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Bremer Landesbank wird NordLB
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„Viele Kunden sind irritiert“

Lisa Boekhoff 29.01.2018 0 Kommentare

BLB Besichtigung des Neubau der Bremer Landesbank  -
Von Rot auf Blau gesetzt: Am Gebäude am Domshof soll die Marke BLB in diesem Jahr ebenfalls durch NordLB ersetzt werden. (Frank Thomas Koch)

Seit der Fusion mit der NordLB im September gibt es Spekulationen, ob die Marke BLB weiterhin bestehen bleibt. In jüngster Zeit gab es dazu kein klares Bekenntnis mehr. Gibt es nun eine Entscheidung?

Christian Veit: Wir haben beschlossen, die Marke BLB stufenweise im Laufe des Jahres durch die Marke NordLB zu ersetzen. Die Bremer Landesbank existiert als rechtlich selbstständiges Institut nicht mehr. Seit der Fusion sind wir mit zwei Marken aufgetreten: als NordLB und BLB in Bremen und Oldenburg. Wir haben festgestellt, dass dieser Auftritt viele Kunden irritiert. Daneben fiel auch den Mitarbeitern diese Differenzierung nicht leicht.

Was hat die Kunden gestört?

Wir haben mehrfach von ihnen gespiegelt bekommen, dass sie schon die Begrüßung am Telefon irritiert hat: „NordLB-BLB“. Wenn Kunden derzeit Post von uns bekommen, steht oben BLB, der Gruß unter dem Schreiben kommt aus rechtlichen Gründen aber von der NordLB. Wir wollen nun transparent und offen kommunizieren, dass wir jetzt ein fusioniertes Haus sind. Das ist die NordLB.

Das Ende der Marke zu verkünden – dabei spielen Gefühle eine Rolle.

Für die Mitarbeiter sind die Emotionen vielleicht etwas größer. Ich stelle aber fest, dass die Kulturen der BLB und NordLB relativ nah beieinanderliegen. Am Ende sind wir Norddeutsche – egal ob mit einem Hannoveraner, Braunschweiger, Bremer oder Oldenburger Background. Es wäre deutlich schwerer, eine norddeutsche Bank mit einer Bank zum Beispiel aus dem Rheinland zusammenzubringen.

2019 gibt es die BLB also auch als Marke nicht mehr. Wann wird das rote Schild am Gebäude blau sein?

Es gibt keinen Big Bang. Wir werden die Markenmigration in Stufen vollziehen. Das Schild BLB wird spätestens Ende des Jahres durch NordLB ersetzt. Die Gebäude sowohl in Bremen als auch in Oldenburg haben jedoch historische Bezeichnungen. Ganz groß steht dort an beiden Häusern in Messinglettern 'Bremer Landesbank'. Das wird bleiben.

Wie ist es zur Entscheidung gekommen?

Wir haben es mit einer Zwei-Marken-Strategie versucht und Feedback von unseren Kunden in Bremen und Oldenburg bekommen. Dieses Feedback haben wir in eine Entscheidung münden lassen. Ich glaube, dass es richtig ist, die Irritation zu beenden und für die Zukunft mit einer starken, eindeutigen und norddeutschen Dachmarke zu arbeiten. Wir brauchten aber einen Beobachtungszeitrum für diese Entscheidung.

Haben Sie das Ende der Marke forciert?

Ja, auf jeden Fall.

Eine Marke kostet. Spielte das eine Rolle?

Das hat einen positiven wirtschaftlichen Effekt, aber das war nicht der Treiber für die Entscheidung.

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Die Bremer Landesbank ist wegen ihrer faulen Schiffskredite in Schieflage geraten. Hängt Ihre Entscheidung auch damit zusammen, dass die Marke in den vergangenen Jahren durch dieses Missmanagement Schaden genommen hat?

Wir haben uns mit dem Wert der Marke auseinandergesetzt. Die NordLB als Marke ist gut etabliert – und deutlich stärker national und international. Wir haben uns einerseits nach der stärkeren Marke ausgerichtet, andererseits haben wir das Feedback unserer Kunden gewürdigt.

Also hat die Marke Schaden genommen?

