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Lürssen-Jacht bei Blohm+Voss angekommen

Peter Hanuschke und Florian Schwiegershausen 07.12.2018 1 Kommentar

Das 219 Meter lange Schwimmdock von Lürssen mit der zerstörten Jacht im Werfthafen von Blohm+Voss in Hamburg-Steinwerder. Dorthin war es am Donnerstagabend geschleppt worden.
Das 219 Meter lange Schwimmdock von Lürssen mit der zerstörten Jacht im Werfthafen von Blohm+Voss in Hamburg-Steinwerder. Dorthin war es am Donnerstagabend geschleppt worden. (XYZ)

Die auf der Lürssen-Werft vom Feuer zerstörte Luxus-Jacht ist zusammen mit dem ebenfalls schwer beschädigtem Schwimmdock am Donnerstagabend in Hamburg angekommen: Jacht und Dock liegen nun im Werfthafen von Blohm+Voss, seit 2016 einem Tochterunternehmen der Lürssen-Gruppe. Das Schwimmdock samt Inhalt wurde per Schlepperhilfe nach Hamburg transportiert. Ob die etwa 147 Meter lange Jacht dort in den kommenden Wochen tatsächlich abgewrackt wird, dazu machte das Unternehmen keine Angaben.

In der Regel werden Schiffe in Asien unter zumeist erbärmlichen Arbeitsbedingungen sowie katastrophalen Sicherheits- und Umweltstandards zerlegt und die Materialien profitabel verkauft. Laut dem Verband Deutscher Reeder werden 70 Prozent aller Schiffe in Asien, insbesondere in Indien, Bangladesch und Pakistan, recycelt – und nur drei Prozent in der Europäischen Union.

Fotostrecke: Abgebrannte Lürssen-Jacht und Dock werden nach Hamburg abgeschleppt

In Europa gebe es kaum nennenswerte Abwrackbetriebe, so Stefan Krüger, Professor an der Technischen Universität Hamburg. Eines der bekanntesten Schiffe, das in den vergangenen Jahren in Europa abgewrackt wurde, ist das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“, das am 13. Januar 2012 auf einen Felsen vor der kleinen toskanischen Insel Giglio fuhr. Infolge der Havarie starben 32 Menschen. Zweieinhalb Jahre später wurde das Schiff im italienischen Genua abgewrackt. „Das hat viele Millionen gekostet“, so Krüger.

Die hohen Kosten entstehen dadurch, dass das Abwracken größtenteils per Hand geschieht. Hierbei könne kaum etwas automatisiert werden, sagt Krüger: „Dass die ,Costa Concordia' nicht nach Asien geschleppt und dort unter zumeist menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen entsorgt wurde, dazu hat sicherlich die mediale Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit diesem Schiff beigetragen und die Sorge, dass das Image der Reederei noch weiter gelitten hätte.“

Schaden wird auf 700 Millionen Dollar geschätzt

Ob bei der Lürssen-Jacht auch die Kosten fürs Abwracken von den Versicherungen abgedeckt sind, teilte das Unternehmen ebenfalls nicht mit. Allein der Totalschaden am Schiff wird in Branchenkreisen auf 700 Millionen US-Dollar geschätzt. Die weltweit größten Rückversicherer haben die Lürssen-Jacht zum Teil schon im dritten Quartal in ihren Bilanzen berücksichtigt.

Die Zahlen aus diesem Berichtszeitraum deuten darauf hin, dass die Swiss Re den größten Anteil des Schadens tragen wird. Der Versicherungskonzern hat für von Menschen verursachte Katastrophen für die Zeit von Juli bis September 300 Millionen US-Dollar veranschlagt. Neben dem Schaden an der Jacht schlägt hier auch der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua zu Buche.

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Wieviel dabei genau auf Lürssen entfällt, wollte ein Sprecher von Swiss Re auf Anfrage des WESER-KURIER nicht beziffern. Bereits im Oktober berichtete das Fachmagazin „Tradewinds“, dass die Swiss Re direkt mit vier Prozent beteiligt ist. Dazu können zusätzliche Belastungen bei anderen Versicherern kommen, die sich am Konsortium beteiligt haben und die sich bei Swiss Re rückversichert haben.

Dagegen war die Hannover Rück auskunftsfreudiger. Hier ist der Lürssen-Schaden in der Bilanz des dritten Quartals noch nicht verzeichnet. „Der Schaden wird erst im vierten Quartal in unseren Zahlen auftauchen„, sagte Finanzvorstand Roland Vogel. “Nach derzeitigem Stand gehen wir von einer Schadensumme im zweistelligen Millionenbereich aus.“ Die Munich Re wollte dagegen auf Anfrage keine Auskunft geben, ob und in welcher Höhe sie an dem Schaden beteiligt ist.


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Leserkommentare
holger_sell am 21.10.2019 13:11
Kretzschmar: Seit der Diskussion um den Brexit ist europaweit die Unterstützung für die EU gewachsen, sowohl in der Politik als auch in den ...
peteris am 21.10.2019 12:30
Vielleicht wissen wir am 1.11. um 11:11h mehr.


Sie meinen sicher den 11.11. um 11:11h?
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