Rückbau des Museumsschiffs Bremenports: Schadstoffe in „Seute Deern“ sind bekannt

Die Geschichte um das marode Bremerhavener Museumsschiff „Seute Deern“ erhält ein neues Kapitel. Laut einem Medienbericht ist das Segelschiff mit Giftstoffen belastet. Bremenports ist nicht überrascht.
11.01.2020, 11:07
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Bremenports: Schadstoffe in „Seute Deern“ sind bekannt
Von Max Seidenfaden

Die Masten am Bremerhavener Museumsschiff „Seute Deern“ sind bereits ab, doch bevor das Abwracken des Seglers beginnen kann, gibt es die nächste schlechte Nachricht. Wie die „Nordwest-Zeitung“ berichtet, haben Gutachter Giftstoffe gefunden, die sich nicht nur an Deck, sondern auch im Schiffsinneren befinden. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass Schiff bis zur Sail im August 2020 abzubauen. Dieser Plan sei laut der Zeitung jedoch gefährdet, denn der Abbau könnte nun deutlich länger dauern.

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Ein Sprecher von Bremenports widerspricht: Beim Rückbau liege man voll im Zeitplan, und dass das Schiff mit Schadstoff belastet ist, sei nichts Neues. So seien beispielsweise einzelne Farbschichten des Rumpfes durch Asbest verunreinigt, die Farbe müsse daher abgetragen werden. Diese und andere Arbeiten, die mit dem Rückbau zusammenhängen, sind den Angaben des Sprechers zufolge aber längst in die Kosten und auch in den Zeitplan für das Abwracken eingepreist. Allein die Vorbereitungen für den Rückbau werden von Bremenports auf 600.000 Euro beziffert, wie hoch die Ausgaben am Ende insgesamt sein werden, könne derzeit nur geschätzt werden. Die Hafenbetriebsgesellschaft ist Ende vergangenen Jahres mit der Planung des Abwrackens betraut worden. Die Arbeiten sollen, wenn alle Genehmigungen vorliegen, laut dem Sprecher Mitte kommender Woche starten.

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Die „Seute Deern“ wird in zwei Phasen abgewrackt. Nach der Entfernung der Masten soll der Segler an seinen letzten Liegeplatz gebracht und dort unter einer Plane abgebaut werden. Das Drama um die Bark begann im Frühjahr 2019, als das Schiff durch ein Feuer schwer beschädigt wurde und nur noch mit Pumpen über Wasser gehalten werden konnte. Nachdem im September mehr Wasser in das Schiff eindrang, lief dieses auf Grund. Nach einer mehrwöchigen Diskussion über die Zukunft des Schiffes beschloss der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums im Oktober, den Dreimaster abzuwracken. Verabschieden müssen sich die Einwohner Bremerhavens aber nicht, denn der Bund bewilligte einen Neubau des Schiffs in Höhe von 46 Millionen Euro.

++ Dieser Artikel wurde um 19.06 Uhr aktualisiert ++

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