekt der Sicherheit als wichtigstes Alleinstellungsmerkmal von Flip Car. Gürsel und Gunkel haben bereits ein anderes Unternehmen gegründet: Drivo. Auch hier geht es um eine App. Sie soll Autofahrer dabei unterstützen, ihren Fahrstil zu verbessern. Das Funktioniert durch einen Algorithmus, der die Fahrweise in Echtzeit bewerten kann. Die Fahrer können so leicht erkennen, wo ihre Schwächen liegen, daran arbeiten und sich verbessern. Da diese Technik auch bei Flip Car genutzt werden soll, wollen die Gründer den Autovermietungen so garantieren, dass die Autos sicher ans Ziel kommen. "So kann man auch Fahrer, die immer schlecht fahren, nach ein paar Fahrten ausgrenzen“, sagt Gürsel.

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Die „Löwen“ werden nach dieser Information unruhig. Sie störe, dass Flip Car auf die Technik von Drivo angewiesen sei. Außerdem halte Drivo 90 Prozent an Flipcar, hätte im Notfall aber keine finanziellen Mittel, um den Mietwagenvermittler zu unterstützen. Für vier der fünf Investoren ist das ein Ausschlusskriterium. Letztlich macht nur Georg Kofler ein Angebot. Für seine Investition über eine halbe Million Euro fordert er dreißig Prozent der Firmenanteile, nachverhandeln will er nicht. Zu wenig für die Bremer – sie schlagen den Deal aus.

Gürsel kann verstehen, dass die „Löwen“ nicht investieren wollten. „Man muss schnell eine Entscheidung fällen, deshalb kann ich nachvollziehen, dass das für manche ein Risiko dargestellt hat. Wir konnten wohl in den zwei Stunden, in denen wir unsere Firma dort vorgestellt haben, die Gesellschaftsstruktur nicht gut genug erklären. Aber 30 Prozent sind einfach zu viel.“

Umgesetzt haben sie ihr Projekt trotzdem: Nach der Aufzeichnung haben die Jungunternehmer zwei Investoren aus Bremen gefunden. „Wir waren von Sekunde eins an überzeugt, dass wir Investoren finden werden, deshalb waren wir nach der ‚Höhle der Löwen‘ auch nicht wirklich enttäuscht", sagt Gürsel dem WESER-KURIER. “Klar ist es blöd, dass es an einer Sache gehakt hat. Trotzdem gingen wir sehr zuversichtlich aus der Show raus.“


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...
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