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Sparkasse Bremen erhöht Kontogebühren

Florian Schwiegershausen 05.04.2018 21 Kommentare

Wegen der neuen Kontenmodelle bei der Sparkasse Bremen werden die Gebühren für eine ganze Reihe von Kunden steigen.
Wegen der neuen Kontenmodelle bei der Sparkasse Bremen werden die Gebühren für eine ganze Reihe von Kunden steigen. (Frank Thomas Koch)

Christel Arnecke ist sauer auf die Sparkasse Bremen. Dort ist sie seit vielen Jahren Kundin. Vor wenigen Tagen hatte sie eine Mitteilung im Briefkasten. Darin warb die Sparkasse für ein neues „Bremer Konto“. Erst mit den letzten Zeilen des Schreibens erkannte sie, dass das auch sie betrifft: „Also auch mein bisheriges Giro­flexx-Komfort-Konto für 6,90 Euro monatlich wird zu einem Bremer Konto und soll ab Juni jeden Monat 8 Euro kosten.“ Sie sehe nicht ein, warum sie für die gleiche Leistung 1,10 Euro mehr pro Monat zahlen soll. Das sagte sie auch in der Filiale ihrer Kundenberaterin. Und was sie dort hörte, verärgerte sie erst recht: „Wenn ich das nicht möchte, könne ich ja kündigen. So geht man doch nicht mit langjährigen Kunden um.“

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Was im Schreiben der Sparkasse eher verklausuliert stand, hier nochmals im Klartext: Die Sparkasse Bremen schafft ihre bisherigen Kontenmodelle ab. Das war bisher Giroflexx-Klassik für 4,90 Euro pro Monat, Giroflexx-Komfort für 6,90 Euro pro Monat und Giroflexx-Premium für 7,90 Euro pro Monat. In Zukunft gibt es bei dem Bremer Konto zwei Varianten: komplett für 8 Euro pro Monat und als Einzelpreis-Konto für 4 Euro pro Monat. Bei Letzterem kostet jede Buchung 20 Cent – also auch jede Lastschrift, wie der bargeldlose Einkauf im Supermarkt. Und für eine Kreditkarte werden jetzt 36 Euro pro Jahr fällig. Die war bei Giroflexx-Premium noch inklusive.

Volker König nutzt momentan noch das Giroflexx-Klassik-Konto für 4,90 Euro pro Monat. Er macht viel online, doch wegen der neuen Buchungsgebühren müsste er nun das neue 8-Euro-Konto nehmen: „Sicherlich kann man verstehen, dass die Kosten über die Jahre angepasst werden müssen. Eine Erhöhung von 67 Prozent ist für mich nicht nachzuvollziehen.“ Und Christel Arnecke ging mit ihrem Ärger zur Bremer Verbraucherzentrale.

Kritik an Gebührenbescheid

Der Finanzexperte der Verbraucherzentrale, Hartmut Schwarz, kritisiert ebenso die Anmutung des Sparkassen-Schreibens: „Viele haben den Brief als Werbung aufgefasst und direkt in den Mülleimer geworfen. Wenn dann die Kontogebühren umgestellt werden, wundern sie sich über die gestiegenen Kosten.“ Eine ordentliche Information über Preiserhöhungen sei anders als dieses Schreiben. Was Verbraucherschützer grundsätzlich nicht mögen, ist, wenn bei Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Kunde automatisch umgestellt wird auf den neuen Tarif, sofern er sich nicht aktiv meldet.

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Sparkassen-Sprecherin Nicola Oppermann begründet die Umstellung auf die neuen Konten so: „2017 haben wir mit einer umfangreichen Marktforschung gefragt, wie Kontomodelle heute aus Kundensicht optimal ausgestaltet sein sollen. Das Ergebnis war der Wunsch nach einem einheitlichen Pauschalmodell mit einer sehr einfachen und transparenten Preisstruktur.“ Das Ergebnis sei das Bremer Konto, bei dem das vorher kostenpflichtige Werder-Paket inklusive ist. Wer bei der Sparkasse bleiben will, dem rät Schwarz: „Die Kunden sollen sich die Kontoauszüge der letzten zwei Monate anschauen. Bei mehr als 20 Buchungen im Monat lohnt sich das Basiskonto nicht.“

