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CDU vermisst Planzahlen für Bremer Flughafen

Peter Hanuschke 05.11.2018 0 Kommentare

Notwendige Maßnahmen in Infrastruktur, Markterschließungskosten und Investitionen in neue Geschäftsfelder stemme der Flughafen bislang komplett aus eigener Kraft, so der Senat.
Notwendige Maßnahmen in Infrastruktur, Markterschließungskosten und Investitionen in neue Geschäftsfelder stemme der Flughafen bislang komplett aus eigener Kraft, so der Senat. (Christina Kuhaupt)

Passagierzahlen, die 2017 das dritte Jahr in Folge rückläufig waren, verspätete Flüge oder zusätzliche Investitionen in Millionenhöhe, die erst nach der Sonderprüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor ein paar Monaten öffentlich wurden – beim Flughafen Bremen lief es in der Vergangenheit etwas holprig. Für die CDU-Fraktion Anlass, beim Senat zur „Zukunft des Luftfahrtstandorts Bremen“ nachzufragen. Die Antworten auf die Kleine Anfrage, die der Bremer Senat an diesem Dienstag veröffentlichen will, liegen dem WESER-KURIER bereits vor und auch die CDU hat schon am Montag reagiert.

Vorab: Die Antworten sind aus Sicht der Fraktion leider typisch für das Wirtschaftsressort: minimalistisch und wenig zufriedenstellend. „Es fehlt eine aktuelle Bewertung zum Rückzug von Ryanair und dessen Auswirkung auf den Standort“, so Jörg Kastendiek, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Ebenfalls gebe es keine Antwort auf die Frage der Finanzierung der Investitionen und zu der Forderung des neuen Geschäftsführers nach öffentlichen Zuschüssen.

Ein klarer Wettbewerbsnachteil

Der Aufsichtsrat der Flughafen Bremen GmbH hatte in einer Sitzung im April zusätzlich zu den schon im Rahmen des Wirtschaftsplanes für das Jahr 2018 freigegebenen Investitionsmitteln in Höhe von 4,9 Millionen Euro einen Betrag von 16,4 Millionen Euro als Investition für das laufende Jahr für den Airport genehmigt. Darüber hinaus hatte er Großprojekte mit einem Volumen von 51,2 Millionen Euro in der Mittelfristplanung zur Kenntnis genommen.

„Im Gegensatz zu den direkt regional konkurrierenden Flughäfen Hannover und Münster/Osnabrück erhält der Flughafen Bremen derzeit keine öffentlichen Subventionen“, heißt es unter anderem in der Senatsvorlage auf die CDU-Frage, wie die aktuelle und strategische Wettbewerbsposition in Nordwestdeutschland eingeschätzt wird. Außerdem wollte die Fraktion wissen, wo der Senat Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken für den Flughafen sieht. Und: Welche strategischen Schlussfolgerungen ziehe er daraus?

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Notwendige Maßnahmen in Infrastruktur, Markterschließungskosten und Investitionen in neue Geschäftsfelder stemme der Flughafen bislang komplett aus eigener Kraft, so der Senat. Dies sei ein klarer Wettbewerbsnachteil für den Bremer Flughafen im Vergleich zu den konkurrierenden Standorten. Die Stärken des Flughafens Bremen liegen danach in einer hohen Abschöpfung der Zielgruppe aus dem Einzugsbereich und einer guten Erreichbarkeit mit kurzen Wegen in die Bremer Innenstadt. Eine hervorzuhebende Schwäche sei das durch konkurrierende Flughäfen in Hamburg, Hannover, Münster/Osnabrück, Paderborn oder Groningen sowie auch die Nordsee begrenzte Einzugsgebiet, das kaum Möglichkeiten zur räumlichen Erweiterung des erreichbaren Kundenkreises biete.

Chancen bestehen laut Senat in der weiteren Entwicklung des Low-Cost-Bereichs hinsichtlich Bremens als Tourismusdestination sowie in einer Weiterentwicklung und stärkeren wirtschaftlichen Nutzung der vorhandenen Liegenschaften, während Risiken in der Abwanderung von Bestandsairlines zu sehen seien.

Vielzahl von Faktoren

Dass die Senatsantworten den Aussagen von Elmar Kleinert ähneln, die er vor ein paar Wochen im Interview mit dem WESER-KURIER getätigt hat, kommt nicht von ungefähr. Kleinert ist der neue Stratege am Bremer Airport: Er ist seit Juli neuer Geschäftsführer der Flughafen GmbH; der Posten war vorher über ein paar Monate nur kommissarisch besetzt, nachdem der Aufsichtsrat vor einem Jahr den damaligen Geschäftsführer Jürgen Bula mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Airport-Geschäftsführer abberufen hatte.

Wie der Senat sieht auch Kleinert keinen Sinn darin, mit einer Zahl zu arbeiten, die irgendwo im Raum steht. Die CDU wollte aber wissen, mit welchen Passagierzahlen der Flughafen im Zeitraum 2018 bis 2023 plant, und wann das selbst gesteckte Ziel von drei Millionen Passagieren erreicht werden soll (das war noch ein Ziel aus der Bula-Ära, Anm. d. Red.). Die konkrete Nennung von Zielzahlen für einen Zeitraum von fünf Jahren sei insbesondere aufgrund der nicht vom Flughafen Bremen beeinflussbaren externen Effekte nicht seriös leistbar, heißt es jedoch in der Senatsvorlage.

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Die Weiterentwicklung der Flugbewegungen wie auch der Passagierzahlen hänge von einer Vielzahl von Faktoren ab – etwa der Konjunktur, der Einwohnerzahl von Stadt, Land und Metropolregion oder Marktveränderungen in der dynamischen Luftfahrtbranche. Auf die Frage, wie sich die Marketingausgaben seit 2010 entwickelt haben, gab es den Hinweis, dass es sich dabei um „wettbewerbssensible Daten“ handelt, die vom Flughafen nicht veröffentlicht werden.

„Überall dort, wo nach Strategie gefragt wird, wird geprüft“, so Kastendiek. Konkrete Pläne gebe es nicht. Die Antwort auf die Marketingmittel ließe eher vermuten, dass dort die Gelder drastisch zurückgefahren worden seien. Auch, dass angeblich keine Planzahlen hinsichtlich der Passagierentwicklung existierten, sei entweder abenteuerlich, naiv oder ignorant gegenüber dem Parlament.


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 17:47
Diese
,langsame und (auch) demonstrierende‘ Dame
war sich sicherlich darüber im Klaren,
dass 15km/h für einen 🚴🏿‍♀️ ganz schön ...
FloM am 23.10.2019 17:45
"Da sind wir wir letztlich recht nah beieinander"
Häufig ist das so, wenn man erst mal mehr als 140 Zeichen miteinander ausgetauscht hat ...
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