Experten untersuchen 760 Brücken

Bremens Brücken kommen jährlich auf den Prüfstand

Nach dem verheerenden Einsturz einer Brücke im italienischen Genua mit vielen Toten rückt auch die Situation in Bremen in den Fokus. Experten prüfen jährlich alle Bauwerke in der Hansestadt.
15.08.2018, 12:56
Lesedauer: 2 Min
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Bremens Brücken kommen jährlich auf den Prüfstand
Von Pascal Faltermann
Bremens Brücken kommen jährlich auf den Prüfstand

Die Weser-Brücken in der Innenstadt

Christina Kuhaupt

Nach dem verheerenden Einsturz einer Brücke im italienischen Genua mit vielen Toten rückt auch die Brückensituation in Deutschland und in Bremen in den Fokus. „Die italienische Situation und schon die dortigen Voraussetzungen können wir nicht beurteilen, weil wir sie nicht kennen“, sagt Martin Stellmann, Sprecher des Bremer Amtes für Straßen und Verkehr.

Für die Brücken in Bremen gelten wie in ganz Deutschland Auflagen mit jährlichen Prüfzyklen in unterschiedlicher Intensität, die der Bund vorgebe. Insgesamt ist das Amt für 2200 Bauwerke von Tunnel bis Treppen in Bremen zuständig, in dieser Liste enthalten sind 760 Brücken. Bis zu 100 Brücken im Land Bremen müssen in den nächsten Jahren repariert werden, hatte der Senat vor Monaten bekannt gegeben. Bei rund 30 Brücken bestehe sogar dringender Handlungsbedarf, hieß es.

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„Wir haben alle Bauwerke in Bremen im Auge und prüfen diese zyklisch mindestens einmal im Jahr“, sagt ASV-Sprecher Stellmann. Alle drei Jahre gebe es eine einfache Prüfung und alle sechs Jahre eine sogenannte Brückenhauptprüfung. Bei Auffälligkeiten oder Schäden mache man umgehend Sonderprüfungen oder verkürze die Prüfzeiträume. Auch ein Monitoring oder technische Überwachungseinrichtungen seien als Maßnahmen denkbar. Bei der Hauptprüfung alle sechs Jahre kontrolliere man auch Faktoren wie die Betonfestigkeit oder die Stahlgüte, erklärt der ASV-Sprecher.

Wenn eine Brücke wie die Stephanibrücke Mängel aufweise, werde ein engmaschiges Monitoring aufgesetzt und Maßnahmen wie Überholverbot, Abstand für Lastwagen oder einen schmaleren Fuß- und Radweg getroffen. „Dabei geht Sicherheit immer vor Leistungsfähigkeit“, so Stellmann. Nicht nur durch die derzeitigen Hitzeschäden ist der schlechte Zustand der Brücken in Bremen immer wieder ein Thema.

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In den vergangenen Jahren sind unter anderem die Brücke Heinrich-Plett-Allee über die Bundesstraße 6, die Lesumbrücke in Burglesum, die Wümmebrücke Ritterhuder Heerstraße oder die Brücke Braut-Eichen in Bremen-Nord komplett neu gebaut worden. Gerade begonnen hat der Neubau der Ochtumbrücke an der Autobahn 1, im Jahr 2020 soll die Querung über die Varreler Bäke erneuert werden. Doch damit nicht genug: Neben der Weserbrücke und der Mahndorf-Brücke („In den Ellern“) auf der Autobahn 1 muss in etwa 20 Jahren auch die Stephanibrücke über die Weser neu errichtet werden. Mit aufwendigen Sanierungsarbeiten haben Bremens Brückenbauer alles dafür getan, damit die Brücken 20 Jahre länger standhalten. Spätestens dann müssen Neubauten her.

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