Viele Aufträge für Bremens Baugewerbe

Mit einer positiven Grundstimmung geht Bremens Baugewerbe ins neue Jahr. Es rechnet mit einer weiterhin guten Auftragslage – und fordert von der Bremer Politik, die Ausbildungsreife der Schüler zu verbessern.

Foto: Michael Matthey

Bremens Baugewerbe ist froh, dass es Azubis wie diese im ersten Lehrjahr hat. Von Bremens Schulpolitik fordern die Betriebe aber wesentlich mehr Anstrengungen, als es jetzt der Fall ist.

Bremens Baugewerbe erwartet auch im neuen Jahr eine weiterhin hohe Nachfrage. Das sagt der Vorsitzende des Verbandes Baugewerblicher Unternehmer im Lande Bremen, Lars Obermeyer. Damit werde sich die gute Situation in diesem Jahr fortsetzen. Obermeyer sagte: „Die Auftragsbücher sind bereits zum Jahreswechsel bei vielen Betrieben mit ersten Aufträgen gefüllt. Die Nachfrage bleibt spürbar."

Gleichzeitig mahnt der Verband für die in diesem Jahr bevorstehenden Tarifverhandlungen maßvolle Abschlüsse an. Dazu sagte Obermeyer: "Es ist nicht so, dass durch die höhere Auslastung goldene Zeiten für Unternehmen angebrochen sind. Steigende Lohn- und Materialkosten führen zu höheren Preisen. Die Umsatzrendite der Unternehmen bleibt jedoch stabil.“ Beim letzten Tarifabschluss 2018 gab es ein Gehaltsplus von insgesamt sechs Prozent sowie eine zusätzliche Einmalzahlung. Laut dem Verbandsvorsitzenden hätten die Betriebe diese Lohnsteigerungen erstmal verdauen müssen.

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Von Bremens Politik fordert der Verband, die Ausbildungsreife von Schulabsolventen deutlich zu steigern. Betriebe könnten es im Rahmen einer Ausbildung nicht ausgleichen, wenn junge Menschen nach dem Schulbesuch noch erhebliche Defizite in den Grundfertigkeiten hätten. Hier ergänzte Obermeyer: „Der schlecht qualifizierte Mitarbeiter, der schwere Zementsäcke von links nach rechts trägt, ist im Baugewerbe nicht mehr gefragt." Bauen bedeute zwar körperliche Arbeit, jedoch wandelten sich die Berufsbilder durch die Digitalisierung. Dies sieht der Verbandsvorsitzende auch vor dem Hintergrund des sich immer mehr verstärkenden Fachkräftemangels.

Was öffentliche Aufträge angeht, mahnt der Verband eine mittelstandsfreundliche Vergabepraxis an, die insbesondere kleine und mittlere Betriebe sowie auch soziale Kriterien berücksichtige. Hier forderte Obermeyer auch, dass Bremen die Regeln konsequent anwenden müsse: "Es reicht nicht, wohlklingende Regelungen zu treffen und dann den Zuschlag auf das billigste Angebot zu erteilen. Damit kauft man sich Preissteigerungen durch Nachträge oder Dumpinglöhne bei Nachunternehmen ein.“

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