Die Marke hat in der öffentlichen Wahrnehmung sicherlich gelitten, nach der Fusion ist hier Ruhe eingekehrt. Unsere Kunden sehen, dass unsere neue Aufstellung stabil und leistungsstark ist, sie sehen auch den Mehrwert, den die fusionierte Bank mit einem ausgeweiteten Produkt- und Dienstleistungsangebot ihnen bietet. Darauf wollen wir aufbauen – auch mit der klaren und eindeutigen Positionierung in der Markenfrage. Tatsächlich ist es eher die Qualität in der Beratung, die Kundenbeziehung, die den Wert einer Bank ausmacht.

Die NordLB will bis Ende 2020 insgesamt 1250 Stellen abbauen. In Bremen sollen es 310, in Oldenburg 30 Stellen sein. Hat sich an diesen Zahlen etwas verändert?

Nein. Wir haben uns mit der Personalvertretung auf einen freiwilligen Stellenabbau verständigt. Es laufen mittlerweile eine Reihe von Gesprächen, sich auf Regelungen für einen Vorruhestand oder eine Abfindung zu einigen, aber es ist noch zu früh, um hier bereits einen Zwischenstand zu nennen. So ein freiwilliges Verfahren braucht immer mehr Zeit, das nehmen wir aber gerne in Kauf, wenn wir damit auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten können. Wir sind optimistisch, dass wir das mit den genannten Instrumenten schaffen. Uns ist es gelungen, aufgrund von natürlicher Fluktuation die Anzahl der Stellen bereits deutlich zu reduzieren – noch bevor dieses Programm überhaupt angelaufen ist. Das Abbauziel hat sich nicht verändert. Die Migration der Marke hat darauf keine Auswirkungen.

Haben Sie im vergangenen und diesem Jahr Kunden verloren?

Natürlich hat es Wechsel gegeben, allerdings haben wir auch neue Kunden gewinnen können. Im Private Banking, insbesondere in der Vermögensverwaltung, sind wir beispielsweise gewachsen. Hier und auch im Firmenkundengeschäft wollen wir weiter zulegen. Wir bedauern jede beendete Kundenbeziehung, insgesamt bewegt sich das im Rahmen der normalen Fluktuation.

Welche Aufgaben haben Sie wegen der Fusion noch vor sich?

Wir müssen aus zwei IT-Landschaften eine machen – da haben wir noch einiges zu tun. Das ist ein Prozess, der bis 2020 dauert. Jetzt passiert für den Kunden aktuell nichts: Die Kontoauszüge werden irgendwann blau und nicht mehr rot sein, die Homepage wird zu Beginn des zweiten Quartals integriert, aber ohne Folgen für das Online-Banking. Auf unserem Weg werden wir aber irgendwann die IBAN und BIC anpassen.

Warum brauchen Kunden der BLB neue Kontonummern?

Wenn es am Ende nur noch ein IT-System gibt, hat das Auswirkungen auf Bankleitzahl, BIC und IBAN. Solche Veränderungen haben allerdings nichts mit dem aktuellen Markenwechsel zu tun.

Welche Reaktionen erwarten Sie? Ist der Abgesang auf die Marke noch eine Überraschung?

Wir verabschieden uns zwar von der Marke BLB, aber die Standorte in Bremen und Oldenburg und auch das Know-how der Mitarbeiter und die Entscheider bleiben ja erhalten. Nach den Gesprächen, die ich mit Unternehmern, Kunden und Wirtschaftsverbänden hatte, habe ich das Gefühl, dass es keine Überraschung ist. Die Kunden werden es schätzen, dass wir an der Stelle Klarheit und Eindeutigkeit schaffen.

Wie geht es Ihnen persönlich mit der Entscheidung?

Für mich fühlt sich das gut an. Es wächst zusammen, was zusammengehört.

Das Gespräch führte Lisa Boekhoff.

Zur Person: Christian Veit arbeitet seit 21 Jahren für die NordLB. Der zweifache Familien­vater und gebürtige Saarländer war zunächst Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank. Seit der Übernahme der BLB ist er deren Regionalvorstand.

Was sich für Kunden ändert

Durch den schrittweisen Wegfall der Marke BLB gibt es für Kunden der Bremer Landesbank zunächst kaum Veränderungen. In den nächsten drei Jahren entsteht jedoch ein einheitliches IT-System der NordLB. Dies hat dann Auswirkungen auf die Bankleitzahl, BIC und IBAN. Wer Online-Banking betreibt, muss sich bald an einen neuen Auftritt der Bank gewöhnen. Denn die Homepages von BLB und NordLB werden zusammengeführt. Künftig sollen sich alle Kunden über www.nordlb.de anmelden. Das Online-Banking selbst ändert sich nicht.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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