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Mercedes steht vor großen Herausforderungen

Stefan Lakeband 08.01.2019 0 Kommentare

Dieses Jahr wird sich die Zahl der produzierten Fahrzeuge im Bremer Werk voraussichtlich kaum verändern.
Dieses Jahr wird sich die Zahl der produzierten Fahrzeuge im Bremer Werk voraussichtlich kaum verändern. (Christina Kuhaupt)

Die Mitteilung, die Mercedes am Dienstagnachmittag verschickt, lässt nichts Böses erahnen. Im Gegenteil: Sie strotzt nur so vor positiven Formulierungen. Begriffe wie „Marktführerschaft“, „Absatzrekord“ oder „Wachstumstreiber“ sollen zeigen: Dem Autobauer geht es prächtig. Business as usual. Kein Grund zur Sorge. Wer sich diese Pressemitteilung genauer anschaut, der muss sich aber unweigerlich die Frage stellen: Wie lange noch?

Denn auch wenn Mercedes 2018 mit mehr als 2,3 Millionen Fahrzeugen so viele Autos wie noch nie verkauft hat, steht der Konzern vor großen Herausforderungen. So konnte Mercedes seinen Absatz im vergangenen Jahr um gerade mal 0,9 Prozent steigern. Ein Rückschlag für ein Unternehmen, das in den vergangenen acht Jahren jedes Mal einen Absatzrekord verkündet hat, teils mit Zuwächsen von bis zu 13,4 Prozent. Daimler-Vorständin Britta Seeger gibt sich dennoch zufrieden: „Wir haben trotz eines herausfordernden Jahres unseren Platz an der Spitze des Premiumsegments behauptet.“

Dass die Stuttgarter immerhin noch auf ein leichtes Wachstum im Jahr 2018 zurückblicken können, hat vor allem mit dem Geschäft in Asien zu tun. In China ist der Absatz um elf Prozent gestiegen. Jede zweite C-Klasse-Limousine wurde dort verkauft. Deutlich verloren hat Mercedes hingegen in Europa und in den USA. Während der Absatz im Heimatmarkt Deutschland weitestgehend stagnierte, ist er im restlichen Europa um mehr als zwei Prozent zurückgegangen.

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Gründe dafür dürften das verlorene Vertrauen in die Dieseltechnologie sein, vor allem aber auch der immer näher rückende Brexit. Denn die Unsicherheit über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat viele Briten dazu veranlasst, im vergangenen Jahr auf einen Autokauf zu verzichten, wie der britische Autoverband SMMT Anfang der Woche meldete. In den Vereinigten Staaten dürften hingegen die angedrohten Strafzölle und der Handelsstreit mit der EU und China das Ergebnis gedrückt haben.

Wie es 2019 mit dem Brexit und der Politik von US-Präsident Donald Trump weitergeht, ist unklar. Beim Absatzmarkt China sind sich Experten jedoch sicher, dass es dort immer schwieriger wird, Autos zu verkaufen. „Nach unseren Rechnungen werden im Jahr 2019 in China 1,9 Millionen Neuwagen weniger verkauft als im Jahre 2017“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Zentrums für automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Diesen Rückgang dürfte auch Daimler zu spüren bekommen.

Produktionszahlen im Bremer Werk werden wohl nicht steigen

Hoffnung für dieses Jahr dürfte hingegen ein anderer Umstand machen: 2018 hatte Mercedes, so wie andere deutsche Autobauer auch, erhebliche Probleme mit dem neuen Standard für Abgas- und Verbrauchsmessungen WLTP. Hierdurch haben sich die Zertifizierung und Zulassung erheblich verzögert. Auch das wird in das schlechte Ergebnis des vergangenen Jahres eingeflossen sein.

Für das Bremer Werk bedeutet das: Die Produktionszahlen werden wohl nicht steigen, sondern auf dem Niveau von 2018 liegen – also bei etwa 408 000 Fahrzeugen. Das sei so mit der Konzernleitung ausgehandelt, sagte der Bremer Betriebsratschef Michael Peters im Dezember.

Hier soll 2019 nach wie vor das absatzstärkste Modell des Unternehmens gebaut werden, die C-Klasse. Von diesem Modell, für das das Werk in Sebaldsbrück als globales Leitwerk fungiert, wurden an sämtlichen Mercedes-Standorten insgesamt 397 000 Fahrzeuge produziert.

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Spannend für Bremen, aber auch für den gesamten Konzern dürfte zudem der Marktstart des EQC werden, des ersten Modells der neuen Elektroauto-Marke von Daimler. Hier laufen in der Hansestadt die Vorbereitungen für den Start der Serienproduktion. Im Sommer soll der EQC dann verkauft werden und für Daimler das Elektro-Zeitalter einläuten. Ein Selbstläufer dürfte das allerdings nicht werden: Auch Audi bringt mit dem E-Tron ein Elektroauto heraus. Der US-Konkurrent Tesla verkauft seine Premium-Elektroautos schon seit Jahren weltweit.

Wie schon das vergangene Jahr könnte 2019 zur Herausforderung für Mercedes werden. Ein kleiner Trost ist da der Blick auf die anderen Autobauer im Premiumsegment. Auch BMW hat seinen Absatz nur unwesentlich mehr gesteigert als Mercedes, und auch Audi hatte zuletzt immer wieder mit Einbrüchen bei den Verkäufen zu kämpfen.

Marke BMW auf Platz zwei

Der Autobauer BMW hat im vergangenen Jahr den Auto-Absatz erneut leicht steigern können. Inklusive der Marken Mini und Rolls Royce setzte BMW 2,49 Millionen Autos ab, wie Vorstandschef Harald Krüger am Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Das war im Vergleich zu 2017 ein Plus von 1,1 Prozent. Damit sei der Dax-Konzern das 15. Jahr in Folge der weltweit größte Premium-Autobauer, sagte Krüger. BMW zählt in dieser Rechnung allerdings die Mini-Kleinwagen und Rolls Royce mit hinzu.

Beim Verkauf von Premiumautos der jeweiligen Stammmarken war BMW bereits 2016 hinter den Daimler-Rivalen Mercedes-Benz zurückgefallen. Zum Verkauf der Marke BMW im vergangenen Jahr machte das Unternehmen zunächst keine Angaben, Mercedes hatte aber nach elf Monaten einen deutlichen Vorsprung vor den Münchnern. Abgeschlagen dahinter liegt die VW-Tochter Audi.

Gleichzeitig wurde jetzt bekannt, dass BMW erneut eine wichtige Führungskraft an die Konkurrenz verliert. So wird die BMW-Managerin Hildegard Wortmann zur neuen Vertriebs- und Marketingchefin bei der VW-Tochter Audi. Spätestens ab 1. Juli soll die Verkaufsexpertin diese Funktion übernehmen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Wortmann war bei BMWzuletzt für die Vertriebsregion Asien-Pazifik zuständig. Sie habe 20 Jahre Erfahrung im Geschäft mit Premiumautos, sagte VW-Vorstandschef Herbert Diess.

Der Konzern wirbt nicht zum ersten Mal Manager des bayerischen Rivalen ab. Diess selbst war vor seiner Berufung zum VW-Markenchef 2015 ebenfalls Manager bei BMW. Auch der Ex-BMW-Einkaufschef Markus Duesmann steht parat, um einen Vorstandsposten bei Volkswagen anzutreten. Wegen vertraglicher Regelungen könnte sich dies aber noch hinziehen.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.
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