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Internetplattform will bei Suche nach Mitbewohnern helfen

Jean-Pierre Fellmer 18.05.2019 1 Kommentar

Den optimalen Mitbewohner finden – das ist das Ziel der Internetplattform Misambo. Frank Stelter (v.l.), Sarah Pahl und Steffen Maurer haben das Unternehmen gegründet. Seit Ende März ist das Portal online.
Den optimalen Mitbewohner finden – das ist das Ziel der Internetplattform Misambo. Frank Stelter (v.l.), Sarah Pahl und Steffen Maurer haben das Unternehmen gegründet. Seit Ende März ist das Portal online. (Christina Kuhaupt)

Sandra H. sucht jemanden. Als reiselustig und lebhaft beschreibt sich die junge Frau aus dem Bremer Westen. Aufrichtigkeit, Respekt und Ordnung seien ihr wichtig, schreibt sie in ihrem Profil auf Misambo. Bevor es jedoch zu Missverständnissen kommt: Misambo ist keine Online-Dating-Seite. Die Internetplattform vermittelt zwischen potenziellen Mitbewohnern.

„Wir sprechen von Wohnpartnern, weil mit dem Begriff Mitbewohner oft studentische oder kurze Wohngemeinschaften verbunden werden“, sagt Sarah Pahl, zuständig für die Strategie und Unternehmensentwicklung bei Misambo. Sie hat gemeinsam mit Frank ­Stelter, Geschäftsführer, und Steffen Maurer, Vertrieb und Marketing, das Unternehmen ­gegründet. Seit dem 29. März ist das Portal  online. Die Idee hinter Misambo: Weg von der unpersönlichen Suche nach der Wohn­gemeinschaft etwa mithilfe des Schwarzen Bretts, wo der Wohnraum im Mittelpunkt steht.

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„Gemeinsam wohnen – das ist doch nicht nur Studenten vorbehalten“, sagt Maurer. Es gebe beispielsweise auch viele Senioren, die mit ihren Freunden zusammen wohnen wollten. Andere möchten im Alter auf Kinder aufpassen und könnten sich daher eine Wohngemeinschaft zusammen mit Eltern vorstellen. „Ich habe von einer alleinstehenden Mutter gelesen, die mit einer anderen alleinstehenden Mutter zusammengezogen ist. Sie betreuen gemeinsam die Kinder und sparen außerdem Kosten“, sagt Pahl.

Fünf Millionen Menschen leben in Deutschland in einer Wohngemeinschaft

Laut dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) lebten 2018 in Deutschland rund fünf Millionen Menschen ab 14 Jahren in Wohngemeinschaften, knapp eine Million mehr als noch 2014. 46 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen in einer Wohngemeinschaft zu leben, nur zwölf Prozent schlössen das kategorisch aus, zitiert Maurer eine von Misambo in Auftrag gegebene Umfrage. Neben der sozialen Komponente sprechen für die gemeinsame Wohnung auch pragmatische Gründe wie etwa die Miete eine Rolle. „Niemand muss sich um jemanden kümmern, wenn er nicht will“, sagt Maurer. Alles geht, nichts muss.

Um herauszufinden, was geht und was muss, gibt es den Fragebogen. Er ist das Herzstück des Portals. Nachdem der Nutzer sich auf der Website registriert hat, beantwortet er eine Reihe von Fragen: Sucht er Wohnraum oder bietet er welchen an? Wie viel Wert legt er auf Sauberkeit? Sind ihm Unternehmungen wie gemeinsames Kochen wichtig? Insgesamt 62 Pflicht- und 51 Ergänzungsfragen muss und kann der Nutzer beantworten.

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Ein Algorithmus gewichtet die Antworten und schlägt dann potenzielle Mitbewohner vor, indem er die Fragebögen aller Nutzer vergleicht. In einer Liste werden die potenziellen Mitbewohner angezeigt, daneben das sogenannte Matching-Ergebnis: eine Prozentzahl, die die Übereinstimmung der Ansichten und Interessen der Nutzer anzeigt. Der Suchende kann dann einzelne Nutzer aus seiner Trefferliste anschreiben, wenn es gut läuft, kommt es zum persönlichen Treffen.

Persönliche Erfahrungen sind in den Fragebogen mit eingeflossen

„In den Fragebogen sind auch unsere persönlichen WG-Erfahrungen eingeflossen“, sagt Stelter, der die Idee für Misambo hatte. Stelter habe als Student in Wohngemeinschaften gewohnt, als Kind und auch heute wieder in einem Mehrgenerationenhaus. „Ich habe noch nie alleine gewohnt“, sagt er. Es sei immer schön gewesen, dass jemand da war, wenn er nach Hause gekommen ist. Auch habe er die Aufgaben im Haushalt immer gerne geteilt.

Neben den eigenen Erfahrungen ist auch Expertenwissen in den Fragebogen geflossen: Die Misambo-Gründer haben ihn gemeinsam mit Soziologen und Psychologen weiterentwickelt. Der Fragebogen ist umfangreich, damit das Bild vom potenziellen Mitbewohner möglichst klar wird. „Was bist Du bereit zu teilen, was nicht? Für eine funktionierende Wohnpartnerschaft muss das im Vorfeld geklärt sein“, sagt Maurer. „Dafür gibt es auch unsere Wohnpartnervereinbarung“, sagt Pahl. Mit diesem Dokument können die Spielregeln für die Wohngemeinschaft festgelegt werden.

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Misambo bietet als weiteren Service Expertenrat von Mediatoren im Streitfall oder etwa den Steuerberater bei Finanzfragen zur Wohngemeinschaft an. „Später wollen wir außerdem noch Angebote der sharing economy, der Kultur des Teilens anbieten“, sagt Pahl. In den Zeiten, in denen über bezahlbaren und knappen Wohnraum diskutiert werde, seien Wohngemeinschaften eine Lösung, sagt Stelter. Laut Statistischem Bundesamt gab es in Bremen 2017 rund 182 000 Einpersonenhaushalte.

Finanzierung über kostenpflichtige Mitgliedschaften

Die Internetplattform finanziert sich über kostenpflichtige Mitgliedschaften: Bei drei Monaten für 29,90 Euro oder bei sechs Monaten Laufzeit für 19,90 Euro können Nutzer ein Abo abschließen. Das kann anschließend monatlich gekündigt werden. Etwa 5600 Aufrufe hatte die Seite bis Mitte Mai, ungefähr 120 Leute hätten sich bereits registriert.

Ob schon jemand einen Mitbewohner über Misambo gefunden habe? „Das können wir nicht sagen: Wenn sich die Nutzer privat treffen, bekommen wir davon ja nichts mit.“ In einer Nutzerumfrage wollen die Gründer das später evaluieren. Das Portal sei eben erst gestartet, aber die Misambo-Gründer haben schon konkrete Ziele für die Zukunft: „Bis zum Winter wollen wir in Nordwestdeutschland vertreten sein, im nächsten Sommer dann bundesweit.“


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 12:39
@peteris:

„🦍-Theater“ - wäre das bessere Wort ?

„halloween and British Exit ...
there‘s not anymore a difference“ ...
Lemurer am 23.10.2019 12:38
Dazu fällt mir nur eins ein:

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