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Bremer Windbranche hofft auf Taiwan

Stefan Lakeband 15.05.2017 0 Kommentare

Demand for green energy sources rises in Taiwan
Vergangenes Jahr gab es mehr als 325 Windräder in Taiwan, so wie in Taichung im Westen der Insel. Mit Bremer Hilfe sollen es künftig noch mehr werden. (Ritchie B. Tongo, picture alliance / dpa)

Es sind ambitionierte Ziele, die sich das kleine Land gesetzt hat: Bis 2025 sollen 20 Prozent der Energie Taiwans aus erneuerbaren Energien kommen. Der Inselstaat will dadurch unabhängig von Energie-Importen werden – vor allem die Windkraft soll dabei helfen. Deswegen kommt an diesem Dienstag eine Delegation aus Taiwan nach Bremen, um mit der regionalen Windkraftbranche Kontakt aufzunehmen.

Fast 20 Vertreter von taiwanesischen Unternehmen werden bis Sonnabend in Bremen und Bremerhaven Firmen besuchen, einen Einblick in den Wirtschaftsstandort Bremen erhalten und eine Exkursion zum Windpark Nordergründe machen. Ein Programm, das sich für beide Seiten lohnen könnte. „Ich sehe sehr gute Kooperationschancen im Windsektor“, sagt etwa Torsten Grünwald von der Handelskammer Bremen. Beginnend bei den Ingenieursleistungen könnten auch die Hersteller von Windkraftanlagen, Serviceunternehmen für Windkraftanlagenwartung oder auch Ersatzteillieferanten von den nun geknüpften Kontakten profitieren.

Schon jetzt ist das kleine Bundesland wirtschaftlich mit Taiwan verflochten. Nach Zahlen der Handelskammer pflegen knapp 100 Unternehmen aus der Hansestadt Beziehungen zu Taiwan. Rund zehn haben sogar eine eigene Niederlassung dort, darunter die Handelshäuser C. Melchers und Joh. Achelis, das Industrieunternehmen Kaefer Isoliertechnik und der Logistiker Röhlig.

Deutschland als Vorbild

Mit WPD ist sogar ein Windkraftunternehmen auf der Insel vertreten, die rund 140 Kilometer östlich von China liegt. Lange habe man mit der Firma Infravest kooperiert, sagt ein Sprecher von WPD. Durch die Fusion im vergangenen Jahr habe man nun auch den Standort in der Hauptstadt Taipeh übernommen. „Es ist ein spannender Zukunftsmarkt für uns“, sagt der Sprecher. Besonders, weil der Nachhaltigkeitsgedanke in der Politik verankert sei und das Land unabhängig von Stromimporten werden wolle. Schon jetzt betreibt WPD 17 Windparks entlang der Westküste Taiwans mit einer Gesamtleistung von knapp 380 Megawatt; weitere 520 Megawatt sind in Planung.

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Auch Andreas Wellbrock, Geschäftsführer der Windenergie-Agentur (WAB), sieht riesige Chancen für Bremer Windunternehmen in Taiwan. „Dort gibt es nichts, außer der Vision, die erneuerbaren Energien auszubauen“, sagt er. Deswegen sei das Land sehr an der Technologie interessiert, die in den vergangenen 15 Jahren in Deutschland entwickelt wurde. „Deutschland ist in dieser Hinsicht ein Vorbild“, sagt der WAB-Chef.

Dass deutsche Unternehmen in Taiwan Geschäfte machen, war lange nicht so selbstverständlich. Denn zwischen der Volksrepublik China und der Republik China, so Taiwans offizieller Name, herrscht noch immer Streit. Für die Politiker in Peking ist Taiwan seit mehr als 60 Jahren eine abtrünnige Provinz, aber dadurch immer noch ein Teil der Volksrepublik. Die Regierung in Taipeh wiederum besteht auf die eigene Unabhängigkeit.

Erster Taiwan-Besuch in 2016

Das führt auch dazu, dass Taiwan längst nicht von jedem Land als souveräner Staat anerkannt wird – aktuell sind es nur etwa 20. Auch Deutschland hat daher keine offizielle Botschaft in Taipeh, sondern ist seit 2000 mit dem Deutschen Institut auf der Insel vertreten. „Über die Jahre hinweg hat sich der Konflikt zwischen China und Taiwan jedoch deutlich entspannt und das Geschäftsklima spürbar verbessert, was auch dazu geführt hat, dass zunehmend Bremer Unternehmen Handelskontakte mit Taiwan aufgebaut haben“, sagt Grünewald von der Handelskammer.

Einen ersten Eindruck von Bremen haben taiwanesische Unternehmer schon im vergangenen Jahr erhalten. Im Oktober war Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) mit einer Delegation aus der Hansestadt in dem Land zu Gast. Auf der ersten deutsch-taiwanesischen Offshore-Konferenz sei unter anderem die Chance genutzt worden, die Entwicklung Bremerhavens zu einem nationalen Zentrum der Offshore-Windenergie zu präsentieren. „Den Taiwanesen geht es jetzt darum, bis 2020 eine Basisinfrastruktur zu errichten und zum Beispiel den Hafen von Taichung für schwere Lasten aufzurüsten. Das führt zu weiterer Nachfrage nach Dienstleistungen und Technik-Expertise", sagte Günthner damals.

Auch jetzt will die bremische Wirtschaft ihr Know-how präsentieren. „Wir hoffen so, Kontakte aufzubauen oder zu intensivieren, um hier potenzielle Geschäftspartner für den Aufbau der taiwanesischen Offshore-Industrie zu finden. In den kommenden Monaten stehen in Taiwan wichtige Entscheidungen über die Vergabe der Entwicklungsrechte an Windparks an, sodass der Gegenbesuch aus Taiwan in einer wichtigen Phase stattfindet“, sagt Günthner.


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Leserkommentare
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Bremen99 am 21.10.2019 20:41
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