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Neue Zweifel an Zukunft des Riesenjets A380

Steffen Weyer und Peter Hanuschke 01.02.2019 1 Kommentar

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg will die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre jüngste Bestellung über 20 Maschinen ganz oder teilweise auf den kleineren Langstreckenjet A350 umschreiben.
Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg will die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre jüngste Bestellung über 20 Maschinen ganz oder teilweise auf den kleineren Langstreckenjet A350 umschreiben. (REGIS DUVIGNAU)

Das drohende Aus für den Großraumflieger Airbus A 380 schien abgewendet zu sein – so war es zumindest vor einem Jahr. Das entpuppt sich jetzt eventuell als Irrtum. Denn die arabische Fluggesellschaft Emirates will ihre jüngste Bestellung über 20 Maschinen offenbar ganz oder teilweise auf den kleineren Langstreckenjet A350 umschreiben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtet.

Der Flugzeugbauer bestätigte, dass er mit Emirates über den A380-Auftrag spreche. Zu Details wollte sich das Unternehmen aber nicht äußern. Emirates und der ebenfalls betroffene Triebwerksbauer Rolls-Royce lehnten eine Stellungnahme ab.

Emirates ist mit 162 bestellten und größtenteils bereits ausgelieferten A380 die größte Abnehmerin des doppelstöckigen Flugzeugs. In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluglinie den Typ geordert. Airbus drohten die Bestellungen auszugehen. Der Konzern fährt die Jahresproduktion daher von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

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Vor rund einem Jahr hatte der langjährige Airbus-Verkaufschef John Leahy gewarnt, dass der Hersteller die Produktion des Fliegers ohne eine größere Neubestellung über kurz oder lang einstellen müsse. Wenig später bestellte Emirates 20 Maschinen und sicherte sich eine Option auf 16 weitere Exemplare. Leahy gab sich damals überzeugt, dass Aufträge anderer Airlines folgen würden und das Flugzeug „bis weit in die 2030er-Jahre“ hinein gebaut werde.

Auch der stellvertretende Airbus-Gesamtbetriebsrat in Bremen, Jan-Marcus Hinz, hatte die Emirates-Order vor einem Jahr als "eine sehr freudige Nachricht" aufgenommen. Denn das sei positiv für die gut 1000 Mitarbeiter, die im A380-Programm in Deutschland tätig sind. "Von dem Auftrag profitieren nicht nur die vier deutschen Airbus-Werke, sondern auch die Mitarbeiter bei den Zulieferern, von denen wir viele hier im Norden haben.“ In Bremen werden unter anderem die Landeklappen montiert.

Die A 380 ist seit 2007 im Liniendienst und mit Platz für bis zu 853 Passagieren der größte Passagierjet der Welt. Der europäische Flugzeugbauer Airbus hatte sie damals mit großen Hoffnungen auf den Markt gebracht. Doch die meisten Fluggesellschaften setzen lieber auf mittelgroße Langstreckenjets wie den Airbus A 350 und Boeings 787 „Dreamliner“. Diese lassen sich auch auf weniger gefragten Strecken rentabel einsetzen. Da sie mit zwei statt vier Triebwerken auskommen, sind sie auch günstiger zu warten. Die Folge für Airbus: Von insgesamt 317 georderten A 380 hatte der Hersteller vor einem Jahr nur noch 95 Exemplare zu bauen. Und Boeing hat bei seinem größten Typ, dem Jumbo-Jet 747-8, noch größere Probleme. Der vor einigen Jahren als Reaktion auf die A380 modernisierte Jumbo verkauft sich praktisch nur noch als Frachtflugzeug.

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Eigentlich sollte die Kombination Großauftrag plus Drosselung der Jahresproduktion auf künftig nur noch sechs Flugzeuge den A380 die Zukunft sichern – in der Hoffnung, dass noch weitere Aufträge kommen. Weniger als sechs Maschinen jährlich zu bauen hält die Konzernspitze für nicht rentabel. Leahy hatte vor einem Jahr festgestellt, dass er Emirates für die einzige Fluggesellschaft hält, die derzeit über acht bis zehn Jahre hinweg mindestens sechs Flugzeuge jährlich abnehmen kann.

Im Zusammenhang mit der Ratenanpassung beim A380 und auch beim Militärtransporter A400M  – in Bremen wird dafür unter anderem der Rumpf gebaut – hatten sich die Arbeitnehmervertreter und die Konzernleitung im vergangenen Jahr darauf geeinigt, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen und neue Arbeitspakete an die Standorte zu holen. Ein Teil der betroffenen Beschäftigten soll somit neue Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten. Ob diese Vereinbarung auch im Falle eines Produktionsendes für den A380 gilt, ist derzeit offen.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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