Abfuhrtermine ändern sich Bremer Abfallkalender wird umgekrempelt

Bremens Müllabfuhr und Straßenreinigung erhalten zum 1. Juli eine neue Struktur, und die bringt für die Bürger Veränderungen mit sich. Die wichtigste: Die meisten Abfuhrtermine werden sich ändern.
12.03.2018, 19:15
Lesedauer: 3 Min
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Bremer Abfallkalender wird umgekrempelt
Von Jürgen Theiner

Auf die meisten Bremer Haushalte kommt im Sommer eine Änderung der Abfuhrtermine bei der Müllentsorgung zu. Zum 1. Juli tritt die neue Organisationsstruktur der Abfallwirtschaft in Kraft, von der sich die Politik nicht zuletzt eine deutliche Verbesserung der Sauberkeit im öffentlichen Raum verspricht.

Unter dem Dach der neu gegründeten kommunalen Gesellschaft "Die Bremer Stadtreinigung" sind ab Jahresmitte zwei Unternehmen für die Stadtsauberkeit zuständig: eines für die Müllabfuhr und eines für die Straßenreinigung. In beiden Firmen wird der örtliche Entsorger Nehlsen Mehrheitsgesellschafter sein, den Minderheitsanteil hält die Stadt.

Neue Abfuhrtage für die meisten Bremer

Bei der "Bremer Stadtreinigung" hat man sich Gedanken gemacht, wie man schon durch eine sinnvollere Abfolge der Abfuhrtermine einen Gewinn an Sauberkeit erzielen kann. Beispiel Gröpelingen: Dort werden bisher freitags und montags Restmüll, Gelber Sack und Papier abgefahren. Vor allem Gewerbetreibende stellen dort meist schon sonnabends ihre Abfälle für den Montagstermin heraus, und nach den Freitagsabfuhren gibt es am Sonnabend in Gröpelingen keine Straßenreinigung. Entsprechend vermüllt sieht es übers Wochenende im Stadtteil meistens aus. Das soll sich durch einen Tausch der Abfuhrtage mit anderen Stadtteilen ändern. Zusätzlicher Modifikationsbedarf bei den Terminen entsteht durch die Integration Bremen-Nords in die gesamtstädtische Entsorgungslogistik. Bisher war für Blumenthal, Vegesack und Burglesum Nehlsen zuständig, während südlich der Lesum die Nehlsen-Tochter Eno das Abfallgeschäft erledigte.

Unterm Strich werden sich laut Stadtreinigungschefin Daniela Enslein die meisten Bremer auf neue Abfuhrtage einstellen müssen. Was sich wo im Detail ändert, soll demnächst feststehen. "Wir arbeiten gerade an einem Kommunikationskonzept", sagt die 47-Jährige, die am 1. Januar ihre neue Tätigkeit bei der "Bremer Stadtreinigung" angetreten hat. Enslein ist eine erfahrene Managerin aus der Abfall- und Energiebranche, unter anderem war sie zwölf Jahre lang für den Entsorgungsriesen Remondis tätig. In Ensleins Händen liegt das derzeit größte Rekommunalisierungsprojekt in der deutschen Abfallwirtschaft. Nachdem Bremen seit den 90er-Jahren die Müllabfuhr durch Nehlsen/Eno erledigen ließ, ist nun die Kommune wieder direkt am operativen Geschäft beteiligt. Ab 2028 könnte die Stadt die Müllabfuhr sogar voll in eigene Regie übernehmen, die Straßenreinigung bereits 2023.

Mehr Sauberkeit ist das Ziel

Ob es dazu kommt, wird die Politik zu gegebener Zeit entscheiden müssen. Bis es so weit ist, kann die städtische Seite in der Partnerschaft mit Nehlsen schon mal das nötige Know-how erwerben. Als kurzfristige Aufgabe kommt auf Daniela Enslein zunächst die Integration aller 14 Bremer Recycling-Stationen unter dem Dach der "Bremer Stadtreinigung" zu. Bisher gibt es dort eine Vielzahl von Betreibern. Enslein: "Wir wollen einheitliche Standards erreichen und die Zahl der Fehlwürfe senken." Gemeint ist die bewusste oder unbewusste Falschentsorgung bestimmter Abfallsorten auf den Recyclinghöfen.

Als wichtigste Zielvorgabe für die reorganisierte Abfallwirtschaft gilt: Mehr Sauberkeit nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Quartieren. Um das zu erreichen, wurden bereits in der Ausschreibung für den privaten Partner der Stadt zusätzliche Arbeitspakete geschnürt. Zu nennen sind unter anderem zusätzliche Reinigungen im Umfeld von Veranstaltungen wie Freimarkt oder Bundesliga-Spielen, Aufstellung zusätzlicher Straßenpapierkörbe und häufigere Leerung. Außerdem soll auf den Grünflächen im Straßenraum häufiger klar Schiff gemacht werden.

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Gut zu tun hat die "Bremer Straßenreinigung" außerdem mit ihrem Teil des Projekts "Sichere und saubere Stadt", für das der Senat im aktuellen Doppelhaushalt 2018/19 zusätzliches Geld bereitgestellt hat. Finanziert sind darin unter anderem zusätzliche Reinigungsdurchgänge im Bereich der zentralen Wallanlagen und der Wallmühle. Wenn während der warmen Jahreszeit an den Badeseen Betrieb herrscht, soll dort grundsätzlich auch an Wochenenden sauber gemacht werden. Ein weiteres Stichwort ist die Reinigung von Sinkkästen an zugeparkten Straßen. Auf illegale Müllablagerungen und deren Verursacher soll ein Ermittlerteam angesetzt werden.

Zum 1. Juli wird es auch eine zentrale Telefonnummer geben, die für alle Anfragen von Bürgern rund um das Thema Müll und Straßenreinigung gilt. Bisher gibt es hierfür verschiedene Ansprechpartner. Neben dem Entsorger Nehlsen/Eno sind das unter anderem die "Leitstelle Saubere Stadt" und der Umweltbetrieb Bremen.

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