Wahl am Sonnabend

Bremens Schönster will Mister Germany werden

Seit Oktober ist Steffen Rosenberger Mister Bremen — am Sonnabend will er zum schönsten Mann Deutschlands gekürt werden. Warum Schönsein allein dafür nicht genügt, hat er dem WESER-KURIER verraten.
10.12.2016, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Bremens Schönster will Mister Germany werden
Von Nico Schnurr
Bremens Schönster will Mister Germany werden

Spieglein, Spieglein an der Wand: Steffen Rosenberger ist der Schönste im ganzen Land. Er vertritt Bremen bei der Mister-Germany-Wahl.

Christina Kuhaupt

Seit Oktober ist Steffen Rosenberger Mister Bremen — am Sonnabend will er zum schönsten Mann Deutschlands gekürt werden. Warum Schönsein allein dafür nicht genügt, hat er dem WESER-KURIER verraten.

Wie beruhigend. Gut auszusehen kostet Zeit, auch den Schönsten. 14 Minuten sind es im Fall von Steffen Rosenberger. Also morgens, nach dem Duschen, und da hat sein Tag ja gerade erst begonnen. Rosenberger ist der Bremer, der das mit dem Gutaussehen aktuell am besten hinbekommt.

Das befand im Oktober zumindest eine Fachjury in der Waterfront. Seitdem darf sich Steffen Rosenberger Bremens Schönster nennen. Ganz offiziell, ohne dass man ihm das dann als Selbstverliebtheit auslegen würde. Es entspricht ja den Fakten. Wobei das, ganz genau genommen, auch nur so halbwegs stimmt.

Bremens Schönster ist nämlich gar nicht Bremens Schönster – geografisch gesehen. Rosenberger lebt in Hannover und war schon mal Mister Niedersachen. Dort fanden in diesem Jahr aber keine Wahlen statt. Dann also Bremen, dachte sich der 27-Jährige, und gewann.

Leben hat sich nicht grundlegend verändert

Dass sich sein Leben seitdem grundlegend verändert hätte, lässt sich nicht behaupten. Klar, die Facebook-Freunde und Anfragen von Fotografen sind mehr geworden. Und auch für den Katalog eines Möbelhauses stand er vor der Kamera, das schon. „Aber es ist jetzt nicht völlig durch die Decke gegangenen“, sagt Rosenberger. An diesem Wochenende könnte sich das vielleicht ändern.

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Rosenberger vertritt Bremen bei der Wahl zum Mister Germany. Zwei Monate hatte er Zeit, um sich vorzubereiten. Er hat sie genutzt, und noch ein bisschen mehr Zeit ins Gutaussehen investiert als nur die 14 Minuten am Morgen. Zusammen mit einem Fitnesstrainer hat er einen Plan entwickelt: Bis zu sechsmal pro Woche hat er sich zuletzt im Fitnessstudio geschunden. Getan war die Arbeit damit aber noch nicht.

Rosenberger glaubt, dass er sich nicht nur auf sein Aussehen verlassen kann. Dass Schönsein allein nicht genügt, um an diesem Sonnabend in Linstow bei Rostock zum schönsten Mann des Landes gekürt zu werden. „Wenn ich auf der Bühne stehe und nur rumstottere, kann ich einen noch so tollen Body haben, dann wird mir das nicht viel helfen“, sagt er. Deswegen will er vorbereitet sein für seinen Auftritt vor der Jury.

Mister Germany braucht Selbstbewusstsein

Wenn er nicht gerade Schönheitswettbewerbe gewinnt, macht Rosenberger Unternehmensberatung für Großkunden einer Firma, die unter anderem Staubsauger vertreibt. Mit dem Image des Staubsauger-Konzerns will er spielen, wenn seine zwei Minuten vor der Jury gekommen sind. „Damit ich auch im Gedächtnis bleibe und witzig rüberkomme.“ Rosenberger glaubt, dass ihm das liege, auf der großen Bühne zu stehen, vor Menschen zu sprechen, sich in Szene zu setzen. „Wer Mister Germany werden will, muss einfach ein gewisses Selbstbewusstsein mitbringen“, sagt er.

Für ihn ist die Wahl die letzte Chance, Mister Germany zu werden. Im nächsten Jahr wird er 28 Jahre alt. Dann ist er zu alt, um Deutschlands schönster Mann zu werden, so sehen es die Regularien vor. Deswegen ist Rosenberger in diesem Jahr besonders motiviert, ins Finale der schönsten Fünf einzuziehen.

Bis es soweit ist, müssen er und die Teilnehmer der anderen Bundesländer einen kleinen Termin-Marathon hinter sich bringen. Am Mittwoch galt es, für Fotos oberkörperfrei im Schnee einer Skihalle zu posieren. Wer sich dabei keine Erkältung einfing, nahm am Tag darauf beim Stimm- und Sprachtraining teil.

Konkurrenz ist bei Miss-Wahlen größer

Schließlich will die Wahl beworben werden, denn noch ist das weibliche Pendant deutlich prominenter. Bereits der Name des Veranstalters, der Miss Germany Corporation, lässt das erahnen. Besonders auf Landesebene sei die Konkurrenz bei der Miss-Wahl schon größer, findet Rosenberger. „Die Leute haben natürlich lieber eine schöne Frau vor sich stehen, als dass sie mit einem Mann werben“, glaubt er.

Und wie denkt einer über Schönheit, der ganz offiziell schön ist? „Es kommt jetzt nicht auf blonde oder schwarze Haare an“, sagt Rosenberger. „Das Gesamtbild muss stimmen.“ Wichtig sei, dass sich der Mensch auch in den Klamotten, die er trägt, wohlfühle.

Ob er sich wohlfühlt in seinem Anzug, den er bei der Wahl tragen will, kann Rosenberger nur hoffen. Es zählt zu den Besonderheiten der Veranstaltung, eine der beiden Runden nicht halbnackt stattfinden zu lassen. Deshalb hat sich Rosenberger extra ein Exemplar schneidern lassen. In einem schwarz-grauen Camouflage-Muster ist der Anzug gehalten. Bis zur Mister-Wahl soll er ihm ins Hotel geliefert werden. „Ich hoffe, dass alles gut geht und ich nicht in Boxershorts auf der Bühne stehen muss“, sagt Rosenberger. Seine Chancen, Mister Germany zu werden, würde das vermutlich nicht schmälern.

Wie Deutschland seine Schönsten findet

Wer der Schönste im ganzen Lande sein wollte, stand in Deutschland lange vor der Frage, von wem er sich das am liebsten bescheinigen lassen möchte. Zeitweise hatten sich drei Wettbewerber der Suche nach Deutschlands Schönsten verschrieben. Da alle Veranstalter für sich beanspruchten, Miss und Mister Germany zu küren, wurde es ein wenig unübersichtlich. Im Jahr 2000 hat sich das geändert. Seitdem ist die Miss Germany Corporation (MGC) aus Oldenburg alleiniger Ausrichter der Wahlen.
Ihr war es gelungen, den Namen „Miss Germany“ beim Europäischen Markenamt eintragen zu lassen und sich die Exklusiv-Rechte zu sichern. In der Folge probierte sich die Konkurrenz vergebens daran, eine zweite Wahl zu etablieren. Kreative Versuche wie „Queen of Germany“, „Beauty Queen Deutschland“, „Miss Millennium“ oder „Princess of Germany“ scheiterten schnell. Im Jahr 2007 ließ sich die Miss Germany Corporation die Miss- und Mister-Titel der 16 Bundesländer schützen: Auch die Landeswahlen werden seitdem von der MGC ausgetragen.
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