Kommentar zu Schülern aus Niedersachsen

Bremen zahlt drauf

Über die Hälfte der Kosten, die Bremen durch niedersächsische Schüler entstehen, sollen auch künftig von Bremen und nicht von Niedersachsen bezahlt werden. Das ist unfair, schreibt Sara Sundermann.
18.09.2017, 20:03
Lesedauer: 1 Min
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Bremen zahlt drauf
Von Sara Sundermann
Bremen zahlt drauf

Für niedersächsische Schüler, die in Bremen zur Schule gehen, erhält Bremen künftig 5,9 Millionen Euro pro Jahr.

Karsten Klama

Viele Schüler aus Niedersachsen besuchen Bremer Schulen, vor allem Berufsschüler, die hier eine Ausbildung machen. Dadurch entstehen Bremen Kosten, die Niedersachsen bislang kaum mitgetragen hat. Künftig wird Niedersachsen mehr zahlen, doch den Großteil der Kosten zahlt weiter Bremen.

Dass dies ein Erfolg für das kleinste Bundesland sein soll, wie Bremens Bildungssenatorin betont, ist Bürgerinnen und Bürgern hier kaum vermittelbar. Fair wäre, wenn Niedersachsen auch für Heizung, Strom und Sanierung von Schulen anteilig zahlt. Das aber ist nicht geplant. Deutlich wird am konkreten Beispiel der Gastschüler ein grundsätzliches Problem des verschuldeten Stadtstaats: Bremen muss Straßen instand halten, die von vielen Pendlern (mehr als 40 Prozent aller Arbeitnehmer in Bremen pendeln!) befahren werden. In Bremer Krankenhäusern kommt zum Teil jeder zweite Patient aus Niedersachsen. Und die Bremer Uni bildet viele Fachkräfte fürs Umland aus, insbesondere bei Lehramtsstudenten. Bremen stellt die Infrastruktur, die dann auch von vielen Menschen aus dem Umland genutzt wird. Beim Gastschulgeld sieht man, was das für das kleinste Bundesland bedeuten kann: Bremen zahlt drauf.

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