Kein Interesse am Werder-Paket

Doch Kunden wie Christel Arnecke haben kein Interesse am Werder-Paket. Wenn sie der Preiserhöhung widerspricht, bleibt ihr nur die Suche nach einer neuen Bank. Doch bis die Deutschen ihre Hausbank wechseln, muss schon viel passieren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov vom September 2017. Demnach sind nur neun Prozent der Befragten innerhalb eines Jahres mit ihrem Konto zu einer anderen Bank gegangen. Dabei ist der Kontenwechsel seit September 2016 einfacher geworden. Denn seitdem hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bei einem Wechsel die bisherige Bank dem neuen Institut und dem Kunden eine Liste der Aufträge der vorangegangenen 13 Monate übermitteln muss. Das soll auch die Umstellung von Daueraufträgen vereinfachen.

So viel kosten die Girokonten im Vergleich. (Klicken Sie auf das Bild zum Vergrößern.)
So viel kosten die Girokonten im Vergleich. (Klicken Sie auf das Bild zum Vergrößern.) (WK)

Und wer zu einer neuen Bank geht, sollte das alte und das neue Konto am besten für einige Monate parallel laufen lassen. Hartmut Schwarz weiß aus Erfahrung: „Bei der Umstellung kann es passieren, dass durchaus mal eine Versicherung übersehen wird, die man im Laufe des Jahres zahlt.“ Da gerade zum Jahreswechsel viele Abbuchungen fällig sind, ist ab Frühjahr laut Schwarz der bessere Zeitraum zum Wechseln. Auch wer einen Sommerurlaub plant, sollte den Kontowechsel lieber auf die Zeit danach setzen.

Ein Vergleich der Gebühren von Geldinstituten in der Region zeigt, dass bei Inklusivkonten die Sparda-Bank derzeit das günstigste Konto hat. Hier zahlt der Kunde für das Konto nichts, aber für die Bankkarte zwölf Euro pro Jahr. Dafür hat die Sparda-­Bank in Bremen nur vier Filialen plus einer in Delmenhorst, die Sparkasse Bremen dagegen in der Hansestadt rund 80 Filialen. Was die Kreditkarte angeht: Wenn der Sparkassen-Kunde die nicht mehr haben möchte, sollte er hier die Widerspruchsfrist nutzen und sie noch vor dem 1. Juli kündigen. Vergleichsportale im Internet zeigen, welche Kreditkarten kostenfrei sind. Und die Bremer Verbraucherzentrale wird die weitere Entwicklung bei der Gebührenänderung genau beobachten.

Probleme beim Konto-Vergleich

Bankkunden sollen Girokonten künftig besser im Internet vergleichen können. Dazu plant die Bundesregierung ein staatliches Zertifikat, das Vergleichsportale für Bankkonten beantragen können. Verbraucherschützer befürchten jedoch, dass die Rankings nicht alle Anbieter aufführen werden und die Aussagekraft daher begrenzt ist. „Entscheidend ist eine vollständige Marktabdeckung. Unverzichtbar ist aber zumindest eine hohe Abdeckung, bei der auch Konto-Anbieter im Ranking auftauchen, die keine Vertragspartner der Vergleichsportale sind“, sagte Dorothea Mohn, Leiterin des Finanzmarktteams des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Auch kleine und regionale Finanzinstitute sollten enthalten sein.

Das Problem aus Sicht der Verbraucherschützer: Die geplante Verordnung lässt es zu, dass sich die Websites über Provisionen der Konto-Anbieter finanzieren. „Das kann zu Interessenskonflikten führen“, mahnte Mohn. Notwendig seien daher konkrete gesetzliche Regelungen mit Handlungsvorgaben für die Betreiber dieser Internet-Seiten. Die Verbraucherschützer verweisen in diesem Zusammenhang auf eine Studie aus dem vergangenen Jahr. Diese nahm fünf Portale unter die Lupe, die Girokonten, Kfz-Versicherungen und Ratenkredite vergleichen. Demnach wurden bei drei Websites Produkte von Anbietern, die nicht über das Portal abgeschlossen werden konnten, in der Voreinstellung herausgefiltert. (dpa)

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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...
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