Senat äußert sich zu Tiny Houses

Bremen zeigt sich offen für Minihäuser

Tiny Houses könnten aus Sicht des Senats zur Entwicklung vielfältiger, gemischter Wohngebiete in der Stadt beitragen. Ein Pilotprojekt dazu will man fördern – ein Standort dafür ist aber noch nicht gefunden.
21.12.2019, 18:17
Lesedauer: 1 Min
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Bremen zeigt sich offen für Minihäuser
Von Sara Sundermann

Minimalistisches Wohnen auf engstem Raum: Dafür stehen Tiny Houses – winzige Häuser mit bis zu 25 Quadratmetern Fläche, in denen das Wichtigste mit oft kreativen Lösungen Platz findet. Tiny Houses sind im Trend, bisher allerdings vor allem als Wunschvorstellung in den Köpfen vieler Menschen, denn die Minihäuser gibt es derzeit in Deutschland nur vereinzelt.

„Minimalistische Hauskonzepte erweitern das Spektrum des Wohnens in der Stadt und können einen Beitrag zu einer lebendigen, wachsenden Stadt leisten“, heißt es in einer Antwort des Bremer Senats auf eine Kleine Anfrage von SPD-Baupolitiker Falk Wagner. Der Senat setze sich bei der Entwicklung von Neubaugebieten dafür ein, dass dort minimalistische Hausprojekte „Berücksichtigung finden können“. Bremen legt sich also nicht fest, eine Tiny-House-Siedlung zu bauen, zeigt sich aber offen dafür. Man werde die Erfahrungen anderer Städte, die Tiny-House-Siedlungen planen, auswerten und in eigenen Planungen berücksichtigen, heißt es in dem Schreiben. Der Senat sieht ein Potenzial für Tiny Houses bei der Nutzung von Baulücken sowie in großen Neubauquartieren: Die Minihäuser könnten einen Beitrag zu vielfältigen, gemischten Quartieren leisten.

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Wagner erkundigte sich auch danach, ob in der Waller Feldmark ein Tiny-House-Projekt entstehen könne – als ein Experiment. Dies war zuvor mit zwei Kleingartenvereinen in Walle diskutiert worden. Dazu äußert sich der Senat zurückhaltend: Ob das möglich sei, hänge vom „laufenden Planungs- und Beteiligungsprozess zur weiteren Entwicklung des Gestaltungsraums in Walle“ ab. Die Stadt unterstütze aber ein Pilotprojekt mit Tiny Houses. Man prüfe dafür Flächen in mehreren Stadtbezirken, habe aber noch keinen Standort gefunden, an dem man sich mit den Grundstückeigentümern einig sei.

Andere Städte wollen zum Teil in großem Stil auf Tiny Houses setzen: Europas größte Kleinstwohnanlage könnte in Niedersachsen entstehen. Hannover hat für ein riesiges Tiny-House-Projekt namens Ecovillage am Stadtrand 50 000 Quadratmeter reserviert. Minihäuser sollen Abhilfe in Zeiten angespannter Wohnungsmärkte bringen, sie stehen aber auch für Energiesparen und Konsumverzicht.

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