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Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris
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Es kriselt bei den Flugzeugbauern

Peter Hanuschke 17.06.2019 0 Kommentare

Bei den Marktführern Airbus und Boeing ging es bei Neuaufträgen in 2019 bislang ruhiger zu als in den Vorjahren.
Bei den Marktführern Airbus und Boeing ging es bei Neuaufträgen in 2019 bislang ruhiger zu als in den Vorjahren. (PASCAL ROSSIGNOL/Reuters)

Die weltgrößte Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris, die Montag eröffnet wurde und bis Sonntag geht, nutzen die Flugzeughersteller immer, um publikumswirksam Aufträge der Airlines zu präsentieren. Das macht sich in diesen Tagen noch besser als in den Jahren zuvor. Denn bei dem jahrelang erfolgsverwöhnten europäischen Flugzeugbauer Airbus läuft es 2019 noch nicht so gut bei den Auftragseingängen.

Im Gegenteil: Durch Stornierungen rutscht Airbus sogar ins Minus. Allerdings kriselt es auch weiterhin beim US-Rivalen Boeing. Wobei die Krise der Boeing 737 Max – nach den Abstürzen des Mittelstreckenjets in In­donesien und Äthiopien gilt seit März ein weltweites Flugverbot für Maschinen dieses Typs – bislang nicht zu höheren Verkaufszahlen beim Konkurrenten Airbus geführt hat.

Abwarten, bis der Softwarefehler behoben ist

Es scheint in der Branche insgesamt die Euphorie der vergangenen Jahren etwas verlorengegangen zu sein. Es sind einige Fluggesellschaften pleite gegangen, andere müssen ihre Geschäftserwartungen nach unten korrigieren, wie zuletzt etwa Lufthansa. Und die Boeing 737-Max-Krise hat sicherlich dazu beigetragen, dass bei den Airlines in diesem Jahr bislang eine Zurückhaltung bei den Neubestellungen zu beobachten ist.

Dass die Airlines, die die Boeing 737 Max 8 bestellt haben, nicht „panikartig zu Airbus wechseln würden“ davon ist der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt schon im März ausgegangen. Diese Einschätzung bekräftigte er auch am Montag auf Nachfrage des ­WESER-KURIER. Dafür seien allein schon die Lieferzeiten bei Airbus viel zu lang. „Da warten die Airlines lieber ab, bis der Softwarefehler behoben ist.“

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Zählt man alles zusammen, kommt man bei Airbus bis Ende Mai auf 63 Passagierjet-Bestellungen. Boeing sammelte im selben Zeitraum neue Bestellungen für 70 Passagierflieger ein. Wenn man auch andere Jet-Varianten einrechnet und zur Nettobetrachtung wechselt, also Stornierungen berücksichtigt, steht es zwischen Airbus und Boeing minus 67 zu plus 87. Allerdings weist Boeing dabei auch Militär-Versionen aus, Airbus nicht.

Bei Airbus hatte laut dem Branchenportal Aero-­Telegraph zuletzt die schwedische Airline Braathens Regional im vergangenen Monat – wie in Branchenkreisen erwartet – die Bestellung von zehn A220 anulliert. Das Unternehmen setzt demnach künftig auf eine Einheitsflotte von ATR 72 vom französisch-italienischen Herstellerkonsortium Avions de Transport Régional. Beim Vergleich Airbus-Boeing muss allerdings noch erwähnt werden, dass die Amerikaner aufgrund einer neuen Buchhaltungsvorschrift Bestellungen für 206 Jets als weniger sicher eingestuft haben. Zieht man diese ebenfalls ab, kommt man auf minus 119 Nettobestellungen.

Das Geld sitzt nicht mehr so locker

Es wird nicht erwartet, dass der Flugzeugbauer Airbus aufgrund der mageren Ausbeute bei den Neubestellungen seine Produktionszahlen zurückfährt, was auch Auswirkungen auf den Bremer Standort hätte, wo unter anderem alle Flügel mit Landeklappen ausgerüstet werden. Die Bücher sind gut gefüllt und sichern die Produktion der nächsten Jahre, der Auftragsbestand lag nach dem ersten Quartal 2019 bei 7357 Verkehrsflugzeugen. Bei Boeing sind es etwa 5500 Maschinen.

Als eine Auftragskrise würde Luftfahrtexperte Großbongardt die Situation bei den Marktführern Airbus und Boeing nicht beschreiben. Die Branche habe seit 2008 enorm geboomt. Die Wachstumsraten hätten über den Prognosen gelegen. Die Branche habe jetzt einen Punkt erreicht, an dem es nicht mehr so weitergehe. Das sei aber kein Rückschlag, „vielmehr geht es zurück zur Normalität“, sagte Großbongardt. „Es zeigen sich Abkühlungseffekte bei den Airlines.“ Das Geld sitze nicht mehr so locker. „Die Airlines sind etwas vorsichtiger bei Neubestellungen.“

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Wie und ob sich das auch auf der 53. Paris Air Show in Le Bourget bemerkbar macht, bleibt abzuwarten. So ganz ohne Neubestellungen wird die bislang traditionell auftragsreiche Luftfahrtmesse nicht stattfinden: So konnte Airbus auch gleich am Montag einen Neuauftrag vermelden. Der Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation gab eine Order über 100 Airbus-Jets, darunter 23 Airbus vom Verkaufsschlager A321neo, 50 kleinere Maschinen vom Typ A220-300 sowie 27 Jets vom neuen A321neo in der Super-Langstreckenversion – den Airbus A321XLR.

Airbus hatte auf der Luftfahrtmesse zuvor offiziell bestätigt, was seit Monaten spekuliert wurde: Der Verkaufsschlager A321neo wird in einer „Extra-Long-Range“-Version gebaut. Laut Airbus wird das neue Flugzeug über 4700 nautische Meilen Reichweite verfügen, was 8700 Kilometer entspricht. Die Indienststellung ist für 2023 geplant. Die neue A321XLR soll noch 15 Prozent weiter fliegen können als die bisherige Langstreckenversion A321LR (Long Range). Damit sei sie für Strecken etwa zwischen Europa nach Amerika oder zwischen und Europa und Indien geeignet, hob Airbus hervor. „Verglichen mit bisherigen Flugzeugen wie der Boeing 757, die solche Strecken typischerweise fliegen, spart die A321XLR rund 30 Prozent an Treibstoff und CO2-Ausstoß ein“, so Airbus-Verkaufschef Christian Scherer.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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